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n-Butylzinnverbindungen [MAK Value Documentation in German language, 2008]

Documentations and Methods

Published Online: 31 JAN 2012

DOI: 10.1002/3527600418.mb68873verd0044

The MAK Collection for Occupational Health and Safety

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How to Cite

2012. n-Butylzinnverbindungen [MAK Value Documentation in German language, 2008]. The MAK Collection for Occupational Health and Safety. 1–66.

Publication History

  1. Published Online: 31 JAN 2012
MAK-Wert (2007)0,004 ml/m3 (ppm) ≙ 0,02 mg/m3 (als Zinn)
Spitzenbegrenzung (2007)Kategorie I, Überschreitungsfaktor 1
Hautresorption (2007)H
Sensibilisierende Wirkung-
Krebserzeugende Wirkung (2007)Kategorie 4
Fruchtschädigende Wirkung (2007)Gruppe C
Keimzellmutagene Wirkung-
BAT-Wert-

Mono – n – butylzinnverbindungen: CH3(CH2)SnR

Mono – n – butylzinnverbindungen: CH3(CH2)SnR
VerbindungCAS Nr.R= Molmasse [g/mol] SynonymeWasserlöslichkeit [mg/l] *log Kow *
Mono-n-butylzinntrichlorid (MBTC)1118–46–3Cl3282,,,2Butylstanniumtrichlorid; Trichlorbutylzinn7,31 x104 (ber.)0,18 (ber.)
Mono-n-butylzinntris(2-ethylhexylmercaptoacetat) [MBT(2-EHMA)]26864–37–9(SCH2COOCH2CH(C2H)C4H9)3785,6Butylzinntris(2-ethylhexylthioglycolat); Mono-n-butylzinntris(2-ethylhexylthioacetat)0,0612,45
Mono-n-utyltzinntris(isooctyl-mercaptoacetat) [MBT(IOMA)]25852–70–4(SCH2COO(CH2)5CH(CH3)2)3785,6Butyltris(isooctyloxycarbonylmethylthio) stannat; Butylzinntris(isooctylthioglycolat)k. A.k. A.
Di-n-buttylzinnverbindungen: (CH3(CH2)3)2SnR
Di-n-butylzinndichlorid (DBTC)683–18–1CL2303,8Di-n-butylzinn(IV)dichlorid; Dibutyldichlorstannat921,56
Di-n-butylzinndifluorid (DBTF)563–25–7F2270,9Di-n-butylzinn(IV)difluorid; Dibutyldifluorstannat1,5x 103 (ber.)1,25
Di-n-butylzinndiacetat (DBTA)1067–33–0(OOCCHH3)2350,8Bis(acetyloxy)dibutylzinn60,81 (ber.)
Di-n-butylzinndilaurat (DBTL)77–58–7(OOC(CH2)10CH3)2631,6Bis(dodecanoyloxy)di-n-butylstannat; Bis(lauroyloxy)di(n-butyl)stannat; Dibutylbis[(1-oxo dodecyl)oxy]stannat; Dibutylstanniumdilaurat33,12
Di-n-butylzinnmaleat (DBTM)78–04–6OOCCHCHCOO347,02,2'-Dibutyl-1,3,2-dioxastannepi-4,7-dion; Di-n-butyl(maleat)zinn; Di-n-butyl-1,3,2-dioxastannepin-4,7-dion; Dibutyl(maleoyldioxy)zinn Dibutylstannylenmaleat17,4 (ber.)3,02 (ber.)
Di-n-butylzinnoxid (DBTO)818–08–6O248,9Di-n-butyloxostannat; Dibutyloxostannat; Dibutylstanniumoxid0,67 (ber.)5,33 (ber.)
Di-n-butylzinnbis(2-ethylhexylmercaptoacetat) [DBT(2-EHMA)]10584–98–2(SCH2COOCH2CH(C2H5)C4H9)2639,6Di-n-butylzinndi-2-ethylhexylthioglycolat; Di-n-butylzinn-bis(thioglykolsäure-2-ethylhexylester); Dibutylzinnbis(2-ethylhexylthioglykolat); Dibutylzinn-S,S'-bis(2-ethylhexylthioglycolat)1,54x 10−8 (ber.)11,43 (ber.)
Di-n-butylzinn-S,S'-bis(isooctylthioglycolat) [DBT(IOMA)]25168–24–5(SCH2COO(CH2)5CH(CH3)2)2639,6Di-n-butyl-S,S'-bis(isooctylmercaptoacetat)zinn; Dibutylzinbis(isooctylthioglycolat);3,33x 10−7 (ber.)11,4 (ber.)

Tri-n-butylzinnverbindungen: (CH3(CH2)3)3SnR

Tri-n-butylzinnverbindungen: (CH3(CH2)3)3SnR
VerbindungCAS Nr.R=Molmasse [g/mol]SynonymeWasserlöslichkeit [mg/l] *log Kow *
  1. a

    * Werte aus SRC 2007

Tri-n-butylzinnchlorid (TBTC)1461–22–9Cl325,5Chlortributylzinn; Tributylchlorstannat; Tributylchlorzinn; Tributylstanniumchlorid174,76 (ber.)
Tri-n-butylzinnfluorid (TBTF)1983–10–4F309,1Tributylfluorstannat64,39 (ber.)
Tri-n-butylzinnacetat (TBTA)56–36–0OOCCH3349,1 653,24
Tri-n-butylzinnoxid (TBTO)56–35–9DSn((CH2)3CH3)3596,1Bis(tributylzinn)oxid; Hexa-n-butyldistannoxan19,54,05 (ber.)
Tri-n-butylzinnbenzoat (TBTB)4342–36–3OOCC6H5411,2Tributylzinnbenzoat; Benzoyloxy-tributylstannat0,26 (ber.)4,05 (ber.)
Tri-n-butylzinnlineolat (TBTL)24124–25–2OOC(CH2)6(CH2CHCH)2 (CH2)4CH2569,5Tributyl-(1-oxo-9,12-octadecadienyl)- oxystannat1,98x10−7 . (ber.)10,67 (ber.)
Tri-n-butylzinnmethacrylat (TBTM)2155–70–6OOCC(CH3)CH2375,1Tributylzinnmethacrylat; Tributyl-(2-methyl-1 -oxo-2-propyl)oxystannat1,27 (ber.)4,14 (ber.)
Tri-n-butylzinnnaphthenat (TBTN)85409–17–2k.A.ca. 500 k. A.k. A.
Tetra-n-butylzinn      
Tetra-n-butylzinn (TTBT)1461–25–2(CH3(CH2)3)4Sn347,2Tetrabutylstannan6,4x10−5 (ber.)9,37 (ber.)

1 Allgemeiner Wirkungscharakter

  1. Top of page
  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
  5. Erfahrungen beim Menschen
  6. Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen
  7. Bewertung
  8. Literatur

Die n-Butylzinnverbindungen werden als kanzerogen angesehen. DBTA verursacht bei männlichen Mäusen eine erhöhte Inzidenz von hepatozellulären Adenomen und Karzinomen. TBTO ruft bei männlichen und weiblichen Ratten signifikant erhöhte Inzidenzen von benignen Tumoren der Hypophyse, Phäochromozytomen der Nebenniere und Adenomen der Nebenschilddrüse hervor. n-Butylzinnverbindungen sind nicht genotoxisch.

An der Haut und am Auge sind n-Butylzinnverbindungen reizend bis ätzend. n-Butylzinnverbindungen werden inhalativ, oral, sowie dermal aufgenommen und vor allem in Niere und Leber, aber auch in Milz, Thymus und Gehirn nachgewiesen. n-Butylzinnverbindungen können die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta passieren. Im sauren Milieu des Magens lösen sich bei den n-Butylzinnverbindungen die Zinn-Sauerstoff- bzw. Zinn-Schwefel-Bindungen und es entstehen die entsprechenden n-Butylzinnchloride. In der Leber findet die Hydroxylierung und Dealkylierung zum Mono-n-butylzinn sowie dessen Hydrolyse zum Kohlenwasserstoff-Rest und zum Hydroxyzinn statt.

Als Vergiftungssymptome nach wiederholter inhalativer MBTC- oder TBTO-Aufnahme werden bei Ratten Apathie, Nasenausfluss, Atemgeräusche, Dyspnoe, raues Fell und Abmagerung beobachtet. Es kommt zu entzündlichen Reaktionen im gesamten Atemtrakt. Bei TBTO treten Veränderungen der lymphatischen Organe, wie Thymusrückbildung und Lymphozytenmangel in den Thymus-abhängigen Bereichen von Milz und Lymphknoten auf. Nach wiederholter oraler Aufnahme sind die Zielorgane der n-Butylzinnverbindungen vor allem die Organe des lymphatischen Systems, Leber, Niere und Gehirn. Die Empfindlichkeit gegenüber den immuntoxischen Wirkungen nimmt mit zunehmendem Alter ab. Am empfindlichsten reagieren Jungtiere vor der Entwöhnung.

Für die sensibilisierende Wirkung von MBT- und DBT(2-EHMA) bei Meerschweinchen scheint nicht das n-Butylzinnkation, sondern der Ligand 2-EHMA verantwortlich zu sein. MBT(IOMA) und TBTO sind im Maximierungstest nicht sensibilisierend. Zu den n-Butylzinnverbindungen gibt es zahlreiche Untersuchungen zur prä- und postnatalen Entwicklungstoxizität. Mono-n-butylzinnverbindungen und Tetra-n-butylzinn zeigen die geringste Wirksamkeit. Di-n-butylzinnverbindungen sind bei Ratten als teratogen. Tri-n-butylzinnverbindungen wirken bei Ratten embryotoxisch, führen jedoch erst bei maternaltoxischen Dosierungen zu Gaumenspalten. Bei Ratten erweist sich die postnatale Entwicklungstoxizität nach Verabreichung von Tri-n-butylzinnverbindungen als empfindlichster Endpunkt.

2 Wirkungsmechanismus

  1. Top of page
  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
  5. Erfahrungen beim Menschen
  6. Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen
  7. Bewertung
  8. Literatur
Allgemeine biochemische Wirkungen

Die toxischen Wirkungen der Organozinnverbindungen werden durch die Wechselwirkungen der lipophilen Alkylgruppen und durch die Reaktivität des Alkylzinnkations bestimmt. Mit steigender Größe und Zahl der Alkylgruppen nimmt die Aufnahme aus dem Gastrointestinaltrakt sowie die Penetration in Zellen und Organellen zu.

Die Abhängigkeit der Toxizität von der Größe des Alkylrestes ist komplex. Für Trialkylzinnverbindungen wurde aus Untersuchungen in vitro an menschlichen HL-60-Zellkulturen abgeleitet, dass die Toxizität mit wachsender Kettenlänge vom Methylbis zum Butylrest zunimmt, mit weiter wachsender Kettenlänge aber wieder geringer wird (Ade et al. 1996). Berechnungen der elektronischen Eigenschaften zeigten, dass bei Trimethylzinn die größte Reaktivität des zentralen Zinnkations erwartet wird, während diese bei zunehmender Größe der hydrophoben Reste kleiner wird. Das Maximum der Toxizität scheint bei den Butylzinnverbindungen zu liegen. Diese Befunde führten zu der Hypothese, dass der lipophile Charakter der Alkylgruppen die Wechselwirkungen mit Membranen und auch die Aufnahme durch die Membranen bestimmt, dass aber die Reaktivität des zentralen Zinnkations für die spezifischen intrazellulären Reaktionen verantwortlich ist (Schüürmann und Markert 1998). Diese Hypothese wird auch durch die Ergebnisse aus Untersuchungen mit synthetischen Lipidmembranen gestützt: Alkylzinnchloride verursachten eine elektrische Depolarisation der Membranen, die mit der Lipophilie der Alkylgruppen korreliert war. Die Membran-depolarisierende Wirkung war bei Trimethylzinn deutlich schwächer als bei Triethyl-, Tripropyl-und Tributylzinnchlorid (Zielinska et al. 2000).

Aus der zinnorganischen Chemie ist bekannt, dass das elektronisch positivierte Zinn der Alkylzinnhalogenide einerseits mit Stickstoff- und Sauerstoffatomen von Donormolekülen Addukte bilden, andererseits mit Schwefel in Thiolen kovalente Bindungen eingehen kann (Aylett 1979; Haiduc und Zuckerman 1985). Reaktionen von Tributylzinnchlorid mit Sulfhydrylgruppen von Proteinen wurden am Beispiel des Hämoglobins nachgewiesen (Santroni et al. 1997; Taketa et al. 1980). Da der Kohlenstoff in der Zinn-Kohlenstoff-Bindung negativ polarisiert ist, ist die Abspaltung von elektrophilen Alkylresten unwahrscheinlich. Damit ist keine direkte Alkylierung von Proteinen oder DNA-Basen zu erwarten.

Spezifische biochemische Wirkungen

Die spezifischen biochemischen Wirkungen der Butylzinnverbindungen können in Ca2+-abhängige und Ca2+-unabhängige Effekte unterteilt werden, die jedoch eng miteinander verknüpft sind.

Störung der Ca2+-Homöostase

Die Ca2+-abhängigen Effekte der Organozinnverbindungen beruhen auf einer Erhöhung der intrazellulären freien Ca2+-Konzentration in verschiedenen Zellen einschließlich der T-Zellen (Chikahisa und Oyama 1992; Kawanishi et al. 2001; Nakatsu et al. 2006; Oyama et al. 1994; Stridh et al. 1999a). Bei Thymozyten erzeugte Tri-n-butylzinn eine Ca2+-Mobilisierung sowohl durch Erhöhung der Ca2+-Permeabilität der Membranen intrazellulärer Organellen als auch durch eine Hemmung der Ca2+-ATPase der Plasmamembranen (Oyama et al. 1994). Über die Störung der Ca2+-Homöostase induzierte Tri-n-butylzinn die Apoptose unter anderem in Thymozyten (Aw et al. 1990; Raffray und Cohen 1993), Milzzellen (Gennari et al. 1997) und PC12-Zellen (Nakatsu et al. 2007). Es wurde gezeigt, dass ein durch Tri-n-butylzinn hervorgerufener intrazellulärer Ca2+-Anstieg die Caspase-3 aktivierte (Nakatsu et al. 2006, 2007), die als zentrales Enzym am Apoptoseprozess beteiligt ist. Bei isolierten Lebermitochondrien führte Tri-n-butylzinn in Gegenwart einer erhöhten Ca2+-Konzentration zur Freisetzung von Cytochrom c (Gogvadze et al. 2002). Das ins Zytoplasma abgegebene Cytochrom c kann wiederum über eine Signalkaskade die Apoptose auslösen (Gennari et al. 2002b). In menschlichen NK-Zellen übte Tri-n-butylzinn dagegen keinen Einfluss auf die Apoptose aus, wie Untersuchungen zu den pro-apoptotischen Proteinen Bax und p53 sowie zu dem anti-apoptotischen Protein Bcl-2 zeigten (Aluoch et al. 2007).

Verschiedene Signalübertragungswege wurden aufgrund der durch Tri-n-butylzinn hervorgerufenen Mobilisierung von intrazellulärem, freiem Calcium und der daraus resultierenden Phosphorylierung von Mitogen-aktivierten Proteinkinasen beeinflusst: die MAP-Kinase JNK in PC12-Zellen (Nakatsu et al. 2007), die MAP-Kinasen p38, JNK und ERK in menschlichen T-Zellen (Yu et al. 2000) sowie die Proteinkinasen p38 und p44/42 in menschlichen NK-Zellen (Aluoch und Whalen 2005).

Der durch Tri-n-butylzinn induzierte Verlust der Fähigkeit der NK-Zellen zur Bindung an Tumorzellen wurde durch einen Verlust der Oberflächen-Antigene CD16 und CD56 (Whalen et al. 2002a) sowie durch die Verringerung der Expression der zytotoxisch wirksamen Proteine Granzyme B und Perforin (Thomas et al. 2004) hervorgerufen. Die Hemmung der Zytotoxizität der NK-Zellen durch Tri-n-butylzinn konnte durch Inkubation mit Interleukin IL2 und IL12 um mehr als 50% rückgängig gemacht werden, was zeigt, dass die Tri-n-butylzinn-Wirkung über eine Störung der Signaltransduktion verläuft (Whalen et al. 2002b).

