Standard Article
Trimethylbenzol, Addendum [BAT Value Documentation in German language, 2009]
Documentations and Methods
Published Online: 31 JAN 2012
DOI: 10.1002/3527600418.bb2555113ismd0016
Copyright © 2002 by Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA. All rights reserved.
Book Title

The MAK Collection for Occupational Health and Safety
Additional Information
How to Cite
Kraus, T., Schaller, K., Knecht, U. and Csanädy, C. 2012. Trimethylbenzol, Addendum [BAT Value Documentation in German language, 2009]. The MAK Collection for Occupational Health and Safety. 15–17.
Publication History
- Published Online: 31 JAN 2012
- Abstract
- Article
- References
| [526-73-8] | 1,2,3-Trimethylbenzol |
| [95-63-6] | 1,2,4-Trimethylbenzol |
| [108-67-8] | 1,3,5-Trimethylbenzol |
| BAT (2008) | 400 mg Dimethylbenzoesäuren (Summe aller Isomeren nach Hydrolyse)/g Kreatinin |
| Probenahmezeitpunkt: Expositionsende bzw. Schichtende, bei Langzeitexposition: nach mehreren vorangegangenen Schichten | |
| Veröffentlichungen in der MAK- und BAT-Werte-Liste: | |
| 2007 | Festlegung eines BAT-Wertes: 600 mg Dimethylbenzoesäuren (Summe aller Isomeren nach Hydrolyse)/g Kreatinin |
| 2008 | Reevaluierung des BAT-Wertes (s. o.) |
| Chem. Bezeichnung | 1,3,5-Trimethylbenzol | 1,2,4-Trimethylbenzol | 1,2,3-Trimethylbenzol |
|---|---|---|---|
| Synonyma | Mesitylen | Pseudocumol | Hemimelliten |
| Formel | C9H12 ![]() | C9H12 ![]() | C9H12 ![]() |
| Molmasse | 120,19 | 120,19 | 120,19 |
| Schmelzpunkt | −44,8 °C | −43,8 °C | −25,4 °C |
| Siedepunkt | 164,6 °C | 168,9 °C | 176 °C |
| Dampfdruck bei 20 °C | 3 hPa | 2,1 hPa | 1,8 hPa |
| Dichte bei 20 °C | 0,8562 g/mL | 0,8758 g/mL | 0,8944 g/mL |
| MAK-Wert (1998) | 20 mL/m3 ≙ 100 mg/m3 |
| Spitzenbegrenzung (2001) | Kategorie II, Überschreitungsfaktor 2 |
| Hautresorption | - |
| Sensibilisierende Wirkung | - |
| Krebserzeugende Wirkung | - |
| Fruchtschädigende Wirkung (1998) | Gruppe C |
| Keimzellmutagene Wirkung | - |
| BAT (2008) | 400 mg Dimethylbenzoesäuren (Summe aller Isomeren nach Hydrolyse)/g Kreatinin |
| Probenahmezeitpunkt: Expositionsende bzw. Schichtende, bei Langzeitexposition: nach mehreren vorangegangenen Schichten | |
| MAK-Wert (1998) | 20 mL/m3 ≙ 100 mg/m3 |
| Hautresorption | - |
| Krebserzeugende Wirkung | - |
10 Reevaluierung
Seit der Evaluierung des BAT-Wertes 2007 sind keine neuen arbeitsmedizinischen Studien veröffentlicht, die Biomonitoringergebnisse exponierter Personen enthalten.
Bei der Evaluierung des BAT-Wertes 2007 erfolgte die Festsetzung des Grenzwertes anhand der 95. Perzentile. Durch die Neudefinition des BAT-Wertes als Korrelat für den Mittelwert mehrerer Untersuchungen eines Beschäftigten ist eine Reevaluierung des BAT-Wertes für Trimethylbenzol (TMB) notwendig.
10.1 Belastung und Beanspruchung
Auf Basis der Inhalationskammerstudien von Kostrzewski et al. 1997 und Knecht et al. (2000 und 2003), die jeweils Mittelwerte der Dimethylbenzoesäure (DMBA)-Auscheidung angeben, kann eine Reevaluierung des BAT-Wertes erfolgen. Bei einer Trimethylbenzolkonzentration in Höhe des MAK-Werts von 100 mg/m3 (20 mL/m3) fanden Kostrzewski et al. 1997 eine mittlere Summenkonzentration der DMBA-Metaboliten von 450 mg/g Kreatinin, Knecht et al. 2000 von 417 mg/g Kreatinin. Bei einer Trimethylbenzolkonzentration von 90 mg/m3 (18 mL/m3) wurden 269 mg DMBA-Metaboliten/g Kreatinin gemessen (Knecht et al. 2003).
