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3-Iodpropinylbutylcarbamat [MAK Value Documentation in German language, 2002]
Documentations and Methods
Published Online: 31 JAN 2012
DOI: 10.1002/3527600418.mb5540653kskd0034
Copyright © 2002 by Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA. All rights reserved.
Book Title

The MAK Collection for Occupational Health and Safety
Additional Information
How to Cite
2012. 3-Iodpropinylbutylcarbamat [MAK Value Documentation in German language, 2002]. The MAK Collection for Occupational Health and Safety. 1–3.
Publication History
- Published Online: 31 JAN 2012
- Abstract
- Article
- Tables
- References
| [55406-53-6] | |
| Nachtrag 2002 | |
| MAK-Wert (1996) | nicht festgelegt, vgl. Abschn. II b |
| der MAK- und BAT-Werte | |
| Spitzenbegrenzung | - |
| Hautresorption | - |
| Sensibilisierende Wirkung (2002) | Sh |
| Krebserzeugende Wirkung | - |
| Fruchtschädigende Wirkung | - |
| Keimzellmutagene Wirkung | - |
1 Sensibilisierende Wirkung
Seit Veröffentlichung der Einstufungsbegründung zu 3-Iodpropinylbutylcarbamat (Begründung 1996) sind mehrere Untersuchungen mit Angaben zu Kontaktallergien gegen 3-Iodpropinylbutylcarbamat veröffentlicht worden, die eine Neubewertung der sensibilisierenden Wirkung der Substanz erforderlich machen.
2 Allergene Wirkung
2.1 Erfahrungen beim Menschen
2.1.1 Hautsensibilisierende Wirkung
Bei der Testung größerer Patientenkollektive in mehreren unabhängigen Zentren wurden mehrere Fälle einer klinisch relevanten Sensibilisierung gegen 3-Iodpropinylbutylcarbamat ermittelt (Tabelle 1). Die klinische Relevanz erfolgt dabei aus der nachgewiesenen Exposition, der Abheilung der Hauterscheinungen nach Meidung einer weiteren Exposition sowie den positiven Befunden im offenen Anwendungstest (Repeated Open Application Test: ROAT). In einer Untersuchung (Majoie und van Ginkel 2000) erhaltene Befunde sind aufgrund der hohen Testkonzentrationen jedoch teilweise möglicherweise auch auf falsch-positive Reaktionen zurückzuführen. Demgegenüber weisen Befunde aus einer anderen Untersuchung darauf hin, dass die Testkonzentration von 0,1% möglicherweise zu niedrig gewählt ist, um im Epikutantest eine ausreichende Sensitivität für den Nachweis einer Sensibilisierung zu gewährleisten (Schnuch et al. 2002).
| getestete Personen | Konzentration (Vehikel) | Ergebnis | Kommentar | Literatur |
| 311 konsekutiv getestete Patienten | 0,1% (Vaseline) | 3/311 positiv (k. w. A.) | in einem Fall mit beruflicher Relevanz (Farbherstellung) und positivem Ergebnis im Repeated Open Application Test; Testzeitraum: 4/96–9/96; Testung mit Mischung aus Natriumhydrogencarbonat und IPBC (9:1); Reinheit des IPBC mindestens 90% | Bryld et al. 1997 |
| 3168 konsekutiv getestete Patienten | 0,1% (Vaseline) | 4/3168 positiv (k. w. A.) | positive Reaktion bei 4 Frauen, davon 2 mit nachgewiesener Exposition gegen Feuchtigkeitscreme mit 0,05% IPBC; Testung mit unterschiedlichen Produkten, initial mit Mischung aus Natriumhydrogencarbonat und IPBC (9:1), später mit Reinsubstanz aus Produkten unterschiedlicher Herkunft; Testzeitraum: 1996–1999 | Bryld et al. 2001 |
| 23 Metallbearbeiter mit Dermatitis | 2,5%; 1%; 0,5% und 0,1% (Olivenöl) | je 1× positiv auf mind. 0,1%; 1,0 und 2,5%; 2× positiv auf 0,5% | in 2 Fällen positive Reaktion nur auf sehr hohe Testkonzentration (irritative Reaktion ?), aber bei diesen 2 Fällen sowie in einem weiteren Fall klinische Besserung oder Abheilung nach Wechsel auf IPBC-freien Kühlschmierstoff; Testzeitraum: 1995–1999 | Majoie und van Ginkel 2000 |
| 312 konsekutiv getestete Patienten | 0,01 und 0,001 % (jeweils Vaseline und Wasser) | 1/312 positiv (k. w. A.) | auch positive Reaktion auf 0,1% IPBC; klinische Unverträglichkeit nach Anwendung einer mit „Glycacil-L”-konservierten Gesichtscreme; außerdem in 2 Fällen irritative Reaktion; Testung mit Konservierungsmittel („Glycacil-L”) (10% IPBC, 10% PEG-4, 40% PEG-4-laurat, 40% PEG-4-dilaurat Testzeitraum: 9/1998–12/1998 | Pazzaglia und Tosti 1999 ); |
| 4883 konsekutiv getestete Patienten | 0,1% (Vaseline) | 16/4883 positiv (14×1+, 2×2+) | Testzeitraum: 1/98–6/99; Testkonzentration wird als eher zu niedrig eingeschätzt; keine verwertbaren Relevanzangaben; außerdem 25× fragliche, 1× erythematöse und 2× irritative Reaktion | Schnuch et al. 2002 |
2.1.2 Atemwegssensibilisierende Wirkung
Es liegen keine Angaben vor.
3 Tierexperimentelle Befunde
Es liegen keine neuen Angaben vor.
4 Bewertung
Obwohl nur relativ wenige Untersuchungen zur sensibilisierenden Wirkung des 3-Iodpropinylbutylcarbamats vorliegen, zeigen diese, dass 3-Iodpropinylbutylcarbamat beim Menschen eine klinisch relevante Sensibilisierung an der Haut induzieren kann. Iodpropinylbutylcarbamat wird daher mit „Sh” markiert.
Literatur
- , , (2001) Allergic contact dermatitis from 3-iodo-2-propynyl-butylcarbamate (IPBC) – an update. Contact Dermatitis 44: 276–278
- , , , (1997) Iodopropynyl butylcarbamate: a new contact allergen. Contact Dermatitis 36: 156–158
- , (2000) The biocide iodopropynyl butylcarbamate (IPBC) as an allergen in cutting oils. Contact Dermatitis 43: 238–240
- , (1999) Allergic contact dermatitis from 3-iodo-2-propynyl-butylcarbamate in a cosmetic cream. Contact Dermatitis 41: 290
- , , , (2002) The preservative iodopropynyl butylcarbamate: frequency of allergic reactions and diagnostic considerations. Results from the IVDK. Contact Dermatitis 46: 153–156