Weitere Ca2+-abhängige Wirkungen waren die durch Tri-n-butylzinn induzierte Depolymerisation und Desintegration zytoskeletaler und nukleärer Proteine, wie F-Aktin (Chow und Orrenius 1994; Galli et al. 1993) und Tubulin (Jensen et al. 1989, 1991a, b; Tan et al. 1978), sowie die Hemmung der fMLP-induzierten Aktin-Polymerisation und die dadurch bedingte Depolymerisation von Aktin (Galli et al. 1993). Diese Mechanismen erklären teilweise die durch die n-Butylzinnverbindungen hervorgerufenen zytotoxischen Effekte vor allem in Thymus und Milz (siehe auch Abschnitt „Immuntoxizität”).

Auch der durch Di- und Tri-n-butylzinn verursachte Verlust von anfärbbaren Spindeln in V79-Hamsterfibroblasten (Jensen et al. 1991a) sowie die in humanen Lymphozyten erzeugten Chromosomenkontraktionen (Jensen et al. 1989) und Hyperdiploidien (Jensen et al. 1991b) lassen sich auf Ca2+-abhängige Reaktionen zurückführen.

Wechselwirkung mit Proteinen und Membranen

Ca2+-unabhängig ist die bei allen Organozinnverbindungen ausgeprägte Enzymhemmung aufgrund ihrer Wechselwirkung mit Proteinen, indem sie Konformationsänderungen herbeiführen oder mit Aminosäuren koordinative und kovalente Bindungen eingehen. Organozinnverbindungen hemmen allgemein die oxidative Phosphorylierung (Aldridge und Cremer 1955) und die ATP-Synthese (Aldridge et al. 1977), wodurch es zu Mitochondriendegenerationen kommen kann (Yoshizuka et al. 1992). Vor allem stören die Trialkylzinnverbindungen die mitochondriale Funktion durch Akkumulation in der inneren Mitochondrienmembran und durch Bildung stabiler Präzipitate (Cima et al. 2003) sowie durch Störung des Cl/OH-Austausches an den Membranen, in deren Folge strukturelle Schäden auftreten (WHO 1980; Wulf und Byington 1975). Die Öffnung der mitochondrialen Permeabilitäts-Pore führt zu einer raschen mitochondrialen Schwellung (Cima et al. 2003), die bis zum Platzen der Mitochondrien führen kann, wie die in den zytoplasmatischen Vakuolen der Hepatozyten nachgewiesenen Mitochondrien- und Membranfragmente zeigen, die bei Ratten nach TBTO-Verabreichung aufgetreten sind (Yoshizuka et al. 1992).

Zudem hemmen Organozinnverbindungen mehrere Reaktionen des Fremdstoffmetabolismus (Rosenberg et al. 1984). Durch eine Reaktion des Alkylzinnkations mit Thiolgruppen wird die Hemmung wichtiger Enzyme, wie der Aromatase (Saitoh et al. 2001), der Na+/K+-ATPase (Rao et al. 1987) und der Glutathion-S-Transferase (Al-Ghais und Ali 1999), verursacht.

Apoptose

Die durch n-Butylzinnverbindungen über die Störung der Ca2+-Homöostase verursachte Apoptose in vitro und in vivo (vgl. auch „Störung der Ca2+-Homöostase”) wird als grundlegender Mechanismus für die Immuntoxizität der Organozinnverbindungen diskutiert. Caspasen, Enzyme, die den Regelkreis der Apoptose steuern, können durch Organozinnverbindungen sowohl aktiviert (in niedrigen Konzentrationen) als auch inhibiert (in höheren Konzentrationen) werden. Ersteres führt zu Apoptose, letzteres induziert Nekrosen (Stridh et al. 1999b).

Immuntoxizität

Die nach oraler DBTC-Gabe bei Ratten erzeugte Immuntoxizität in Form einer Atrophie von Thymus, Milz und Lymphknoten, einer Verringerung der Lymphozytenzahl (Seinen et al. 1977a) oder einer Verzögerung der Transplantat-Abstoßungsreaktion sowie einer unterdrückten humoralen Immunantwort gegen Schaferythrozyten (Seinen et al. 1977b) sind nicht Folge einer Akkumulation der organischen Zinnverbindungen (Penninks und Seinen 1984). Die Thymusrückbildung beruht, abgesehen von der Induktion der Apoptose und der Beeinträchtigung des Spindelapparates, wahrscheinlich auch auf einer selektiven Proliferationshemmung unreifer CD4-CD8+-Thymoblasten, gefolgt von einer Verminderung der kleinen kortikalen CD4+CD8+-Lymphozyten (Gennari et al. 2002a). Dies wurde durch Beobachtungen an unreifen Rattenthymozyten sowie bei Ratten nach DBTC-Gabe mit dem Futter bestätigt, bei denen ebenfalls eine Proliferationshemmung, aber keine Beeinträchtigung der Differenzierung der Thymozyten nachgewiesen wurden (Pieters et al. 1994). Bei Rattenthymozyten wurden eine Hemmung der DNA- und eine Stimulierung der RNA-Synthese durch DBTC und TBTC in vitro nachgewiesen (Gennari et al. 2002b).

Kanzerogenität

Für den Verlauf einer durch n-Butylzinnverbindungen hervorgerufenen Kanzerogenese sind die oben aufgeführten Wirkungen zur Störung der Ca2+-Homöostase bedeutsam, vor allem der durch Tri-n-butylzinn bei NK-Zellen bewirkte Verlust der Bindungsfähigkeit an Tumorzellen und der Verlust der zytotoxischen Funktion (Aluoch und Whalen 2005; Whalen et al. 2002a, 2002b).

Auch Störungen der hormonellen Rückkopplungssysteme sind als Mechanismus der Tumorentstehung in endokrinen Organen zu diskutieren. Bereits nach sechswöchiger TBTO-Applikation kam es bei männlichen Ratten zu veränderten Hormonausschüttungen aus Pankreas (Insulin), Hypophyse (luteinisierendes Hormon, Thyroid-stimulierendes Hormon) und Schilddrüse (Thyroxin) (Krajnc et al. 1984). Von den chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks ist bekannt, dass dort Hormone bei der Entstehung von Hyperplasien und Neoplasien eine indirekte Rolle spielen. Wurde bei Ratten mit hoher Spontaninzidenz der Nebennierentumoren eine Teilresektion der Hypophyse durchgeführt, konnte die Entstehung der Tumoren verhindert werden (Tischler et al. 1989). Beeinträchtigungen der Ca2+-Homöostase können Proliferationen der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks auslösen. Begleitet werden diese Proliferationen von einer vermehrten Noradrenalinbildung (Tischler et al. 1989). Botenstoffe, die die Freisetzung der Katecholamine regulieren, vermögen wiederum die Proliferation der chromaffinen Zellen des Nebennierenmarks zu stimulieren (Tischler et al. 1997).

Durch die bei Ratten und Meerschweinchen nach langfristiger TBTO-Gabe aufgetretene Nephrose (ACGIH 2001; Wester et al. 1990) kann es zu einer Hypocalcämie kommen, die infolge der negativen Rückkopplung zu einer verstärkten Produktion von Parathormon führt. Eine Steigerung der Parathormonbildung geht mit einer Proliferation der Nebenschilddrüsenzellen einher.

Damit kann davon ausgegangen werden, dass die hormonellen Beeinträchtigungen und die Störungen der Ca2+-Homöostase für die Entstehung der bei Wistar-Ratten nach chronischer TBTO-Gabe nachgewiesenen Tumoren in Nebennierenmark und Nebenschilddrüse, aber auch in der Hypophyse, verantwortlich sind.

3 Toxikokinetik und Metabolismus

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  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
  5. Erfahrungen beim Menschen
  6. Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen
  7. Bewertung
  8. Literatur

3.1 Aufnahme, Verteilung, Ausscheidung

Auf der Basis von Arbeitsplatz- und Personen-bezogenen Messungen wurde bei Werftarbeitern (k. w. A. zur Fallzahl und zur Expositionskonzentration), die mit Tri-n-butylzinn-haltigen Antifoulingfarben arbeiteten, eine tägliche dermale und inhalative Aufnahme von 0,83 µg TBTO/kg KG (0,75-Quantil) abgeschätzt (BUA 2003).

Nach oraler oder intravenöser Verabreichung von DBTC (6 mg/kg KG) fanden sich bei Ratten erhöhte Zinnkonzentrationen in Niere und Leber (ca. 9 µg/g Feuchtgewicht). Geringere Konzentrationen (ca. 3 µg/g Feuchtgewicht) wurden in Pankreas und Milz bestimmt. Keine Akkumulation von Zinn fand sich im Thymus. Acht Tage nach der Einzeldosis sank die Organkonzentration von Zinn in den Geweben unter 1 µg/g Feuchtgewicht (Summer et al. 2003).

Nach einwöchiger Verabreichung von 100 mg DBTC/kg Futter wurden bei trächtigen Ratten folgende, auf das Feuchtgewicht bezogene Organkonzentrationen gemessen: Nieren 4,5; Leber 3,2; Milz 1,0; Thymus 0,9 und Gehirn 0,5 µg/g Gewebe (Summer et al. 2003). Bei Ratten wurde nach oraler DBTC-Verabreichung vom 7. bis zum 17. Trächtigkeitstag Di-n-butylzinn auf den Embryo bzw. den Fetus übertragen. Wurde Ratten DBTA am 8. Trächtigkeitstag verabreicht, konnten Di-n-butylzinn und Mono-n-butylzinn im Embryo nachgewiesen werden (WHO 2005). Tri-n-butylzinnverbindungen werden bei inhalativer Aufnahme gut (Beliles 1994), bei oraler und dermaler Aufnahme hingegen unvollständig resorbiert (WHO 1999). Nach oraler Aufnahme verschiedener Tri-n-butylzinnverbindungen wird aus dem Verdauungstrakt nach Dissoziation vermutlich immer TBTC aufgenommen. Die Aufnahme von TBTO erfolgte bei der Ratte zu 20–50% über den Magen-Darmtrakt, zu 1–10% über die Haut und auch über die Lunge (k. w. A. zur Resorption). TBTO kann die Blut-Hirnschranke passieren und über die Plazenta in den Fetus übertreten. Nach einer schnellen Verteilung vor allem in Leber und Nieren waren innerhalb von drei Stunden Metaboliten im Blut nachweisbar. Die Eliminationshalbwertszeit für TBTO-Metaboliten bei der Maus betrug 29 Tage, bei der Ratte wurde eine biphasische Elimination beobachtet mit Halbwertszeiten von ca. zwölf Stunden und drei Tagen. Bei der Ratte wurde nach 14-tägiger oraler TBTO-Verabreichung ein Gleichgewicht der Gewebekonzentrationen nach drei bis vier Wochen erreicht (WHO 1999; BUA 2003). Nach vierwöchiger oraler TBTO-Verabreichung fanden sich bei Ratten in Leber und Nieren fünf- bis zehnmal höhere Zinnkonzentrationen als in Gehirn und Fettgewebe (Krajnc et al. 1984). Mäuse schieden nach fünf bis 30 Tage langer [14C]TBTO-Gabe mit dem Trinkwasser die Radioaktivität hauptsächlich mit den Faeces aus. In Niere, Leber, Milz und Fettgewebe wurden die höchsten Radioaktivitäten gemessen (Evans et al. 1979).

Es liegen zwei Studien zur dermalen Penetration in vitro vor, in denen auch Angaben zur Resorption nach einer Stunde (angenommenes Standard-Expositionsszenario) zu finden sind. Bei 24-stündiger okklusiver Applikation von 0,5 mg DBTC/cm2 auf die menschliche Haut in vitro betrug die Penetrationsrate in der ersten Stunde 0,463 µg Zinn/cm2 und Stunde (TSA 2003 a), bei nicht okklusiver Applikation dagegen nur 0,029 µg Zinn/cm2 und Stunde. Mit 113 mg DBT(2-EHMA)/cm2 wurden in der ersten Stunde bei okklusiver und nicht okklusiver Applikation Fluxe von 0,029 bzw. 0,027 µg Zinn/cm2 und Stunde (TSA 2003 b) gemessen. Die verwendeten Mengen schädigten nicht die Haut (TSA 2003 a, b). Für 0,3 mg TBTO/cm2 war der durchschnittliche Flux über acht Stunden 0,28 µg Zinn/cm2 und Stunde, der für 9,62 mg TBTM/cm2 0,01 µg Zinn/cm2 und Stunde (RPA 2005). Mit Rattenhaut wurden, bei gleichen Applikationsmengen wie oben, höhere Penetrationsraten nach einstündiger Applikation gemessen: für DBTC 2,78 und 2,39 µg Zinn/cm2 und Stunde (TSA 2003 a) und für DBT(2-EHMA) 0,196 und 0,109 µg Zinn/cm2 und Stunde (TSA 2003 b), jeweils bei okklusiver bzw. nicht okklusiver Applikation. Die Gründe für die zum Teil sehr unterschiedlichen Fluxe der verschiedenen Verbindungen in vitro sind unklar. Die über acht Stunden gemittelten Penetrationsraten in den Studien von TSA (2003 a, b) sind etwas geringer als die nach einstündiger Applikation. In den Studien von TSA (2003 a, b) ist die prozentuale Wiederfindung mit 50 bis 80% relativ gering. Eine mögliche Adsorption von n-Butylzinn an die verwendete Glasapparatur wurde diskutiert. Daher könnten die gemessen Penetrationsraten auch höher sein. Bei den Studien, die in RPA 2005 beschrieben sind, fehlen die Angaben, ob okklusiv getestet wurde, welches Lösungsmittel verwendet wurde und wie hoch die Wiederfindung war. Dies schränkt die Vergleichbarkeit der Studienergebnisse ein.

Zwei Affen wurden sieben Stunden lang 0,5 ml TBTO auf eine Hautfläche von 25 cm2 appliziert. Bei einer Dichte des Stoffes von 1,17 g/cm3 ergibt dies eine applizierte Menge von 0,585 g oder 23,4 mg/cm2. Mit den Faeces wurden innerhalb von 16 Tagen 8,39±3,06% und mit dem Urin innerhalb von 13 Tagen 1,37±0,11% der verabreichten Dosis ausgeschieden, 17,5±2,2% verblieben im Stratum corneum. Unter der Annahme, dass die im Stratum corneum enthaltene TBTO-Menge nachfolgend auch resorbiert wird, errechnet sich eine mittlere prozentuale Aufnahme von TBTO von ca. 27% und daraus eine ungefähre dermale Penetrationsrate von 0,9 mg TBTO cm2 und Stunde bzw. 0,36 mg Zinn/cm2 und Stunde (Hümpel et al. 1987). Eine reizende Wirkung auf die Haut, die die Aufnahme erhöht haben könnte, wurde in diesem Versuch nicht beschrieben, ist jedoch wahrscheinlich, da TBTO nach zwei- bis dreistündiger Applikation auf den Handrücken hochgradig reizend ist (vgl. Abschnitt 4.3).

Bei je vier männlichen und weiblichen Beagle-Hunden, die 12 Monate lang täglich mit der Schlundsonde 0; 0,2; 1,0 oder 5,0 mg TBTO/kg KG und Tag erhalten hatten, ergab die Bestimmung der Zinnkonzentration im Urin zu verschiedenen Zeitpunkten, dass die renale Ausscheidung ca. 10; 5 bzw. 2,5% der verabreichten Dosis betrug. In der fünften Woche nach Behandlungsbeginn hatte sich ein Gleichgewicht von Aufnahme und Ausscheidung eingestellt (Schering AG 1992).

Aus Versuchen an Ratten mit wiederholter oraler TBTO-Gabe wurde berechnet, dass das Fließgleichgewicht nach etwa vier Wochen erreicht ist (Hümpel et al. 1987).

Bei Ratten wurde TTBT hauptsächlich im Dünndarm resorbiert. Nur ein geringer Anteil (0,10–0,16%) wurde zum Tri-n-butylzinnkation dealkyliert, das mit dem Urin oder den Faeces ausgeschieden werden kann. Das TTBT wurde in die Gallenflüssigkeit abgegeben und dann im Dünndarm metabolisiert oder wieder resorbiert (Parametrix Inc 2006 j).

