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Methanol [MAK Value Documentation in German language, 2002]

Documentations and Methods

Published Online: 31 JAN 2012

DOI: 10.1002/3527600418.mb6756d0034

The MAK Collection for Occupational Health and Safety

The MAK Collection for Occupational Health and Safety

How to Cite

2012. Methanol [MAK Value Documentation in German language, 2002]. The MAK Collection for Occupational Health and Safety. 1.

Publication History

  1. Published Online: 31 JAN 2012
[67-56-1] 
Nachtrag 2002 
MAK-Wert (1958)200 ml/m3 (ppm)270 mg/m3
Spitzenbegrenzung (2002)Kategorie II, Überschreitungsfaktor 4
Hautresorption (1969)H
Sensibilisierende Wirkung-
Krebserzeugende Wirkung-
Fruchtschädigende Wirkung (1995)Gruppe C
Keimzellmutagene Wirkung-
BAT-Wert (1983)30 mg/l Urin

1 Kurzzeitwert-Kategorie

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  2. Kurzzeitwert-Kategorie

Die kritische Wirkung ist zum einen die Azidose durch Formiat und die entwicklungstoxische Wirkung durch die Muttersubstanz (NOEL 1000 ml/m3 bei der Maus als empfindlichste Spezies). Die Eliminationsgeschwindigkeit für Formiat beträgt beim Primaten ca. 34 mg/kg KG und Stunde. Bei einem Überschreitungsfaktor von 4 (entsprechend 800 ml/m3) würden etwa 1900 mg (= 27 mg/kg KG) Ameisensäure in einer Stunde entstehen. Somit sollte diese Konzentration nicht zu einer Formiatakkumulation und Azidose führen. Dies wird durch Untersuchungen an Affen bestätigt, bei denen der Formiatspiegel im Blut bei 6-stündiger Exposition gegen 2000 ml/m3 nicht erhöht war (siehe Begründung „Methanol” im Sammelkapitel MAK-Werte und Schwangerschaft 1995). Methanol wird daher der Kurzzeitwert-Kategorie II mit dem Überschreitungsfaktor 4 zugeordnet. Die Blutkonzentrationen von Methanol wurden für verschiedene Zeiträume, Konzentrationen und Spezies toxikokinetisch modelliert (Perkins et al. 1995 b, siehe Begründung 1999): 1000 ml/m3 entsprechen einem Blutspiegel von ca. 200 µg Methanol/ml am Ende einer 8-stündigen Exposition bei der Maus. Der Blutspiegel beim MAK-Wert für den Menschen beträgt etwa 7,5 µg/ml. Eine 15-minütige Exposition gegen 1000 ml/m3 führt zu einem Blutspiegel von ca. 2–3 µg/ml. Das heißt, bei einer 15 Minuten langen Exposition gegen 800 ml/m3 dürfte im ungünstigsten Fall (in der letzten Viertelstunde der Schicht) eine maximale Blutkonzentration von 10 µg Methanol/ml erreicht werden. Damit liegt die erwartete maximale Blutkonzentration um den Faktor 20 unter der NOEL-Konzentration im Tierversuch. Dieser Abstand rechtfertigt die Einstufung von Methanol in Schwangerschaftsgruppe C bei einem Überschreitungsfaktor von 4.