Jones et al. 2006 errechnen auf der Basis einer Feldstudie mit 12 Beschäftigten, dass eine 8-stündige Exposition gegenüber einem Trimethylbenzol (TMB)-Isomeren-Gemisch (70% 1,2,4-TMB, Rest 1,2,3-TMB und 1,3,5-TMB) in einem Konzentrationsbereich von <0,45 bis 126,5 mg/m3 (<9–25,3 mL/m3) in einer mittleren Gesamt-DMBA-Ausscheidung von 217 mg/g Kreatinin resultieren würde. Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass bei den Beschäftigten nur am dritten Arbeitstag der Arbeitswoche vor und nach Schicht gemessen wurde und eine Vergleichbarkeit mit den Inhalationskammerstudien, bei denen täglich gemessen wurde, nur bedingt gegeben ist. Unter Berücksichtigung der Unterschiede im Studiendesign sind die Ergebnisse der Feldstudie aber gut vereinbar mit den Ergebnissen der Inhalationskammerstudien.
10.2 Evaluierung
Basierend auf den Studien von Kostrzewski et al. 1997 und Knecht et al. (2000, 2003) wird als BAT-Wert die Summenkonzentration (Mittelwert) der DMBA-Metaboliten von
400 mg Gesamt-Dimethylbenzoesäuren (nach Hydrolyse)/g Kreatinin
festgelegt.
Bei der analytischen Bestimmung der Metaboliten ist eine Hydrolyse der Urinprobe erforderlich. Die Probenahme sollte am Expositions- bzw. Schichtende, bei Langzeitexposition nach mehreren vorangegangenen Schichten, erfolgen. Jones et al. 2006 beschreiben Kumulationseffekte nach wiederholter Exposition, während Knecht et al. 2000 diese nicht beobachteten.
10.3 Interpretation
Durch die Definition des BAT-Wertes als Mittelwert mehrerer Biomonitoringuntersuchungen an einer Person weisen Einzelwerte oberhalb des BAT-Wertes nicht unbedingt auf eine Überschreitung des Grenzwertes hin. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Überschreitungen keine Werte erreichen, die akut toxische Effekte befürchten lassen. Für die Trimethylbenzole stellen akut irritative Effekte an den Schleimhäuten und zentral nervöse Effekte (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühle) die sensitivsten Effekte dar. In den Studien von Knecht et al. (2000, 2003) sowie von Kostrzewski et al. 1997 wurden bei den angegebenen DMBA-Ausscheidungen von bis zu 650 mg/g Kreatinin keine adversen Effekte beobachtet. In älteren Studien, bei denen wahrscheinlich eine zusätzliche Exposition gegenüber Benzol bestand, wurden zentralnervöse Effekte, asthmatische Bronchitis und Veränderungen des Blutbilds bei Belastungen von bis zu 300 mg/m3 beobachtet (Bättig et al. 1956, 1958).
Der BAT-Wert bezieht sich auf normal konzentrierten Urin, bei dem der Kreatiningehalt im Bereich von 0,5–2,5 g/L liegen sollte. In der Regel empfiehlt sich bei Urinproben außerhalb der oben genannten Grenzen die Wiederholung der Messung beim normal hydrierten Probanden.
Von der Arbeitsgruppe verabschiedet: 29. Oktober 2007
Literatur
- , , (1956) Gesundheitsschäden nach langdauernder Trimethylbenzol-Exposition in einer Malerwerkstatt. Z Präventivmed 1: 389–403
- , , , (1958) Toxikologische Untersuchungen über Trimethylbenzol. Arch Gewerbepathol Gewerbehyg 16: 555–566
- , , , , , , , (2006) Biological monitoring for trimethylbenzene exposure: a human volunteer study and a practical example in the workplace. Ann Occup Hyg 50: 593–598
- , , (2000) Evaluierung von BAT- Werten in Blut und Harn für das Lösemittelgemisch der isomeren Trimethylbenzole. In: Schäcke G, Lüth P (Hrsg) Dokumentationsband über die 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V, Gentner-Verlag, Stuttgart, 118
- , , , , (2003) Zur Frage von Leitkomponenten im Spektrum harnpflichtiger Metaboliten nach Einwirkung aromatenreicher Kohlenwasserstoff-Lösungsmittelgemische. In: Scheuch K, Haufe E (Hrsg) Dokumentationsband über die 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V, Gentner-Verlag, Stuttgart, 234–235
- , , (1997) Biological monitoring of experimental human exposure to trimethylbenzene. Sci Tot Environ 199: 73–81