3.2 Metabolismus

Nach intraperitonealer DBTC-Verabreichung wurden bei männlichen Ratten Butyl(3-hydroxybutyl) zinndichlorid, Butyl(4-hydroxybutyl)zinndichlorid und MBTC als säurefeste Abbauprodukte nachgewiesen. In der Niere fand sich hauptsächlich Butyl(3-hydroxybutyl) zinndichlorid und im Urin Butyl(4-hydroxybutyl)zinndichlorid. DBTC und alle drei Metaboliten wurden im Gehirn nachgewiesen (Ishizaka et al. 1989). Bei männlichen Ratten, denen oral TBTC verabreicht worden war, fanden sich nach sechs und 24 Stunden in Leber, Niere, Milz, Gehirn sowie in Blut und Urin DBTC, MBTC und unverändertes TBTC. Der Metabolit Butyl(3-hydroxybutyl)zinndichlorid wurde in Leber, Niere, Milz und Urin und Butyl(3-carboxypropyl)zinndichlorid als Hauptmetabolit in der Leber nachgewiesen. Geringe Mengen Butyl(3-oxobutyl)zinndichlorid und Butyl(4-hydroxybutyl)zinndichlorid wurden im Urin gefunden. Tri-n-butylzinnreste konnten in keinem Organ ermittelt werden. In einer weiteren Untersuchung wurden den Ratten intraperitoneal die Metaboliten Butyl(3-carboxypropyl)zinndichlorid, Butyl(3-oxobutyl)zinndichlorid oder Butyl(4-hydroxybutyl)zinndichlorid appliziert. Nach einem Tag trat bei allen Behandlungen der Hauptmetabolit Butyl(3-carboxypropyl) zinndichlorid auf. Das zeigt, dass TBTC hauptsächlich dealkyliert, aber auch oxidiert wird (Matsuda et al. 1993). Bei Mäusen wurden in der Leber nach oraler TBTC-Gabe als Hauptmetaboliten DBTC (40%) und Di-n-butyl(3-carboxylpropyl) zinnchlorid (12–26%) bestimmt. Die anderen Metaboliten und unverändertes TBTC machten weniger als 12% der gesamten n-Butylzinnmenge aus. Die Bildung der TBTC-Metaboliten konnte durch die Hemmung von Cytochrom-P450 mit SKF-525A stark verringert werden. Nach Verabreichung von DBTC wurden in der Leber mehr als 95% der Dosis als DBTC nachgewiesen. Eine Vorbehandlung mit SKF−525A hatte keinen Einfluss auf den DBTC-Stoffwechsel. Diese Ergebnisse zeigen, dass in der Mausleber die Cytochrom-P450-Enzyme bei der Metabolisierung von TBTC zu DBTC und MBTC eine wesentlich größere Rolle spielen als beim Stoffwechsel von DBTC zu MBTC (Ueno et al. 1997).

Nach oraler TBTF-Gabe wurden bei Ratten Tri-n-butylzinn in der Leber, die Metaboliten Mono-n-butylzinn und anorganisches Zinn im Gehirn nachgewiesen (Iwai et al. 1981). Durch eine isolierte Rattenleber-Monooxygenase-Fraktion wurde TBTA in vitro zunächst zu α-, β-, γ- und δ-Hydroxy-tri-n-butylzinn hydroxyliert (Fish et al. 1975; Kimmel et al. 1977). Aus α-Hydroxy-tri-n-butylzinn wurden 1-Butanol und Din-butylzinn, aus β-Hydroxy-tri-n-butylzinn wurden Buten und Di-n-butylzinn, aus γ-Hydroxy-tri-n-butylzinn wurde γ-Keto-tri-n-butylzinn gebildet. Die Di-n-butylzinnverbindungen wurden weiter hydroxyliert und zu Mono-n-butylzinn gespalten. Aus mechanistischen Gründen wird angenommen, dass die Alkylzinnbindung zum Kohlenwasserstoffrest und zum Hydroxyzinn hydrolysiert wird (Kimmel et al. 1977).

Bei den organischen Zinnverbindungen lösen sich im sauren Milieu des Magens bei Liganden, die über Sauerstoffatome an das Zinnion koordiniert sind, die Zinn-Sauerstoff-Bindungen und es entstehen die entsprechenden Alkylzinnchloride sowie ihre freien Liganden. Bei einer simulierten DBTL-Hydrolyse in 0,07 M HCl, bei pH <2 und 37 °C, betrug die abgeschätzte Halbwertszeit für die DBTC-Bildung bzw. Lauratabspaltung <0,5 Stunden. Innerhalb von 0,5 Stunden waren mehr als 80% der eingesetzten Substanz hydrolysiert (Parametrix Inc 2006 c). Auch bei der simulierten DBTM-Hydrolyse betrug die abgeschätzte Halbwertszeit für die DBTC-Bildung bzw. Maleatabspaltung ebenfalls weniger als 0,5 Stunden. Innerhalb von 0,5 Stunden war die gesamte Substanz hydrolysiert (Parametrix Inc 2006 d). Die gleichen Untersuchungen mit DBTO ergaben für die DBTC-Bildung eine geschätzte Halbwertszeit von 3,5 Stunden (Parametrix Inc 2006 e). Bei DBT(2-EHMA) zeigte sich eine 100%ige Freisetzung der EHMA-Liganden nach einer Stunde (Parametrix Inc 2006 b).

4 Erfahrungen beim Menschen

  1. Top of page
  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
  5. Erfahrungen beim Menschen
  6. Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen
  7. Bewertung
  8. Literatur

4.1 Einmalige Exposition

In einer Fallstudie traten bei fünf Personen nach Exposition gegen TBTO, das einer Latexfarbe beigemengt und verstrichen worden war (k. w. A.), Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Brennen der Nasenschleimhaut, tränende Augen und keuchende Atmung auf (BUA 2003).

Akute gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen und Reizungen des oberen Respirationstraktes wurden bei Kurzzeitexpositionen gegenüber Organozinnverbindungen oberhalb von 0,2 mg/m3 (als Zinn) beschrieben (ACGIH 2001).

4.2 Wiederholte Exposition

Personen-bezogene Messungen in je sieben PVC-verarbeitenden Betrieben in Kanada und den USA an insgesamt 102 Personen während einer normalen Sieben- bis Acht-Stundenschicht zeigten Organozinnkonzentrationen am Arbeitsplatz von deutlich unter 0,1 mg Zinn/m3. In 100 Fällen wurden Konzentrationen von <0,001 bis 0,034 mg Zinn/m3 gemessen. Nur einmal trat eine Konzentration von 0,102 mg Zinn/m3 bei einem manuellen Mischvorgang auf. Während der Tätigkeit wurde ein Atemschutz getragen (Boralko und Batt 2005).

Bei exponierten Beschäftigten eines amerikanischen Organozinnherstellers zeigten sich anlässlich der jährlichen Vorsorgeuntersuchungen im Vergleich zu Neueingestellten oder Nichtexponierten keine Unterschiede bei den klinisch-chemischen Parametern, der Urinanalyse, der Lungenfunktion, dem EKG und dem Röntgenbild des Thorax. Anzahl der Erythrozyten, Hämatokritwert und Hämoglobingehalt der Exponierten lagen zwar im Normbereich, waren jedoch signifikant niedriger als bei den Vergleichskollektiven. Bei ausschließlicher Betrachtung der 14 Arbeiter an der Tri-n-buylzinnanlage wurden diese Unterschiede nicht beobachtet. Insgesamt wurden 338 Beschäftigte des Betriebes untersucht, von denen 44 direkt in Organozinn-verarbeitenden Bereichen exponiert gewesen waren (Meyer et al. 1987).

4.3 Wirkung auf Haut und Schleimhäute

Haut

Mit Ausnahme von DBTC wurde bei freiwilligen Versuchspersonen die einmalige Applikation verschiedener Di-n-butylzinnverbindungen (DBTA, DBTM, DBTL, DBTO) auf den Handrücken ohne Reizwirkung vertragen (ACGIH 2001; WHO 1980).

Tri-n-buylzinnverbindungen, vor allem TBTA, verursachten innerhalb von acht Stunden Hyperämie, gefolgt von Follikulitis und Pruritus. Die Veränderungen heilten spontan ab (ACGIH 2001). TBTC wirkte reizend auf der Haut von freiwilligen Versuchspersonen (WHO 1980). Nach Kontakt mit TBTO-haltigen Flüssigkeiten waren die Reizerscheinungen reversibel und bei frühzeitiger Reinigung der Haut vermeidbar (BUA 2003). Unverdünntes TBTO erwies sich bei Probanden nach zwei- bis dreistündiger Einwirkung auf den Handrücken als hochgradig reizend (BUA 1988). Bei Arbeitern, die mit 10–11,7%igem TBTO in Kontakt kamen, wurde eine verzögerte Dermatitis beschrieben. Bei Epikutantests trat noch bei 0,1%iger TBTO-Lösung eine Hautreizung auf (BUA 1988).

Eine Untersuchung mit 1 % TBTO in Modellformulierungen für Holzschutzmittel führte bei bis zu achtstündiger offener Applikation nicht zu einer erhöhten Reizung der Haut. Es wird angenommen, dass TBTO in Lösung besser hautverträglich ist als in Dispersion (BUA 1988).

Ein Arbeiter entwickelte zehn Stunden nach Hautkontakt mit einer TBTO-haltigen Flüssigkeit Läsionen (k. w. A.) an den betroffenen Stellen, die sich innerhalb einer Woche während der Behandlung mit Antibiotika und Antihistaminika zurückbildeten. Die Symptome traten innerhalb von vier Stunden erneut auf, nachdem der Arbeiter die gewaschene Wäsche angezogen hatte, die zuvor mit TBTO kontaminiert gewesen war (BUA 2003).

Bei freiwilligen Versuchspersonen verursachte die TTBT-Applikation auf den Handrücken keine Reizungen (WHO 1980).

Auge

Bei Arbeitern wurde nach Kontakt mit TBTO als Aerosol (k. w. A.) von Augenreizungen sowie von Reizerscheinungen des oberen und unteren Atemtraktes berichtet (BUA 1988).

Die Exposition gegen Tri-n-butylzinnverbindungen, vor allem TBTO, kann Schleimhautschädigungen hervorrufen. Es wurde von Reizwirkungen an den Augen und den oberen Respirationstrakt bei 70% der betroffenen Arbeiter nach 32 bis 62 Minuten langer Exposition gegenüber 0,19 und 0,29 mg/m3 TBTO (als Zinn) berichtet (ACGIH 2001).

4.4 Allergene Wirkung

Sensibilisierung der Haut

In Untersuchungen an Arbeitern, die gegen TBTO enthaltende Antifoulingfarben exponiert gewesen waren, ergab der Epikutantest mit TBTO (0,01% in Wasser) keinen Hinweis auf eine hautsensibilisierende Wirkung (Gammeltoft 1978).

Sensibilisierung der Atemwege

Hierzu liegen keine Angaben vor.

5 Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen

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5.1 Akute Toxizität

Die Symptome nach einmaliger inhalativer, oraler oder dermaler Aufnahme der n-Butylzinnverbindungen sind ähnlich und gewöhnlich unspezifisch: Schwäche, reduzierte Aktivität, gesträubtes Fell, Dyspnoe und Zittern. Makroskopische Befunde nach oraler Verabreichung schließen Blutungen und Entzündungen des Gastrointestinaltraktes, Stauungen in den Organen, Verfärbungen von Leber, Milz und Niere sowie Bauchfellentzündungen ein. Nach inhalativer Exposition kommen Blutungen in der Lunge, Lungenemphyseme und -ödeme hinzu. Die dermale Applikation führt entsprechend der Reizwirkung zusätzlich zu lokalen Effekten wie Schorfbildung, Erythemen, tiefen Fissuren und lokalen Nekrosen. Die überlebenden Tiere wiesen keine systemischen Veränderungen auf (Parametrix Inc 2006 a-h).

5.1.1 Inhalative Aufnahme

Als Vier-Stunden-LC50 wurde bei männlichen und weiblichen Ratten für DBTC 59 mg/m3 und für DBTM 317 mg/m3 ermittelt (OECD 2006b). Für DBT(IOMA) wurde eine LC50von 22 mg/m3 (k. A. zur Expositionszeit) angegeben (Parametrix Inc 2006 i). Bei TBTC betrug die Ein-Stunden-LC50 71000 mg/m3 (Parametrix Inc 2006 f). Für TBTO wurde eine Vier-Stunden-LC50 bei männlichen und weiblichen Ratten von 65 mg/m3 bestimmt (Schweinfurth 1985).

5.1.2 Orale Aufnahme

Die akute orale Toxizität der n-Butylverbindungen ist in Tabelle 1 dargestellt.

Table 1. Akute orale Toxizität der n-Butylzinnverbindungen
SubstanzSpeziesLDsoLD50Literatur
  [mg/kg KG][mg Zinn/kg KG] 
Mono-n-butylzinnverbindungen
MBTCRatte357–3200158–1346WHO 2005
 Maus> 1240–4000> 522–1682Parametrix Inc 2006 f
MBT(2-EHMA)Ratte303 −33446–50Parametrix Inc 2006 g
 Maus1520230Parametrix Inc 2006 g
MBT(IOMA)Ratte48573OECD 2006a
Di-n-butylzinnverbindungen
DBTCRatte50–21920–86Parametrix Inc 2006 a
DBTAMaus11037Calley et al. 1967
DBTLRatte2071389Parametrix Inc 2006 c
DBTMRatte510174Parametrix Inc 2006 d
DBTORatte172–48782–232Parametrix Inc 2006 e
DBT(2-EHMA)Ratte396–443973–824Parametrix Inc 2006 b
DBT(IOMA)Ratte485–308890–572Parametrix Inc 2006 i
Tri-n-butylzinnverbindungen
TBTCRatte129–34947–127Parametrix Inc 2006 h
 Maus11743Parametrix Inc 2006 h
TBTFRatte9436Schweinfurth 1985
TBTARatte50–10017–34ACGIH 2001
TBTORatte112–23445–93BUA 2003
 Maus8433BUA 2003
TBTBRatte99–20329–59Schweinfurth 1985
TBTLRatte19040Schweinfurth 1985
TBTNRatte224ca. 58Schweinfurth 1985
Tetra-n-butylzinn
TTBTRatte>2000–6000>684 − 2051Parametrix Inc 2006 j
 Maus>913–6000>312–2051Parametrix Inc 2006 j

Durch MBTC wurden Apathie, Abmagerung, Hyperämie, Emphyseme und Lungenschädigungen (k. w. A.), blutige Schleimhautveränderungen und Blutungen in den Schleimhautdrüsen, beträchtliche Blutungen in Darm und Pankreas sowie Nekrosen in Leber und Niere hervorgerufen (Parametrix Inc 2006 f).

Bei MBT(2-EHMA) zeigten sich bei Mäusen innerhalb von 24 Stunden als Vergiftungssymptome allgemeine Schwäche und Erschöpfung, verminderte Futteraufnahme, verrringerte Reaktion auf Schall- und Lichtstimulationen sowie eine flache Atmung. Makroskopische Untersuchungen ergaben einen vergrößerten Magen und bluthaltigen Mageninhalt, blutige Darmwände und Serosa, Vergrößerung der Leber und Gallenblase und dunkelgefärbte Nieren (Parametrix Inc 2006 g).

Auch nach Di-n-butylzinnverabreichung wurden bei Ratten, Mäusen oder Kaninchen allgemeine Schwäche, Mattigkeit, Hypokinesie, Seitenlage, verminderte Futteraufnahme, struppiges Fell, Dyspnoe und Diarrhö (z. B. bei DBTC; Parametrix Inc 2006 a), Exophthalmie (DBTM; Parametrix Inc 2006 d und DBT(2-EHMA)-, Parametrix Inc 2006 b) sowie Schädigungen von Leber (DBTA, Calley et al. 1967), Gallengängen, Pankreas (DBTC; Barnes und Magee 1958), Magen und Darm (DBTC; Parametrix Inc 2006 a) beschrieben.

Als Vergiftungssymptome traten bei TBTO hauptsächlich Apathie und Abmagerung sowie Reizerscheinungen im Magen-Darm-Trakt auf (BUA 1988, 2003; Schweinfurth 1985). Nach einmalig oral verabreichtem TBTO (30 oder 90 mg/kg KG) war eine dosisabhängige Thymusatrophie bei juvenilen männlichen Wistar-Ratten nur kurz anhaltend. Die Tiere erholten sich innerhalb von zehn Tagen (BUA 2003). Bei TBTA, TBTB und TBTC kam es bei Mäusen zu schwerfälliger Atmung Apathie, Schwindelanfällen, Krämpfen sowie Schädigungen des Verdauungstraktes, der Leber und der Nieren (Pelikan und Cerny 1968 a). Ähnliche Symptome wurden nach TBTA-Applikation auch bei Ratten beobachtet. Die histopathologische Untersuchung ergab Stauungen von Lunge, Leber, Nieren und Gehirn sowie Blutungen in der Lunge und Schädigungen der Darmschleimhaut (Attahiru et al. 1991).

In Studien zur akuten Toxizität wurde nach TTBT-Applikation von gekrümmter Haltung, Lethargie, Ataxie und gesträubtem Fell berichtet (Parametrix Inc 2006 j).

Zur Abschätzung der Wirkungsstärke von TBTC, DBTC und MBTC wurde die Aktivität der Ornithincarbamyltransferase im Serum von Mäusen herangezogen. Das Enzym diente als Marker für eine Leberschädigung. Die geringste Dosierung, bei der es 24 Stunden nach der Verabreichung zu einer signifikanten Aktivitätssteigerung kam, war 180 µmol TBTC/kg KG (58,6 mg/kg KG), 60 µmol DBTC/kg KG (18,2 mg/kg KG) und 7000 µmol MBTC/kg KG (1975 mg/kg KG). Wurden die n-Butylzinnverbindungen mit äquivalenter Dosierung (180 µmol/kg KG) verabreicht, kam es zu einer erhöhten Aktivität der Ornithincarbamyltransferase bei TBTC nach 24 Stunden und bei DBTC nach 12 Stunden; bei MBTC wurde innerhalb von 96 Stunden keine erhöhte Aktivität beobachtet (Ueno et al. 1994).

Bei Mäusen wurde nach oraler Gabe von je 180 µmol/kg KG DBTC oder TBTC (54,7 mg DBTC/kg KG; 58,6 mg TBTC/kg KG) gezeigt, dass die hepatotoxische Wirkung von TBTC durch eine vorangegangene Hemmung des Cytochrom P450 mit SKF−525A 24 Stunden lang verhindert werden konnte. Auf die Wirkung von DBTC hatte die Cytochrom-P450-Blockierung keinen Einfluss (siehe auch 3.2). Das zeigt, dass vor allem der TBTC-Metabolit DBTC die toxische Wirkung verursacht (Ueno et al. 1997). Männliche Wistar-Ratten erhielten einmalige Dosierungen von 10 bis 180 mg MBTC/kg KG, 5 bis 35 mg DBTC/kg KG oder 5 bis 60 mg TBTC/kg KG. Die relativen Gewichte von Thymus und Milz wurden durch MBTC nicht, durch DBTC und TBTC aber signifikant verringert. Die Gewichtsabnahmen waren vier Tage nach der Applikation am deutlichsten. 18 mg DBTC/kg KG oder 29 mg TBTC/kg KG führten zu einer 50%igen Abnahme des relativen Thymusgewichtes. DBTC und TBTC verursachten in der Thymusrinde eine dosisabhängige Abnahme der Lymphozytenzahl und eine erhebliche Verringerung der Cortexbreite. Der größte Anstieg der Lymphoblastenzahl ging mit der maximalen Thymusatrophie einher. Da die TBTC-Wirkungen, verglichen mit denen des DBTC, weniger ausgeprägt und mit einer gewissen Verzögerung auftraten, wurde geschlossen, dass die toxische Wirkung durch das DBTC hervorgerufen wird (Snoeij et al. 1988).

5.1.3 Dermale Aufnahme

Eine Übersicht der Daten zur akuten dermalen Toxizität findet sich in Tabelle 2.

Table 2. Akute dermale Toxizität der n-Butylzinnverbindungen
SubstanzSpeziesLD50LD50Literatur
  [mg/kg KG][mg Zinn/kg KG] 
Mono-n-butylzinnverbindungen
MBT(IOMA)Ratte> 2000> 302Summer et al. 2003
Di-n-butylzinnverbindungen
DBTFRatte> 2000> 876Summer et al. 2003
DBTAMaus108–18037–61Summer et al. 2003
DBTLKaninchen>2000> 376Summer et al. 2003
DBTOKaninchen>2000> 954Parametrix Inc 2006 e
DBT(2-EHMA)Ratte777 – > 1000144- > 185Parametrix Inc 2006 b
DBT(IOMA)Ratte2086–3088387–573OECD 2006b
Tri-n-butylzinnverbindungen
TBTFRatte680261Sheldon 1975
TBTORatte605241BUA 1988
 Kaninchen11700796BUA 1988

Die dermale LD50 der Mono- und Di-n-butylzinnverbindungen liegt bei Ratten und Kaninchen meist über 2000 mg/kg KG (Parametrix Inc 2006 b, e; Summer et al. 2003). Ausnahmen waren die dermale LD50 bei der Maus für DBTA mit 108–180 mg kg/KG (Summer et al. 2003) und bei der Ratte für DBT(2-EHMA), die zwischen 777 und > 1000 mg/kg KG lagen (Parametrix Inc 2006 b).

Die dermale LD50 für TBTO betrug bei Ratten 605 mg/kg KG (BUA 1988) und bei Kaninchen 11700 mg/kg KG (Elsea und Paynter 1958). Als Vergiftungssymptome wurden Abnahme des Körpergewichtes, keuchende Atmung oder Atemnot, Schwäche der Hinterbeine, Diarrhö, Ruhelosigkeit, verminderte Reflexe, Entkräftung und klonische Krämpfe beschrieben (Elsea und Paynter 1958).

5.1.4 Intravenöse, intraperitoneale und intramuskuläre Aufnahme

Nach eimaliger intravenöser Applikation von 1 mg DBTC/kg KG wurde bei Ratten und Mäusen eine deutliche Abnahme des Thymusgewichtes vor allem nach vier Tagen beschrieben. Diese Gewichtsabnahme war innerhalb von neun Tagen reversibel (Penninks und Seinen 1984). Eimalige intravenöse Applikation von 2,5 mg DBTC/kg KG führte bei Ratten zu einer starken Thymusathrophie (Penninks und Seinen 1982). DBTC verursachte bei Mäusen vier Tage nach intravenöser Injektion von 0, 15 oder 20 µmol/kg KG (0, 5 oder 6,8 mg/kg KG) eine Abnahme des Thymusgewichtes und der Thymozytenzahl sowie eine Erweiterung des Gallengangsdurchmessers und einen Anstieg der Aktivität der alkalischen Phosphatase (Hennighausen et al. 1980).

Nach intravenöser TBTO-Gabe lag die LD50 bei der Ratte zwischen 5 und 20 mg/kg KG und bei der Maus bei 6 mg/kg KG (BUA 1988).

Nach intraperitonealer Applikation wurde für TTBT bei Wistar-Ratten eine LD50 von >4000 mg/kg KG angegeben (Parametrix Inc 2006 j).

Zur Untersuchung der Entwicklung des Nervensystems wurden fünf Tage alten Ratten einmalig 0, 2, 3 oder 4 mg TBTO/kg KG intraperitoneal verabreicht. Dies führte zu einer dosis- und zeitabhängigen Verminderung von Proteinen, die im Zusammenhang mit der neuronalen und glialen Entwicklung stehen. Am stärksten betroffen waren das Vorder- und das Kleinhirn, am wenigsten der Hippokampus. Nach Gabe von 2 oder 3 mg TBTO/kg KG wurde von einer vorübergehenden Verminderung des Gehirngewichtes berichtet, bei 4 mg TBTO/kg KG waren Gehirngewicht und Körpergewicht reduziert (BUA 2003).

Bei Wistar-Ratten wurden vier Stunden nach intramuskulärer Gabe von 0,5 ml TBTO/kg KG in den Hepatozyten angeschwollene Mitochondrien sowie Vakuolen, die degenerierte Mitochondrien und Membranen enthielten, beobachtet. Die Feinstruktur intrahepatischer Gallengänge war nicht verändert. In einer polarographischen Untersuchung zeigte sich eine Störung der oxidativen Phosphorylierung. Im Serum waren die Aktivitäten von Aspartat- und Alaninaminotransferase erhöht, aber nicht die der alkalischen Phosphatase und der Leucinaminopeptidase. Der Gesamtbilirubingehalt war unverändert. Vier Tage nach der TBTO-Injektion hatten sich die Hepatozyten wieder regeneriert (Yoshizuka et al. 1992).

5.2 Subakute, subchronische und chronische Toxizität

5.2.1 Inhalative Aufnahme

Die inhalative Aufnahme der n-Butylzinnverbindungen führte zu Reizungen der Schleimhäute des Atemtraktes sowie zu einer verzögerten Körpergewichtsentwicklung. Als Zielorgane erwiesen sich auch die Lunge und die lymphatischen Organe.

Je 35 männliche und weibliche CD-Ratten wurden 28 Tage lang, 6 Stunden pro Tag, 5 Tage pro Woche, gegen ein Dampf-Aerosol-Gemisch von 0, 1, 10 oder 30 mg MBTC/m3 (Partikelgröße 0,98–1,7 (µm) Ganzkörper-exponiert. Je zehn Tiere wurden direkt nach Expositionsende getötet, die anderen nach einer Beobachtungszeit von zwei bis vier Wochen. Bei 30 mg/m3 starben drei männliche Ratten und eine weibliche Ratte noch während der Exposition. Als Vergiftungssymptome traten schleimiger Nasenausfluss, Rasselgeräusche, Tränenfluss, Speichelfluss, stumpfes Fell, abdominale Blähungen (männliche Tiere) und anogenitale Fellverfärbungen auf. Während der Expositionszeit verringerte sich in allen Behandlungsgruppen das Körpergewicht bei allen männlichen Tieren und teilweise auch bei weiblichen Tieren. Hämoglobingehalt (bei männlichen und weiblichen Tieren), Erythrozytenzahl (männliche Tiere) und Hämatokritwert (weibliche Tiere) stiegen dosisabhängig ab 1 mg/m3 an. Die hämatologischen Befunde normalisierten sich innerhalb der Nachbeobachtungszeit. Weitere Untersuchungen zeigten Verfärbungen und amorphes Material in der Lunge, alveoläre Ödeme, peribronchial Ansammlungen lymphoider Zellen, perivaskulär Infiltrationen lymphoider Zellen und eine Akkumulation von Makrophagen in den Alveolen. Histologische Untersuchungen von Thymus, Milz und Lymphknoten fanden nicht statt. Aus dieser Studie ist eine LOAEC von 1 mg MBTC/m3 ersichtlich. Eine NOAEC kann nicht angegeben werden (Parametrix Inc 2006 f).

In einem Inhalationsversuch wurden je zehn juvenile männliche und weibliche Wistar-Ratten 29 bis 32 Tage lang, vier Stunden pro Tag, bei 21 bis 24 Expositionen, gegen TBTO-Dampf-Konzentrationen von 0; 0,03 oder 0,16 mg/m3 sowie gegen ein Aerosol von 2,8 mg TBTO/m3 exponiert. Bei 0,03 oder 0,16 mg TBTO/m3 traten keine substanzbedingten Effekte auf. Bei 2,8 mg TBTO/m3 starben fünf männliche und sechs weibliche Tiere. Als Vergiftungssymptome wurden Apathie, Nasenausfluss, Atemgeräusche, Dyspnoe, raues Fell und Abmagerung beobachtet. Bei den männlichen Tieren kam es zu einer signifikant verringerten Futteraufnahme, verbunden mit einer verzögerten Körpergewichtsentwicklung. Es zeigte sich bei weiblichen Tieren im Serum eine erhöhte Anzahl der Erythrozyten und Thrombozyten und bei männlichen Tieren eine Abnahme der Zahl der neutrophilen Granulozyten. Zudem erfolgten eine Abnahme der α- und β-Globuline sowie ein Anstieg des Albumin-Globulin-Verhältnisses. Histologisch wurden entzündliche Reaktionen im gesamten Atemtrakt sowie Veränderungen der lymphatischen Organe, wie Thymusrückbildung, Abnahme der Lymphozytenzahl in den Thymus-abhängigen Bereichen von Milz und Lymphknoten nachgewiesen. Aus dieser Studie ergibt sich eine NOAEC von 0,16 mg TBTO/m3 (Schering AG 1983).

5.2.2 Orale Aufnahme

Nach oraler Aufnahme sind die Zielorgane der n-Butylzinnverbindungen vor allem die Organe des lymphatischen Systems, Leber, Niere und Gehirn. Am Beispiel des TBTO wurde gezeigt, dass die Empfindlichkeit gegenüber den n-Butylzinnverbindungen mit zunehmendem Alter abnimmt. Am empfindlichsten reagierten Jungtiere vor der Entwöhnung (Vos et al. 1990).

Untersuchungen zur Wirkung auf die Immunfunktion zeigten, dass die histologischen Effekte von TBTO auf die lympatischen Organe der Ratte mit Störungen der Funktion des Immunsystems einhergehen. Dabei erwiesen sich Infektionsmodelle mit Bakterien und Parasiten, wie Listeria monocytogenes bzw. Trichinella spiralis, als besonders empfindlich (Verdier et al. 1991; Vos et al. 1990). In einer vergleichenden Studie, in der TBTO juvenilen und ein Jahr alten Ratten vier bis sechs Monate lang mit dem Futter verabreicht wurde, war bei den jüngeren Tieren die Abwehr nach Infektion mit Trichinenlarven stärker beeinträchtigt. Die Autoren gaben für diesen Effekt einen NOAEL von ca. 0,05 mg/kg KG und Tag (juvenile Tiere) bzw. ca. 0,25 mg/kg KG und Tag (adulte Tiere) an. Nach 16 Monate langer Exposition war bei ca. 0,05 mg/kg KG und Tag die Aktivität der natürlichen Killerzellen aus Milz und Peritoneum verringert. Nach 4,5 monatiger Behandlung trat dieser Effekt nicht auf (Vos et al. 1990).

Die Untersuchungen zur Wirkung der n-Butylzinnverbindungen nach wiederholter oraler Verabreichung sind in Tabelle 3 dargestellt.

Table 3. Wirkung der n-Butylzinnverbindungen nach wiederholter oraler Verabreichung
Spezies, Stamm, Anzahl pro GruppeExpositionBefundeLiteratur
MBTC   
Ratte, Wistar, je 10 ♂, ♀13 Wochen, 0, 300, 1500, 7500 mgca. 100 mg/kg KG: NOAELParametrix Inc 2006 f
bei ca. 529 mg/kg KG: rel. Lebergew. [UPWARDS ARROW]; Serum: Aktivität von ALT [UPWARDS ARROW], AST [UPWARDS ARROW], γ-GT [UPWARDS ARROW], Gallensäuren [DOWNWARDS ARROW], Triglyzeride [DOWNWARDS ARROW], Phospholipide [DOWNWARDS ARROW], Kalium [DOWNWARDS ARROW], Prothrombinzeit [UPWARDS ARROW], ♂: Anzahl der Retikulozyten [DOWNWARDS ARROW], Leuko- u. Lymphozyten [UPWARDS ARROW], ♀: mittleres Erythrozytenvolumen [DOWNWARDS ARROW]; keine auffälligen Befunde bei histopatholgischer Untersuchung
MBTC/kg Futter (ca. 0, 20, 100, 529 mg/kg KG u. Tag)
DBTC Ratte, Wistar (juvenil), je 10 ♂, ♀14 Tage, 0, 50, 150 mg DBTC/kg Futter (ca. 0, 5, 15 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 5 mg/kg KG: dosisabh. rel. Gew. von Thymus, Milz u. Lymphknoten [DOWNWARDS ARROW] (bei KG [DOWNWARDS ARROW]); Lymphozytengehalt in lymphatischen Organen [DOWNWARDS ARROW], bes. in Thymusrinde[DOWNWARDS ARROW] humorale Immunität (AK-Bildung gegen Schafserythrozyten) [DOWNWARDS ARROW]Seinen et al. 1977a
  bei ca. 15 mg/kg KG: zelluläre Immunität (Abstoßungsreaktion gegen implantierte Haut) [DOWNWARDS ARROW]; rel. Lebergew. [UPWARDS ARROW]; Leber: Proliferation der Epithelzellen der Gallengänge, Pericholangitis, periportal Fibrose; Niere unauffällig; keine weiteren Organe untersucht 
Ratte, Wistar, je 10 ♂14 Tage, 0, 50, 100 mg DBTC/kg Futter (ca. 0; 2,5; 5 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 2,5 mg/kg KG: KG sig. [DOWNWARDS ARROW], rel. Thymus- u. Milzgew. sig. [DOWNWARDS ARROW]Penninks und Seinen 1982
bei ca. 5 mg/kg KG: rel. Lebergew. sig. [UPWARDS ARROW], Mortalität: 2/10; Mangel der Lymphozyten in den lymphatischen Organen, besonders in Thymusrinde u. Milz; Leber: Proliferation der Epithelzellen der Gallengänge u. Pericholangitis; Niere unauffällig; keine weiteren Organe untersucht
Maus, Swiss (juvenil), je 10 ♂14 Tage, 0, 50, 150 mg DBTC/kg Futter (ca. 0; 7,5; 22,5 mg/kg KG u. Tag)ca. 22,5 mg/kg KG: NOAEL für Effekte auf KG, Thymus-, Milz- und Lymphknotengewichte ; keine weiteren UntersuchungenSeinen et al. 1977a
Ratte,90 Tage,0, 10, 20, 40, 80 mgca. 2 mg/kg KG: NOAELGaunt et al.
CFE, éje 16 ♂, ♀DBTC/kg Futter (ca. 0; 0,5; 1,0; 2,0; 4,0 mg/kg KG u. Tag)ca. 4 mg/kg KG: KG-Entw. ♀ sig. [DOWNWARDS ARROW]; Serum: Hämoglobingehalt sig. [DOWNWARDS ARROW], Anzahl von Erythrozyten, Retikulozyten, Lymphozyten u. Aktivitäten von AST u. ALT nicht sig. verändert; abs. Gew. linke Niere ♂ sig. [DOWNWARDS ARROW], abs. Gew. der anderen Organe nicht verändert (einschließl. Milzgew. – Thymusgew. nicht gemessen); ♂ leichte hypochrome Anämie; keine makroskopisch auffälligen Befunde (k. w. A.)1968
DBTA   
Ratte, Fischer-344, Kontrolle: je 20 ♂, ♀, DBTA: je 50 ♂, ♀78 Wochen, 0, 66,5; 133 mgab 66,6 mg/kg KG: Mortalität ♂ [UPWARDS ARROW], KG-Entw. ♂ [DOWNWARDS ARROW]NCI 1978
 DBTA/kg Futter (ca. 0, 6,65; 13,3 mg/kg KG u. Tag) 26 Wochen Nachbeobachtung133 mg/kg KG: Mortalität ♀ [UPWARDS ARROW], KG-Entw. ♀ [DOWNWARDS ARROW]; keine makroskopischen u. mikroskopischen Auffälligkeiten, Befund jedoch nicht aussagefähig, da Untersuchung die Anzahl der Tiere nicht repräsentierte, da Verlust durch vermisste Tiere, Kannibalismus od. Autolyse 
Maus, B6C3F1, (k. w A.)78 Wochen, 0, 76, 152 mg DBTA/kg Futter (ca. 0, 11,4; 22,8 mg/kg KG u. Tag) 14 Wochen Nachbeobachtung11,4 mg/kg KG: Mortalität ♀ [UPWARDS ARROW], KG- Entw. [DOWNWARDS ARROW]; keine makroskopischen u. mikroskopischen Auffälligkeiten, Befund jedoch nicht aussagefähig , da Verlust durch vermisste Tiere, Kannibalismus od. AutolyseNCI 1978
DBTL
Ratte, (k. w A.)3 Tage, 0, 40, 80 mg DBTL/kg KG u. Tag40 mg/kg KG: Mortalität 20%Alam et al. 1988
80 mg/kg KG: Mortalität 25%, Gehirn: Noradrenalin, Dopamin, Serotonin [DOWNWARDS ARROW], motor. Aktivität [DOWNWARDS ARROW], gestörte Lernfähigkeit; keine histologischen Untersuchungen
Ratte, (k. w A.) (juvenil), je 20 ♂, ♀3 Tage, 0, 20, 80 mg DBTL/kg KG u. Tag20 mg/kg KG: Mortalität: ♂ 10%, ♀15%; KG dosisabh. [DOWNWARDS ARROW]; Lethargie, Trägheit, Schwäche, motor. u. Amphetamin-induzierte Aktivität dosisabh. [DOWNWARDS ARROW] stärker als bei adulten TierenAlam et al. 1993
  40 mg/kg KG: Mortalität : ♂ 20%, ♀ 25%, Schwäche der Hinterbeine [DOWNWARDS ARROW]; keine histologischen Untersuchungen 
Ratte, (k. w A.) (adult), je 20 ♂, ♀3 Tage, 0, 20, 40 mg DBTL/kg KG u. Tag20 mg/kg KG: Mortalität: ♂ 10%, ♀ 20%, motor. u. Amphetamin-induzierte Aktivität dosisabh. [DOWNWARDS ARROW]Alam et al. 1993
40 mg/kg KG: Mortalität: ♂ 25%, ♀ 30%; keine histologischen Untersuchungen 
Ratte, (k. w A.)3 Tage, 0, 40, 80 mg DBTL/kg KG u. Tagab 40 mg/kg KG: Gehirn: Diacylglycerin u. Phosphoinositide [DOWNWARDS ARROW]; keine histopatholgischen UntersuchungenSubramoniam et al. 1991
Ratte, (k. w A.) ♂15 Tage, 0; 17,5 mg DBTL/kg KG u. Tag17,5 mg/kg KG: Lethargie, Mortalität 20%, KG-Entw. [DOWNWARDS ARROW]; keine Wirkung auf Organgewichte; Gehirn: Aktivitäten von Succinyldehydrogenase, Adenosintriphosphatase, Acetylcholinesterase u. Monoaminoxidase nicht verändert; Leber: Aktivitäten von Glucose-6-phosphatase, Aminopyrin-N-demethylase , Benzphetamin-N-demethylase, Anilinhydroxylase u. Benzo(a)pyrenhydroxylase sign. [DOWNWARDS ARROW]; Cytochrom-P450-Gehalt [DOWNWARDS ARROW], sign. Beeinflussung des Hämmetabolismus in Hepatozyten; Dauer von Barbituratinduziertem Schlaf [UPWARDS ARROW]; keine histopathologischen Untersuchungen durchgeführtMushtaq et al. 1981
Ratte, Holtzmann, (k. w. A.)13 Wochen, bis 400 mg DBTL/kg Futter (bis ca. 20 mg/kg KG u. Tag)ca. 20 mg/kg KG: gestaute u. hämorrhagische-Lungen, blutige submaxillare Lymphknoten (k. w. A.)Parametrix Inc 2006 c
TBTC
Ratte,14 Tage,ca. 0,75 mg/kg KG: NOAELSnoeij et al. 1985
Wistar, je 10 ♂0, 15, 50, 100 mg TBTC/kg Futter (ca. 0; 0,75; 2,5; 5 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 2,5 mg/kg KG: abs. u. rel. Thymusgew . sig. [DOWNWARDS ARROW], rel. Lebergew. sig. u. dosisabh. [UPWARDS ARROW], rel. Milzgew. sig. [DOWNWARDS ARROW]; Lymphozytenzahl in Thymusrinde [DOWNWARDS ARROW]
  5 mg/kg KG: KG-Entw. sig. [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme sig. [DOWNWARDS ARROW], Gehirngew. sig. [DOWNWARDS ARROW] 
Ratte, Wistar, je 4–8 ♂28 Tage, 0, 0,5, 25 mg TBTC/kg Futter (ca. 0; 0,025; 1,25 mg/kg KG u. Tag)ca. 0,025 mg/kg KG: NOAELBressa et al. 1991
ca. 1,25 mg/kg KG: eine Woche nach Applikationsbeginn: Futteraufnahme sig. [DOWNWARDS ARROW], KG-Entw. sig. [DOWNWARDS ARROW], rel. Lebergew. sig. [UPWARDS ARROW]; Thymus: Thymozytenzahl [DOWNWARDS ARROW], Epithelzellen [UPWARDS ARROW], Verkleinerung des Cortex [DOWNWARDS ARROW], Medullagröße [UPWARDS ARROW]; 4 Wochen nach Applikationsbeginn : abs. u. rel. Thymusgew. sig. [DOWNWARDS ARROW]; histolog. Untersuchung: keine Substanz-bedingten Veränderungen in Milz, Leber, Niere; blutige und teilweise atrophierte Lymphknoten
TBTO Ratte, Sprague Dawley (juvenil), je 50 ♂3 Tage, 0; 37,5; 75 mg TBTO/kg KG u. Tagab 37,5 mg/kg KG: Mortalität: 6/50; Dopamin, Noradrenalin u. Serotonin im Gehirn [DOWNWARDS ARROW], Mg2+- u. Na+/K+-ATPase [DOWNWARDS ARROW]; Hyperämie; punktförmige Blutungen in Vakuolen-haltigen myelinisierten Nervenfasern, Chromatolyse od. vollständige Nekrose der Neurone , degenerative Veränderungen od. völlige: Verschwinden der Purkinje-Zellen im Kleinhirn; weitere Organe nicht untersucht bei 75 mg/kg KG: Mortalität: 15 Tiere sBUA 2003
Maus,4 Tage, 0, 232, 696 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 11,6; 34,8 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 11,6 mg/kg KG: KG [DOWNWARDS ARROW]Ishaaya et al. 1976
Swiss (adult), 100 ♂ab ca. 34,8 mg/kg KG: Leukozyten- und Lymphozytenzahl [DOWNWARDS ARROW], Erythrozytenzahl [UPWARDS ARROW], Hämoglobin [UPWARDS ARROW], Hämatokritwert [UPWARDS ARROW]; keine histopathologische Untersuchung
Maus, Swiss (juvenil), 10 (♂)7 Tage, 0, 77 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 7,7 mg/kg KG u. Tag)ca. 7,7 mg/kg KG: KG [DOWNWARDS ARROW], Milzgewicht [DOWNWARDS ARROW]Ishaaya et al. 1976
Ratte, Wistar, je 10 ♂, ♀10–11 Tage, 0, 1, 25 mg TBTO/kg KG u. Tag1 mg/kg KG: NOAELSchweinfurth 1987
25 mg/kg KG: Mortalität: je 2 ♂/♀; mikrozytäre Anämie, chron. Gallengangsentzündung , Lymphotoxizität
Ratte, Wistar, je 5 ♂, ♀28 Tage, 0, 4, 100, 500 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,2; 5; 25 mg/kg KG u. Tag)ca. 0,2 mg/kg KG: NOAELSchweinfurth 1987
ab ca. 5 mg/kg KG: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], KC [DOWNWARDS ARROW], ♂ abs. Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW]
ab ca. 25 mg/kg KG: hohe Mortalität; Apathie; Abmagerung; Lymphknotengew. [DOWNWARDS ARROW]; Lymphozytengehalt in lymphatischen Organen [DOWNWARDS ARROW]
Ratte, Wistar, je 4–8 ♂28 Tage, 0, 0,5, 25 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,025; 1,25 mg/kg KG u. Tag)ca. 0,025 mg/kg KG: NOAELBressa et al. 1991
ca. 1,25 mg/kg KG: eine Woche nach Applikationsbeginn: Futteraufnahme sig. [DOWNWARDS ARROW], KG-Entw. sig. [DOWNWARDS ARROW], rel. Lebergew. sig. [UPWARDS ARROW]; Thymusrinde: Größe [DOWNWARDS ARROW], Lymphozytenzahl [UPWARDS ARROW], Epithelzellen [UPWARDS ARROW], Thymusmedulla: Größe [UPWARDS ARROW]; 4 Wochen nach Applikationsbeginn: Schweregrad aller Symptome [UPWARDS ARROW], Thymusgröße sig. [DOWNWARDS ARROW], Zinnkonz. am höchsten in Leber u. Niere – höher als bei TBTC; TBTO immuntoxischer als TBTC
Ratte, Sprague Dawley (Absetzlinge), je 10 ♂, ♀28 Tage, bis 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 5 mg/kg KG u. Tag)bis ca. 5 mg/kg KG: labordiagnostische Parameter einschl. Differentialblutbild unverändert; Immunreaktion gegen Schaferythrozyten (Plaque-Bildung), Reaktion vom Spättyp gegen Rinder-Serumalbumin unverändertVerdier et al. 1991
  bei ca. 5 mg/kg KG: ♂ KG [DOWNWARDS ARROW], Futter- und Wasserverbrauch [DOWNWARDS ARROW]; Thymus: Gewicht [DOWNWARDS ARROW], Rindendicke [DOWNWARDS ARROW], Zellzahl [DOWNWARDS ARROW]; Abwehr der Listeria-monocytogenes-Infektion [DOWNWARDS ARROW] 
Ratte, Wistar, je 10 ♂, ♀4 Wochen, 0, 5, 20, 80, 320 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,25; 1,0; 4; 16 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 0,25 mg/kg KG: Rosetten in Mesen-Lymphknoten, Eisenspeicherung in Milz [DOWNWARDS ARROW]Krajnc et al. 1984
  ab ca. 1 mg/kg KG: ♂ Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW]; AST- u. ALT-Aktivitäten [UPWARDS ARROW] 
  ca. 4 mg/kg KG: Futter- u. Wasseraufnahme [DOWNWARDS ARROW]; mikrozytäre Anämie, Lymphozytengehalt in lymphatischen Organen [DOWNWARDS ARROW]; Serum: IgG [DOWNWARDS ARROW], IgM [UPWARDS ARROW] 
  ca. 16 mg/kg KG: Anzahl neutrophiler Granulozyten [UPWARDS ARROW]; Lebernekrosen, Entzündung des Gallenganges; Serumglukose- u. Leberglykogenkonz. [DOWNWARDS ARROW] 
Ratte, Holtzman, je 10 ♂30 Tage, 0, 32, 100, 320 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 1,6; 5; 16 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 1,6 mg/kg KG: KG-Entw. [DOWNWARDS ARROW] ca. 16 mg/kg KG: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW]; Mortalität: 6/10; makroskopische Untersuchung ohne auffällige BefundeElsea und Paynter 1958
Ratte, Wistar (Absetzlinge), je 9–10 ♂6 Wochen, 0, 20, 80 mg TBTO/kg Futter (ca. 0, 2, 8 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 2 mg/kg KG: Thymus-abh. Immunantwort u. nichtspezifische -abwehr sign. [DOWNWARDS ARROW], Serum: IgE-Titer [DOWNWARDS ARROW], IgM- u. IgG-Titer unverändert, Funktion von Makrophagen [DOWNWARDS ARROW],Vos et al. 1984
ca. 8 mg/kg KG: Funktion von NK-Zellen [DOWNWARDS ARROW], 
Ratte, Wistar, je 10 ♂6 Wochen, 0, 20, 80 mg TBTO/kg Futter (ca. 0, 1, 4 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 1 mg/kg KG: Serum: Insulin [DOWNWARDS ARROW]Krajnc et al. 1984
ca. 4 mg/kg KG: Serum: Tyroxin [DOWNWARDS ARROW], Thyroid stimulierendes Hormon (TSH) [DOWNWARDS ARROW], luteinisierendes Hormon (LH) [UPWARDS ARROW], Follikel-stimulierendes Hormon u. Corticosteron nicht verändert; immunhistochemisch in Hypophyse : Zahl u. Färbungsintensität TSH-produzierender Zellen [DOWNWARDS ARROW], Zahl der LH-produzierenden Zellen [UPWARDS ARROW]
Ratte, Wistar, je 6 ♂6 Wochen, 0, 20, 80 mg TBTO/kg Futter (ca. 0, 1, 4 mg/kg KG u. Tag)ca. 1 mg/kg KG: Aktivität natürlicher Killerzellen in der Lunge [DOWNWARDS ARROW] (Effekt nicht sehr deutlich ausgeprägt)van Loveren et al. 1990
ca. 4 mg/kg KG: Körper- und Milzgewicht (leicht) [DOWNWARDS ARROW], Thymusgewicht (deutlich) [DOWNWARDS ARROW],
Ratte, Wistar, je 20 ♂, ♀13 Wochen,ca. 0,2 mg/kg KG: NOAELSchweinfurth 1987
0, 4, 20, 100 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,2; 1,0; 5 mg/kg u. Tag) KGca. 1 mg/kg KG: Gerinnungszeiten ♂ [UPWARDS ARROW]; Futteraufnahme♀[UPWARDS ARROW]bei normalem KG
 ca. 4 mg/kg Futter: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], KG-Entw. [DOWNWARDS ARROW]; Serum: Aktivität alkal. Phosphatase [UPWARDS ARROW], Albumin ♀ [UPWARDS ARROW], γ-Globulin ♀ [DOWNWARDS ARROW]; Thymus-, Lymphknoten- u. Schilddrüsengew. [DOWNWARDS ARROW], Nebennierengew. ♂ [UPWARDS ARROW]
Ratte,5 Monate,ca 0,25 mg/kg KG: NOAELVos et al. 1990
Wistar (adult), je 5–12 ♂0; 0,5; 5; 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,025; 0,25; 2,5 mg/kg KG u. Tag)ca. 2,5 mg/kg KG: Abwehr gegen Listeria monocytogenes in der Milz [DOWNWARDS ARROW], Reaktion auf Infektion mit Trichinella spiralis [DOWNWARDS ARROW], (IgE- Antwort, Larvenzahl im Muskel u. Ausscheidung reifer Stadien)
  unverändert bis ca. 2,5 mg/kg KG: KG, Milzgew.; Aktivität der NK-Zellen in der Milz
Ratte, Wistar (Absetzlinge), 5–12 ♂4–6 bzw. 15–17 Monate, 0; 0,5; 5; 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,05; 0,5; 5 mg/kg KG u. Tag)ab ca 0,05 mg/kg KG: Aktivität der NK- Zellen aus Milz und Peritoneum: unverändert nach 4,5 Monaten, nach 16 Monaten sign. [DOWNWARDS ARROW] (nicht dosisabh.)Vos et al. 1990
ab ca. 0,5 mg/kg KG: Reaktion auf Infektion mit Trichinella spiralis [DOWNWARDS ARROW] (IgE-Antwort, Larvenzahl im Muskel), Verhältnis von T- zu B-Lymphozyten im mesenterialen Lymphknoten [DOWNWARDS ARROW]
  ca. 5 mg/kg KG: Thymusgew. (nach 4,5 Monaten) [DOWNWARDS ARROW]; Beseitigung von Listeria monocytogenes in Milz [DOWNWARDS ARROW]
  unverändert bis ca. 5 mg/kg KG: KG, Milzgew.; AK-Bildung gegen Schaferythrozyten , Spättyp-Reaktion auf Ovalbumin u. Tuberculin, IgM- u. IgG-Bildung gegen Ovalbumin und Trichinella spiralis, Stimulierbarkeit von Thymus- und Milzzellen durch Mitogene: Phytohämagglutinin, Concavalin A, Pokeweed Mitogen, E. coli Lipopolysaccharid
Hunde, Beagle, je 4 ♂, ♀12 Monate, 0; 0,2; 1,0 oder 5,0 mg TBTO/kg KG u. Tag0,2 mg/kg KG: NOAELSchering AG 1992
ab 1,0 mg/kg KG: lokale Veränderungen: Rötung, Schwellung u. Schorfbildung der Haut als Folge längerer Ruhezeiten aufgrund eines schlechten Allgemeinzustandes; Serum: alkalische Phosphatase [UPWARDS ARROW], ab 13. Woche Tendenz zu IgG [DOWNWARDS ARROW], IgA deutlich [DOWNWARDS ARROW], IgM [DOWNWARDS ARROW], Atrophie der corticalen u. paracorticalen Regionen der Darmbein- und Mesenterial -Lymphknoten, Atrophie der Peyer'- schen Plaques im Ileum; Wirkung auf IgA-Spiegel korreliert mit morphologischen Veränderungen des „gut-associated lymphoid tissue” (GALT), GALT-System bei Hunden (im Gegensatz zum Menschen) Hauptquelle des Serum-IgA
  5,0 mg/kg KG: KG [DOWNWARDS ARROW], Futter- u. Wasserverbrauch [DOWNWARDS ARROW], Abmagerung, Exsikkose; Gangstörungen, Apathie; vorzeitige Tötung von 2♂ u. 3♀ aufgrund schlechten Allgemeinzustandes ; Hämatokritwert u. Hämoglobingehalt leicht [DOWNWARDS ARROW], allgemeine Depression des Knochenmarks, erhebliche Thymusrückbildung, Milzatrophie, Thymus- u. Milzgew. [DOWNWARDS ARROW]; Leber: isolierte herdförmige Degeneration, fettige Veränderung od. 0Vakuolisierung der Hepatozyten, Aktivitäten von alkalischer Phosphatase, ALT u. γ- GT [UPWARDS ARROW], Verschiebung der Serumproteine von Albumin zu Globulin, Fibrinogen-Spiegel [UPWARDS ARROW] 
Ratte, Wistar, je 60 ♂, ♀2 Jahre, 0; 0,5; 5; 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,025; 0,25 oder 2,5 mg/kg KG u. Tag)ca. 0,25 mg/kg KG: NOAELWester et al. 1990
ca. 2,5 mg/kg KG: Mortalität [UPWARDS ARROW], KG-Entw. [DOWNWARDS ARROW], Abmagerung, Apathie, Ataxie; Anämie, Lymphozytopenie, Thrombozytose, Hämoglobin u. Hämatokritwert [DOWNWARDS ARROW], Aktivitäten von AST, ALT u. alkalischer Phosphatase [UPWARDS ARROW], Nierenfunktion [DOWNWARDS ARROW], Serum-IgM- und -IgA-Konzentrationen [UPWARDS ARROW], aber IgG-Titer ♀ [DOWNWARDS ARROW]; keine hormonellen Veränderungen; Nebennieren -, Hypophysen-, Leber-, Nierengew. [UPWARDS ARROW], Schilddrüsen- u. Thymusgew. ♀ [DOWNWARDS ARROW], Ovarien – und Milzgew. ♀ [UPWARDS ARROW], Herzgew. ♂ [UPWARDS ARROW]; Zellhöhe der Schilddrüsenfollikel [DOWNWARDS ARROW]; Nieren : Funktion [DOWNWARDS ARROW], Vakuolen u. Pigmente in Epithel der prox. Tubuli, Nephrose
Maus, CD1, je 50 ♂, ♀18 Monate, 0, 5, 25, 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,8; 4,2; 8,5 mg/kg KG u. Tag)ab ca. 0,8 mg/kg KG: Mortalität [UPWARDS ARROW]; Leber: vergrößert u. leicht entfärbt; Inzidenz glomerulärer od. interstitieller Amyloidose i. d. Niere♀[UPWARDS ARROW]BUA 2003
  ca. 8,5 mg/kg KG: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW]; abs. u. rel. Lebergewicht♀[UPWARDS ARROW] 
TBTN
Ratte, Wistar, je 10 ♂, ♀28–32 Tage, 0, 2, 8, 40, 200 mg TBTN/kg Futter (ca. 0; 0,1; 0,4; 2,0; 10 mg/kg KG u. Tag)0,4 mg/kg KG: Serum-Na+ [DOWNWARDS ARROW] (nicht dosisabh.)Schering AG 1988
ab 2 mg/kg KG: rel. Thymus-, Lymphknoten -, Nierengew. [DOWNWARDS ARROW]; Thymolyse; TSH [DOWNWARDS ARROW] 
  10 mg/kg KG: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], KG- Entw. [DOWNWARDS ARROW]; ALT [UPWARDS ARROW], T3 u. LH [DOWNWARDS ARROW]; Erythrozyteninfiltration mit Rosettenbildung in mesenterialen Lymphknoten, Hämosiderin in Milz [DOWNWARDS ARROW], abs. u. re. Prostata- u. Pankreasgew. [DOWNWARDS ARROW] 
TTBT   
Ratte, Wistar, je 12 ♂, ♀♂ : 33 Tage,ca. 6,5 mg/kg KG: NOAEL für Effekte auf Milz u. ThymusORTEP 2004
♀ Beginn 2 Wochen vor Verpaarung bis PND 4–5, 
0, 100, 300, 2000, 10000 mg TTBT/kgca. 19 mg/kg KG: rel. u. abs. Milzgew. sig. [DOWNWARDS ARROW], Thymusrückbildung dosisabh., Mangel an Lymphozyten in lymphatischen Organen 
Futter (ca. 0; 6,5; 19 119, 421 mg/kg KG u. Tag)ca. 119 mg/kg KG: KG-Entw. sig. [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme sig. [DOWNWARDS ARROW]; Thrombozytenzahl [UPWARDS ARROW], Prothrombinzeit [DOWNWARDS ARROW], Aktivität der γ-GT [UPWARDS ARROW], Cholesterin, Triglyzeride u. Phospholipide [UPWARDS ARROW]; in Lymphknoten Hämosiderinablagerung u. Geweberückgang 
 ca. 421 mg TTBT/kg KG: Verstärkung aller Effekte, bes. KG [DOWNWARDS ARROW] 

Mono-n-butylzinnverbindungen

Die wiederholte Verabreichung von MBTC verursachte bei Ratten Leberschädigungen und Veränderungen des hämatopoetischen Systems (Parametrix Inc 2006 f). Jedoch wurden in dieser Untersuchung Thymus und Lymphknoten nicht histologisch untersucht, und auch das Thymusgewicht wurde nicht bestimmt.

Di-n-butylzinnverbindungen

Bei Wistar-Ratten bewirkte die 14-tägige DBTC-Applikation bereits ab der niedrigsten Konzentration von ca. 2,5 mg DBTC/kg KG und Tag eine signifikante Abnahme von relativem Thymus- und Milzgewicht und eine Verminderung der Lymphozytenzahl in den lymphatischen Organen, besonders im Thymus. Zudem trat eine signifikante Verringerung der Körpergewichtsentwicklung auf (Penninks und Seinen 1982; Seinen et al. 1977b). Mäuse zeigten diese DBTC-Wirkungen nicht (Seinen et al. 1977a). In einer 90-Tages-Studie an CFE-Ratten ergab sich ein NOAEL von ca. 20 mg DBTC/kg KG und Tag für die Abnahme der Körpergewichtsentwicklung und des Hämoglobingehaltes im Serum (Gaunt et al. 1968). DBTL führte ab ca. 20 mg DBTL/kg KG und Tag zu einer 20%igen Mortalität (Alam et al. 1993), und es kam in Gehirn und Leber zu veränderten Enzymaktivitäten und im Gehirn zu einer Abnahme der Neurotransmitter (Alam et al. 1988; Mushtaq et al. 1981; Subramoniam et al. 1991). Bei ca. 20 mg DBTL/kg KG und Tag zeigten sich bei Holtzmann-Ratten gestaute und hämorrhagische Lungen sowie blutige submaxillare Lymphknoten (Parametrix Inc 2006 c).

Für die Wirkungen auf den Thymus kann damit kein NOAEL angegeben werden. Der LOAEL lag bei 2,5 mg DBTC/kg KG und Tag.

Tri-n-butylzinnverbindungen

Die Verabreichung von TBTC führte in einer 28-Tages-Studie bei Wistar-Ratten bei ca. 1,25 mg/kg KG und Tag, abgesehen von einer signifikanten Abnahme der Futteraufnahme und der Körpergewichtsentwicklung, zu Lymphknoten- und Thymusveränderungen sowie zu einer Verringerung des relativen Thymusgewichtes und einer Zunahme des relativen Lebergewichtes. Aus dieser Studie war ein NOAEL von ca. 0,025 mg/kg KG und Tag ersichtlich (Bressa et al. 1991). Bei 14-tägiger TBTC-Gabe waren bei Wistar-Ratten ab ca. 2,5 mg/kg KG und Tag das relative Milzgewicht und bei ca. 5 mg/kg KG und Tag auch das Gehirngewicht verringert (Snoeij et al. 1985). Aus verschiedenen subakuten Untersuchungen mit bis zu elf Tage langer TBTO-Applikation zeigte sich ein NOAEL von 1 mg/kg KG und Tag (Schweinfurth 1987). Ab ca. 7,7–11,6 mg/kg KG und Tag verzögerte sich die Körpergewichtsentwicklung (Ishaaya et al. 1976), bei 25 mg/kg KG und Tag traten Mortalität, mikrozytäre Anämie, chronische Gallengangsentzündungen und Lymphotoxizität auf (Schweinfurth 1987), und ab 37,5 mg/kg KG und Tag kam es zu Schädigungen des Gehirns (BUA 2003). Die vier bis sechs Wochen lange TBTO-Exposition führte bei Ratten ab ca. 0,25 mg/kg KG und Tag zu Veränderungen in Lymphknoten und Milz, ab ca. 1 mg/kg KG und Tag zu Thymus- und Leberbeeinträchtigungen (Krajnc et al. 1984) sowie zu veränderten Hormonausschüttungen (Krajnc et al. 1984), ab ca. 1,25 mg/kg KG und Tag zur verzögerten Körpergewichtsentwicklung (Bressa et al. 1991) und bei ca. 5 mg/kg KG und Tag zur Immuntoxizität (Verdier et al. 1991). Bei ca. 16 mg/kg KG und Tag trat Mortalität auf (Elsea und Paynter 1958). Die Veränderungen, die von Krajnc et al. 1984 bei 0,25 mg TBTO/kg KG und Tag beschrieben wurden, traten bei länger dauernder Exposition gegen diese Dosis (siehe unten) nicht auf.

Aus den Studien zur subchronischen und chronischen TBTO-Verabreichung ließ sich bei Ratten (Schweinfurth 1987) und Hunden (Schering AG 1992) ein NOAEL von ca. 0,2 bzw. 0,25 mg TBTO/kg KG und Tag (Wester et al. 1990) ableiten. Ab ca. 0,5 mg/kg KG und Tag zeigten sich bei Ratten Beeinträchtigungen der Infektionsabwehr (Vos et al. 1990), bei Hunden verschlechterte sich ab 1,0 mg/kg KG und Tag der Allgemeinzustand, und es zeigten sich Veränderungen von Leber, Lymphknoten und Immunsystem (Schering AG 1992). Ratten wiesen ab ca. 2,5 mg TBTO/kg KG und Tag Mortalität, Abmagerung, Apathie, Ataxie, Anämie, Lymphozytopenie, Thrombozytose, verringerten Hämoglobingehalt und Hämatokritwert, Leber- und Nierenschädigungen sowie Organgewichtsveränderungen auf (Wester et al. 1990). Mäuse zeigten bereits bei der niedrigsten Dosierung von ca. 0,8 mg/kg KG Mortalität, Leber- und Nierenschädigungen (BUA 2003).

TBTN verursachte in einer Vier-Wochen-Studie bei Ratten bei 0,4 mg TBTN/kg KG und Tag eine signifikante Abnahme des Natriumgehaltes im Blut und ab 2 mg/kg KG und Tag eine Verringerung des Thymus-, Lymphknoten- und Nierengewichtes sowie ab 10 mg/kg KG und Tag Schädigungen von Leber, Lymphknoten und Milz (Schering AG 1988). Der NOAEL für diese Effekte betrug 0,1 mg/kg KG und Tag.

Tetra-n-butylzinn

In einer kombinierten Studie zur subchronischen Toxizität und zur Reproduktionstoxizität war nach 33-tägiger Exposition ein NOAEL von ca. 6,5 mg TTBT/kg KG und Tag für die Effekte auf Milz und Thymus ersichtlich. Bei ca. 119 mg/kg KG und Tag traten eine Abnahme der Körpergewichtsentwicklung, Schädigungen von Lymphknoten und Leber und ein Effekt auf die Blutgerinnung auf (ORTEP 2004). Aus diesen Daten kann man schließen, dass Tetra-n-butylzinn eine geringere systemische Toxizität als Di- und Tributylzinn hat.

5.2.3 Dermale Aufnahme

Nach 50-tägiger dermaler Applikation von 0, 10 oder 40 mg TBTO/kg KG und Tag auf die rasierte Haut von je zehn Meerschweinchen zeigten sich ab 10 mg TBTO/kg KG und Tag Schwellungen, Degenerationen und Zerstörungen des Nierentubuliepithels. Die Glomeruli waren nicht betroffen. Mit dem Urin wurden vermehrt Natrium, Chlorid, Phosphat, Glukose und Aminosäuren ausgeschieden. Im Serum war der Gehalt von Aminosäuren, Phosphat und Vitamin D3 (Calcitrol) verringert (Mori et al. 1984).

5.2.4 Intravenöse Aufnahme

Fünfmalige intravenöse Applikation von 0, 1, 2 oder 4 mg DBTC/kg KG verursachte ab 4 mg DBTC/kg KG ein signifikant verringertes Körpergewicht und ab 1 mg/kg KG ein signifikant und dosisabhängig verringertes Thymusgewicht (Seinen et al. 1977b).

5.3 Wirkung auf Haut und Schleimhäute

5.3.1 Haut

Unverdünntes MBTC war an der Kaninchenhaut nach 30 Minuten ätzend (Parametrix Inc 2006 f).

Bei einem okklusiven Vier-Stunden-Epikutantest erwies sich MBTC als ätzend auf der abradierten Kaninchenhaut. Die Tiere zeigten schwere Erytheme, leichte Ödeme, Nekrosen, Schorfbildungen und Hautschädigungen (Parametrix Inc 2006 f).

In Untersuchungen gemäß der OECD-Prüfrichtlinie 404 erzeugten MBT(2-EHMA) und MBT(IOMA) bei Kaninchen schwache Erytheme, aber keine Ödeme (OECD 2006a).

DBTC erwies sich an der Kaninchenhaut nach einer offenen Vier-Stunden-Exposition als stark reizend. Die semiokklusive Verabreichung von DBTC in Paraffin an Wistar-Ratten führte bereits nach einer Fünf-Minuten-Exposition zu einer erheblichen Hautreizung (Parametrix Inc 2006 a). Nach dermaler DBTC-Applikation von 67 nmol DBTC/cm2 zeigten sich bei Ratten auf der Rückenhaut schwache Schädigungen (k. w. A.), die bei 335 nmol DBTC/cm2 mit zeitlicher Verzögerung in zelluläre Nekrosen übergingen (ACGIH 2001). DBTM (50%ig in Polyethylenglykol) erwies sich bei Kaninchen nach 24-stündiger okklusiver Applikation als mäßig hautreizend (Parametrix Inc 2006 d) und DBTO war bei einer semiokklusiven Vier-Stunden-Testung bei Kaninchen schwach reizend bis reizend (Parametrix Inc 2006 e). Bei DBT(2-EHMA) wurden nach semiokklusiver Vier-Stunden-Verabreichung bei Kaninchen schwach reizende bis ätzende Wirkungen beschrieben. In einer weiteren Untersuchung an Kaninchen war DBT(2-EHMA) nach 24-stündiger okklusiver Applikation mäßig hautreizend (Parametrix Inc 2006 b). DBT(IOMA) erwies sich bei Kaninchen nach vier (semiokklusiv) und nach 72 Stunden (okklusiv) langer Applikation als ätzend (Parametrix Inc 2006 i). In einer weiteren Studie an Kaninchen wurde dagegen angegeben, dass DBT(IOMA) nach vierstündiger semiokklusiver Behandlung schwach reizend war (Parametrix Inc 2006 i).

Die dermale Auftragung von 67 nmol TBTC/cm2 erzeugte auf der Rückenhaut von Ratten Gewebsnekrosen (ACGIH 2001). Der Feststoff TBTF hatte auf der Kaninchenhaut nur eine geringe Reizwirkung. In einer Farbenformulierung war TBTF dagegen stark reizend (Sheldon 1975). Unverdünntes TBTO erwies sich an der Kaninchenhaut (k. w. A.) als hochgradig reizend (BUA 1988). 0,25%ige TBTO-Lösungen riefen an der Rattenhaut Blutungen, leichte Ödeme und Erytheme hervor (Pelikan und Cerny 1968b). Zu TTBT liegen keine Daten vor.

5.4 Auge

In Untersuchungen gemäß OECD-Prüfrichtlinie 405 waren bei männlichen Kaninchen MBT(2-EHMA) (Parametrix Inc 2006 f) und MBT(IOMA) nicht reizend an der Augenbindehaut (OECD 2006a).

Am Kaninchenauge erwiesen sich unverdünntes DBTC als stark reizend (Parametrix Inc 2006 a), DBTM (Parametrix Inc 2006 d) und DBTO (Parametrix Inc 2006 e) als reizend sowie DBTL (Parametrix Inc 2006 c), DBT(2-EHMA) (Parametrix Inc 2006 b) und DBT(IOMA) (Parametrix Inc 2006 i) als schwach reizend.

TBTF war unverdünnt oder in einer Antifoulingfarbe hochgradig reizend am Kaninchenauge (Sheldon 1975). TBTO wirkte unverdünnt oder in einer Antifoulingfarbe am Kaninchenauge stark reizend (BUA 1988). 0,15- bis 0,2%ige wässrige Lösungen von TBTO führten zu ulzerierender Entzündung der Augenlider und der Hornhaut, Trübung und Nekrose der Hornhaut, Chemosis und Nekrosen der Bindehaut. Bei 1,5- und 2%igen Lösungen waren die Effekte stärker, führten zur Zerstörung des Auges und zum Tod von zwei Kaninchen (Pelikan 1969). Für TTBT wird eine leichte Augenreizwirkung angegeben (ECB 2000).

5.5 Allergene Wirkung

In Untersuchungen gemäß der OECD-Prüfrichtlinie 406 war MBT(2-EHMA) bei Meerschweinchen sensibilisierend (Parametrix Inc 2006 f), nicht aber MBT(IOMA) (OECD 2006a).

In zwei entsprechend der OECD-Prüfrichtlinie 406 durchgeführten Maximierungstests an Meerscheinchen wurde DBT(2-EHMA) (Parametrix Inc 2006 b) als sensibilisierend bewertet. DBT(IOMA) erwies sich in einem Maximierungstest als sensibilisierend, und in einem anderen war es nicht allergen (Parametrix Inc 2006 i).

In einem Maximierungstest am Meerscheinchen mit zwei TBTO enthaltenden Antifoulingfarben ergab sich kein Hinweis auf eine hautsensibilisierende Wirkung (BUA 1988). Bei Mäusen verursachte TBTO hingegen eine Kontaktallergie (BUA 2003). Zu TTBT liegen keine Daten vor.

Diese Untersuchungen lassen vermuten, dass bei den n-Butylzinnverbindungen für eine sensibilisierende Wirkung nicht das Alkylzinnkation verantwortlich ist, sondern die organischen Liganden. Bei den oben aufgeführten Untersuchungen erwiesen sich bei den Mono- und Di-n-butylverbindungen jeweis die 2-EHMA-Liganden als sensibilisierend im Maximierungstest an Meerschweinchen.

5.6 Reproduktionstoxizität

5.6.1 Fertilität

Studien zur Wirkung der n-Butylzinnverbindungen auf die Fertilität sind in Tabelle 4 dargestellt.

Table 4. Generationenstudien und Studien zur Fertilität von n-Butylzinnverbindungen
Spezies, Stamm, Anzahl pro GruppeExpositionBefundeLiteratur
  1. a

    PND = Postnataltag

MBTC
Ratte, Wistar, je 10 ♂, ♀OECD-Screening-Test 421 0, 300, 1500, 7500 mg MBTC/kg Futter, ca. 0, 20, 100, 530 mg MBTC/kg KG u. Tag; Exposition: ♂ Beginn 10 Wochen bis Ende der Verpaarung, ♀ Beginn 2 Wochen vor Verpaarung bis PND 4–6; Untersuchung PND 4ca. 100 mg/kg KG: NOAEL für systemische Toxizität aus 13-Wochen StudieParametrix Inc 2006 f
 ca. 530 mg/kg KG: NOAEL für Fertilität, NOAEL für postnatale Entwicklungstoxizität 
MTB(2-EHMA)
Ratte, Sprague Dawley, je 12 ♂, ♀OECD-Screening-Test 422 0, 10, 50, 150 mg50 mg/kg KG: NOAEL für Fertilität, NOAEL für systemische Toxizität, NOAEL für postnatale EntwicklungstoxizitätParametrix Inc 2006 g
MTB(2-EHMA)/kg und Tag; Exposition: ♂ u. ♀ Beginn 15 Tage vor Verpaarung; Untersuchung PND 4150 mg/kg KG: F0: Mortalität [UPWARDS ARROW], KG- Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], Leber- u. Nierengew. [UPWARDS ARROW], Vakuolenbildung in Hepatozyten [UPWARDS ARROW]; Schleimproduktion im cervikalen u. vaginalen Epithel ♀ [UPWARDS ARROW]; F1: überlebende Tiere [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]
DBTC
Ratte, Wistar, je 12 ♂, ♀OECD-Sereening-Test 421ca. 0,4 mg/kg KG: NOAEL für systemische ToxizitätParametrix Inc 2006 a
0, 5, 30, 200 mg DBTC/kg Futter, ♂: ca. 0; 0,4; 2,0; 12 mgca. 2 mg/kg KG: NOAEL für Fertilität, NOAEL für postnatale Entwicklungstoxizität ; F0: Thymusatrophie ♀, KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]
 DBTC/kg KG u. Tag; ♀: ca. 0; 0,4; 2,0; 11 mg DBTC/kg u. Tag; Exposition: ♂ Beginn 10 Wochen vor bis Ende der Verpaarung, ♀ Beginn 2 Wochen vor Verpaarung bis PND 4–6; Untersuchung PND 4–6ca. 11 mg/kg KG: F0: Gestationsindex[DOWNWARDS ARROW]♀ KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Thymusatrophie; F1: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Nachkommen [DOWNWARDS ARROW], überlebende Tiere bis PND 4 [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Kümmerlinge 
Ratte, Wistar, je 10 ♀4 Tage, 0, 4, 8, 16 mg16 mg/kg KG: Implantationen [DOWNWARDS ARROW], Serumprogesteronspiegel an PND 4 [DOWNWARDS ARROW], Progesterongabe von PND 0–4 schützte vor ImplantationsverlustenHarazono und Ema 2003
DBTC/kg KG; Exposition: F0: Beginn PND 0–3, Untersuchung PND 5 
TBTO   
Maus, ICR, je 6 ♂, 5 Wochen alt4 Wochen, 0; 0,4; 2; 10 mg TBTO/kg KG, 2x pro Woche, oral0,4 mg/kg KG: NOAEL für Effekte auf Spermien ab 2 mg/kg KG: Spermiendichte („sperm head count”) im Hodenhomogenat [DOWNWARDS ARROW], Zinnkonzentration im Hoden [UPWARDS ARROW]Kumasaka et al. 2002
Ratte, Sprague Dawley, je 30 ♂, ♀2-Generationenstudie 0; 0,5; 5,0; 50 mgca. 0,3 mg/kg KG: NOAEL für systemische Toxizität bei F0, F1 u. F2; NOAEL für postnatale EntwicklungstoxizitätBUA 1988
 TBTO/kg Futter, ♂: ca. 0; 0,02; 0,29; 2,95 mg/kg KG u. Tag, ♀: ca. 0; 0,03; 0,34; 3,43 mg/kg KG u. Tag; Exposition: F0: Beginn 10 Wochen vor bis Ende der Verpaarung; F1: Beginn Verpaarung bis PND 145, Untersuchungen bis PND 211; ; F2: Untersuchungen bis PND 21ca. 3 mg/kg KG: NOAEL für Fertilität; KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] (F0, F1 Jungtiere PND 14, 21; F1 Elterntiere, F2 Jungtiere PND 7, 14, 21), absol. u. rel. Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW] (F0 ♀, F1 ♀, ♂); keine auffälligen Befunde bei histolog. Untersuchung aller relevanten Organe; Gew.-Bestimmung nur von Thymus, Lymphknoten u. Milz; keine Untersuchung von Spermien, Östruszyklus od. äußeren Geschlechtsmerkmalen der Nachkommen 
TBTC
Ratte, Wistar, je 30 ♂, ♀2-Generationenstudie 0, 5, 25, 125 mgab ca. 0,4 mg/kg KG: NOAEL für Fertilität und postnatale EntwicklungstoxizitätOgata et al. 2001; Omura et al. 2001
TBTC/kg Futter, ca. 0; 0,4; 2; 10 mg/kg KG u. Tag;ab ca. 2 mg/kg KG: ♂: Spermatidenzahl [DOWNWARDS ARROW] (F2)
Exposition: F0: Beginn bei Verpaarung; F1: Beginn Verpaarung bis PND 92; Untersuchungen bis PND 119; F2: Untersuchungen bis PND 91ca. 10 mg/kg KG: ♀: Geburtsgew. u. KG-Zunahme postnatal [DOWNWARDS ARROW] (F1, F2), Anogenitalabstand [UPWARDS ARROW] (F1 F2), verzögerte Vaginalöffnung (F1, F2), verzögerter Östruszyklus (F1, F2), rel. Ovargew. [DOWNWARDS ARROW] (F1), rel. Uterusgew. [UPWARDS ARROW] (F2); ♂: Geburtsgew. u. KG-Zunahme postnatal [DOWNWARDS ARROW] (F1, F2), Spermatidenzahl [DOWNWARDS ARROW] (F1 F2), Spermienzahl [DOWNWARDS ARROW] (F2), rel. Prostatagew. [DOWNWARDS ARROW] (F1, F2), Testosteronkonz. [UPWARDS ARROW] (F1, F2), 17β-Estradiolkonz. [DOWNWARDS ARROW] (F2)
TTBT
Ratte, Wistar, je 12 ♂, ♀OECD-Screening-Test 422ca. 6,5 mg/kg KG: NOAEL für systemische ToxizitätORTEP 2004
0, 100, 300, 2000 mg TTBT/kg Futter, ca. 0; 6,5; 19; 119 mgca. 19 mg/kg KG: NOAEL für Entwicklungstoxizität; Milzgew. ♂ [DOWNWARDS ARROW], Thymus: Gew. [DOWNWARDS ARROW] u. Rückbildung 
TTBT/kg KG u. Tag; Exposition: ♂ 33 Tage (k.w.A.), ♀ Beginn 2 Wochen vor Verpaarung bis PND 4–5; Untersuchung PND 4–5ca. 119 mg/kg KG: KG-Entw. [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Nachkommen [DOWNWARDS ARROW], überlebende Tiere bis PND 4 [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Kümmerlinge 

Mono-n-butylzinnverbindungen

In einem OECD-Screening-Test 421 an Wistar-Ratten wurden bis 530 mg MBTC/kg KG und Tag keine behandlungsbedingten Veränderungen beobachtet (Parametrix Inc 2006 f). Der NOAEL für die Fertilität lag demnach bei 530 mg MBTC/kg KG und Tag. In einer parallel durchgeführten 13-Wochen-Studie betrug der systemische NOAEL hinsichtlich der erhöhten relativen Leberenzymaktivitäten im Serum und der erhöhten Lebergewichte ca. 100 mg/kg KG und Tag (vgl. Abschnitt 5.2.2) (Parametrix Inc 2006 f).

In einem OECD-Screening-Test 422 traten bei Sprague-Dawley-Ratten bei 150 mg MTB(2-EHMA)/kg KG und Tag erhöhte Mortalität, und bei den überlebenden Ratten verringerte Körpergewichtszunahme und Futteraufnahme, erhöhte Leber- und Nierengewichte und erhöhte Vakuolenbildung in Hepatozyten auf. Bei dieser Dosierung starben zwei weibliche Tiere am 21. Trächtigkeitstag, ein Tier wurde am 22. Trächtigkeitstag aufgrund eines gestörten Geburtsverlaufes getötet und ein weiteres am ersten Laktationstag aufgrund des Todes aller Nachkommen. Bei den weiblichen Tieren zeigte sich post partum eine gesteigerte Schleimbildung des cervikalen und vaginalen Epithels. In dieser Studie erwiesen sich 50 mg MTB(2-EHMA)/kg KG und Tag als NOAEL für die systemische Toxizität (Parametrix Inc 2006 g). Der NOAEL für Fertilität lag ebenfalls bei 50 mg/kg KG und Tag, da aufgrund der Geburtsschwierigkeiten und der Jungtiersterblichkeit am ersten Lebenstag ein Effekt auf die Fertilität der weiblichen Tiere nicht ausgeschlossen werden kann.

Di-n-butylzinnverbindungen

In einem OECD-Screening-Test 421 zeigten sich bei ca. 11 mg DBTC/kg KG und Tag bei weiblichen Wistar-Ratten eine signifikante Verminderung des Gestationsindexes, erhöhte Postimplantationsverluste sowie eine ausgeprägte Fetotoxizität mit erhöhter postnataler Mortalität. Der NOAEL für die Fertilität lag bei ca. 2 mg/kg KG und Tag. Der NOAEL für systemische Toxizität, wie verringerte Körpergewichtszunahme oder Thymusatrophie, lag bei ca. 0,4 mg DBTC/kg KG und Tag (Parametrix Inc 2006 a).

Tri-n-butylzinnverbindungen

In einer Vier-Wochen-Untersuchung zur testikulären Toxizität waren bei ICR-Mäusen ab 2 mg TBTO/kg KG die Spermiendichte im Hodenhomogenat vermindert und die Zinnkonzentration im Hoden erhöht. Der NOAEL für Effekte auf die Spermien betrug in dieser Studie 0,4 mg/kg KG und Tag (Kumasaka et al. 2002).

In einer Zwei-Generationenstudie wurden bei Sprague-Dawley-Ratten bis zur höchsten Dosierung von ca. 3 mg TBTO/kg KG und Tag keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet. Bei dieser Dosierung kam es in den F0-, F1- und F2-Generationen zu verringerten Körpergewichtszunahmen, und die absoluten und relativen Thymusgewichte waren bei den weiblichen Tieren der F0- und bei weiblichen und männlichen Tieren der F1-Generation reduziert. Der NOAEL für die systemische Toxizität betrug in der F0-, F1- und F2-Generation ca. 0,3 mg TBTO/kg KG und Tag, der für die Fertilität 3 mg TBTO/kg KG und Tag (BUA 1988). In dieser Studie wurden keine Untersuchungen der Spermien oder des Östruszyklus durchgeführt.

In einer Zwei-Generationenstudie mit TBTC zeigten sich bei Wistar-Ratten bei der hohen Dosierung von 10 mg/kg KG und Tag bei den männlichen und weiblichen F1-und F2-Nachkommen verringerte Geburtsgewichte und verringerte postnatale Körpergewichtszunahmen. Bei den weiblichen Nachkommen waren zusätzlich der Anogenitalabstand vergrößert, die Vaginalöffnung verzögert, Gesamtzahl und Anteil der normalen Östruszyklen verringert, die relativen Ovargewichte verringert und die relativen Uterusgewichte erhöht (Ogata et al. 2001). Bei den männlichen Nachkommen wurden bei dieser Dosis verringerte Spermien- und Spermatidenzahlen, verringerte relative Prostatagewichte, erhöhte Testosteronkonzentrationen und bei F2-Nachkommen erniedrigte 17ß-Estradiolkonzentrationen bestimmt. Die Autoren vermuteten eine Hemmung der Aromatase (Omura et al. 2001). Da bei männlichen F2-Nachkommen auch bei 2 mg/kg KG und Tag die Spermatidenzahl signifikant verringert war, liegt der NOAEL für Fertilität und, da das Studiendesign keine Differenzierung zwischen direkt-toxischen und reproduktionstoxischen Effekten auf die Spermien ermöglichte, auch für die postnatale Entwicklungstoxizität bei der niedrigsten Dosis von 0,4 mg/kg KG und Tag. Bei den beiden niedrigen Dosierungen wurden weitere Effekte auf männliche und weibliche Nachkommen beobachtet, die die Kommission aber als nicht relevant bewertet. So waren bei den adulten männlichen F1-Tieren ab 0,4 mg/kg KG und Tag die absoluten Hoden- und Nebenhodengewichte leicht, aber statistisch signifikant verringert, ließen jedoch keine Dosisabhängigkeit erkennen und waren in der F2-Generation trotz längerer Expositionsdauer nicht verringert. Bei den weiblichen F1- und F2-Nachkommen war bereits ab der niedrigen Dosierung der Anogenitalabstand am ersten und vierten Lebenstag dosisabhängig leicht erhöht, erwies sich jedoch nur für die F1-Generation am ersten Lebenstag als statistisch signifikant. Dieser Befund wird als nicht relevant bewertet, da die Zunahmen des Anogenitalabstandes in der niedrigen und mittleren Dosisgruppe nur geringfügig waren und im Bereich der biologischen Schwankungsbreite lagen, und weitere Effekte, wie Veränderungen des Zeitpunktes der Vaginalöffnung oder des Östruszyklus, nicht beobachtet wurden.

Tetra-n-butylzinn

In einem OECD-Screening-Test 422 zeigten sich bei ca. 119 mg TTBT/kg KG und Tag bei weiblichen Wistar-Ratten erhöhte Postimplantationsverluste, eine verminderte Zahl lebender Nachkommen und eine erhöhte postnatale Mortalität, jedoch keine Beeinträchtigung der Fertilität. Der NOAEL für systemische Toxizität hinsichtlich der verringerten Milz- und Thymusgewichte sowie der Thymusrückbildungen lag bei ca. 6,5 mg TTBT/kg KG und Tag (ORTEP 2004).

Zusammenfassung

Basierend auf der 2-Generationenstudie mit TBTC an Ratten (Ogata et al. 2001; Omura et al. 2001) und der mechanistischen Studie mit TBTO an Mäusen (Kumasaka et al. 2002) wird der NOAEL für Fertilität für Tri-n-butylzinnverbindungen mit 0,4 mg/kg KG und Tag bewertet. Die 2-Generationenstudie mit TBTO (BUA 1988), sowie die OECD-Screening-Tests mit den Mono- und Di-n-butylzinnverbindungen können zur Bewertung der Fertilität nur begrenzt herangezogen werden, da die relevanten Endpunkte, wie Spermienparameter, Zeitpunkt der Vaginalöffnung oder Östruszyklus der Nachkommen, nicht bestimmt wurden.

5.6.2 Entwicklungstoxizität
Pränatale Entwicklungstoxizität

Studien zur Wirkung der n-Butylzinnverbindungen auf die pränatale Entwicklung finden sich in der Tabelle 5.

Table 5. Studien zur pränatalen Entwicklungstoxizität von n-Butylzinnverbindungen
Spezies, Stamm, Anzahl pro GruppeExpositionBefundeLiteratur
  1. a

    GD = Trächtigkeitstag

MBTC
Ratte, Wistar, je 13–14 ♀GD 7–17, 0, 50, 100, 200, 400 mg MBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20400 mg/kg KG: Muttertiere: NOAEL; keine signifikanten Effekte auf KG-Zunahme , Futteraufnahme oder absol. Thymusgew .; Feten: NOAELNoda et al. 1992
Ratte, Wistar, je 16 ♀GD 0–3 oder 4–7, 0, 56, 226, 903 mg MBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20903 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] ( ♀ )Ema und Harazono 2001
Ratte, Wistar, je 6–11 ♀GD 7–8, 0, 1000, 1500, 2000 mg MBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 201000 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] 1500 mg/kg KG: Muttertiere: Mortalität (5/11); Feten: Zahl lebender Feten/Wurf [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW]Ema et al. 1995a
  2000 mg/kg KG: Muttertiere:Mortalität (6/6) 
DBTC
Ratte,GD 7–15,2,5 mg/kg KG: Feten: NOAELEma et al.
Wistar, je 10–12 ♀0; 2,5; 5; 7,5; 10 mg DBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 5 mg/kg KG: Muttertiere:NOAEL; KG-Zunahme leicht [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Missbildungen [UPWARDS ARROW] (cranio-facialer Bereich, Skelettsystem)1991
  ab 7,5 mg/kg KG: Muttertiere: Mortalität, KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], Aborte; Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Feten/Wurf [DOWNWARDS ARROW] 
  10 mg/kg KG: Muttertiere: Mortalität (75%) 
Ratte, Wistar, je 25 ♀GD 6–15, 0; 1; 2,5; 5; 10 mg DBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 205 mg/kg KG: Muttertiere: NOAEL; Feten: NOAEL (ein Fetus mit Ödem)Farr et al. 2001
10 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW], keine Mortalität; Feten:Missbildungen [UPWARDS ARROW] (bei 4 Feten aus 3 Würfen: Ödeme, Verkürzung des Zungenbändchens, Hydrocephalus, Anophthalmie, Zwerchfellhernie, Defekte der Unterkiefer, skelettale Anomalien)
Ratte, Wistar, je 16–19 ♀GD 0–3 oder 4–7, 0, 4, 8, 15 mg DBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 4 mg/kg KG: Muttertiere: NOAEL für KG-Zunahme; Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW] (GD 0–3); Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW] (GD 4–7), Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] (GD 4–7)Ema und Harazono 2000
ab 8 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] (GD 0–3; 4–7), Trächtigkeitsrate [DOWNWARDS ARROW] (GD 0–3), Zahl der Implantationen [DOWNWARDS ARROW] (GD 0–3), Präimplantationsverluste [UPWARDS ARROW] (GD 0–3); Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW] (GD 0–3), Resorptionen und Zahl toter Feten [UPWARDS ARROW] (GD 4–7), Zahl lebender Feten [DOWNWARDS ARROW] (GD 4–7)
15 mg/kg KG: Feten: Totalresorptionen [UPWARDS ARROW] Untersuchungen erstreckten sich nur auf externe Anomalien
Ratte, Wistar, je 6–10 ♀GD 7–8, 0, 10, 15 mg DBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 10 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Feten/Wurf [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Missbildungen [UPWARDS ARROW] (Exenzephalie, Enzephalocele , Kiefer-, Lippen- u. Gaumenspalten, Verkürzung des Zungenbändchens, gespaltene Zunge, Nabelbruch, Klumpfuß, Defekte der Unterkiefer, Fusion u. Fehlen von Halswirbelbögen, Brustwirbelbögen u. Rippen, verwachsenes Brustbein, Fehlen oder verkleinerte Augäpfel)Ema et al. 1995a
Ratte,GD 8,80 µmol/kg KG: Muttertiere: NOAEL fürNoda et al. 1993
Wistar,0, 80 µmol/kg KG:KG-Zunahme u. Futteraufnahme;
je 10 ♀24 mg DBTC/kg KG,Feten: Missbildungen [UPWARDS ARROW] (Kieferspalten, Exenzephalie, craniale Hypoplasie, verwachsene Rippenbögen) u. Variationen [UPWARDS ARROW] mit allen DBT-Verbindungen
 28 mg DBTA/kg KG, 
 28 mg DBTM/kg KG, 
 20 mg DBTO/kg KG, 
 50 mg DBTL/kg KG, Schlundsonde, Untersuchung GD 20 
Ratte, Wistar, je 20 ♀GD 7–9,10–12 oder 13–15 bzw. 6, 7, 8 oder 9, 0, 20, 40 mg DBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20Auslösung teratogener Effekte GD 7–9, effektivster Tag GD 8Ema et al. 1992
Ratte, Wistar, je 11–13 ♀GD 13–17, 0; 165; 330 µmol DBTC/kg KG u. Tag (0, 50, 100 mg/kg KG u. Tag), Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 50 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Mortalität [UPWARDS ARROW] ; Feten: KG [DOWNWARDS ARROW]Ema et al. 1996
TBTO
Maus, Swiss, je 8 ♀GD 6–15, 0, 5, 20, 40 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 17ab 5 mg/kg KG: Muttertiere: Plazentagew. [UPWARDS ARROW], abs. Milzgew. [DOWNWARDS ARROW] ab 20 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]Baroncelli et al. 1990
  40 mg/kg KG: Muttertiere:Piloerektion, Lethargie, gebückte Haltung, vaginale Blutungen, Totalresorptionen, KG [DOWNWARDS ARROW] während der ersten 4 Tage; Feten:Resorptionen [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Feten [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] Untersuchungen erstreckten sich nur auf externe Anomalien 
Maus, NMRI, je 40 ♀GD 6–17, 0; 0,5; 2; 5; 14; 27 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 18 14 mg/kg KG: Muttertiere, Feten: NOAELFaqi et al. 1997
  27 mg/kg KG: Muttertiere: Mortalität [UPWARDS ARROW] (3/40), Speichelfluss, Apathie, absol. u. rel. Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Skelettanomalien [u. a. Gaumenspalten 11,4%, kurze Unterkiefer 5%, fusionierte Hinterhauptschädelknochen (occipital/basisoccipital) 3%] T 
Maus, NMRI, je 6–20 ♀; 118 KontrollenGD 6–15, 0; 1, 4, 6, 12, 23, 35 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 186 mg/kg KG: Muttertiere, Feten: NOAELDavis et al. 1987
12 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Gaumenspalten 7% (Kontrolle 0,7%)
23 mg/kg KG: Feten: strukturelle Anomalien u . Variationen [UPWARDS ARROW]
35 mg/kg KG: Muttertiere: Mortalität [UPWARDS ARROW] (1/6); Feten: Totalresorptionen (1/5), Resorptionen [UPWARDS ARROW], lebende Feten [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Gaumenspalten 48%, Variationen [UPWARDS ARROW]
Ratte, Sprague Dawley, je 24 ♀GD 6–19, 0, 5, 9, 18 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 205 mg/kg KG: Muttertiere:NOAEL (KG- Zunahme geringfügig [DOWNWARDS ARROW]); Feten: Variationen [UPWARDS ARROW] (asymetrisches Brustbein, „rudimentäre Strukturen”, 14. Rippe)US EPA 1997
  9 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] 
  18 mg/kg KG: Feten: Resorptionen, Feten/Implantationsstellen [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Missbildungen (Brustbeinmissbildungen, Gaumenspalten) 
Ratte, Sprague Dawley, je 12 ♀GD 0–19 oder GD 8–19, 0; 0,25; 2,5; 10; 20 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 10 mg/kg KG: Feten:Sertolizellenzahl [DOWNWARDS ARROW]Kishta et al. 2007
20 mg/kg KG: Feten: Gonozytenzahl [DOWNWARDS ARROW] Licht- und elektronenmikroskopische Untersuchungen der fetalen Hoden und Ovarien sowie der Genexpression
Kaninchen, Weiße Neuseeländer, je 20 ♀GD 6–18, 0; 0,2; 1; 2,5 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 291 mg/kg KG: Muttertiere,Feten: NOAELWHO 1990
2,5 mg/kg KG: Muttertiere: KG [DOWNWARDS ARROW], Aborte [UPWARDS ARROW] (7/20; Kontrolle 3/20); Feten:Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] (nicht signifikant)
TBTC
Ratte, Sprague Dawley, je 12–25 ♀GD 0–19, 0; 0,25; 2,5; 10; 20 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 200,25 mg/kg KG: Feten: anogenitaler Abstand[UPWARDS ARROW]Adeeko et al. 2003
  2,5 mg/kg KG: Muttertiere: NOAEL
  10 mg/kg KG: Muttertiere: Thyroxin- u. Triiodthyroxin-Konz. [DOWNWARDS ARROW]; Feten: Variationen [UPWARDS ARROW] (nicht-verbundene Ossifikationszentren, wie zweigeteiltes Brustbein)
  20 mg/kg KG: Muttertiere:Trächtigkeitsrate [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Wurfgröße [DOWNWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Missbildungen [UPWARDS ARROW] (Brustbeinspalte 2/23)
 GD 7–15,ab 5 mg/kg KG: Muttertiere:Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten:Fetengew. ( ♀ ) [DOWNWARDS ARROW], verzögerte Ossifikation des BrustbeinsItami et al. 1990
Ratte, Wistar, je 10–12 ♀0, 5, 9, 15, 25 mg TBTC/kg KG u. Tag,
Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 9 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Resorptionen [UPWARDS ARROW], Zahl toter Feten [UPWARDS ARROW]
  25 mg/kg KG: Muttertiere:Mortalität (7/10), Sedierung, Diarrhö, Speichelfluss; Feten: keine lebenden Feten
 GD 0–7,Kontrolle: alle Tiere trächtigHarazono et al. 1996
Ratte, Wistar, je 10–14♀0, 8, 12, 16 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 8 mg/kg KG: Muttertiere:Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], nicht trächtige Tiere 18%
  ab 12 mg/kg KG: Muttertiere:toxisch, nicht trächtige Tiere 71%; Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], verzögerte Ossifikation 
  16 mg/kg KG: Muttertiere: nicht trächtige Tiere 77% 
Ratte, Wistar, je 11 − 14 ♀GD 7–8, 0, 40, 80 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 40 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Fetengew. [DOWNWARDS ARROW]Ema et al. 1995a
  80 mg/kg KG: Feten: Resorptionen [UPWARDS ARROW], Zahl lebender Feten [DOWNWARDS ARROW], Missbildungen [UPWARDS ARROW] (Gaumenspalten) 
Ratte, Wistar, je 11–14 ♀GD 13–15, 0; 165; 330 µmol TBTC/kg KG u. Tag (0, 54, 107 mg/kg KG u. Tag), Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 54 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]; Feten: Missbildungen [UPWARDS ARROW] (Gaumenspalten)Ema et al. 1996
  107 mg/kg KG: Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] 
Ratte, Wistar, je 11 − 14 ♀GD 7–9,10–12 oder 13–15, 0, 25, 50, 100 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 25 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]; Feten: Totalresorptionen, lebende Feten [DOWNWARDS ARROW], Postimplantationsverluste GD 7–9, Gaumenspalten [UPWARDS ARROW] (GD 13–15) 
  100 mg/kg KG: Feten: Fetengew. [DOWNWARDS ARROW], Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW], Gaumenspalten [UPWARDS ARROW] (GD 10–12), Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] (GD 13–15)Ema et al. 1995b
Ratte, Wistar, je 10–12 ♀einmalig GD 7–15, 0, 100, 200 mg TBTC/kg KG u. Tag Schlundsonde, Untersuchung GD 20200 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] ; Feten: Totalresorptionen (GD 7–9), Postimplantationsverluste u. Zahl lebender Feten [DOWNWARDS ARROW] (GD 7–11), Fetengew. [DOWNWARDS ARROW] (GD 7- 15), externe Missbildungen (Gaumenspalten , GD 7–14, bes. GD 11–14) [UPWARDS ARROW] 
Ema et al. 1997
Ratte, Wistar, je 12–16 ♀GD 0–3 oder 4–7, 0; 8; 16; 33; 65 mgab 8 mg/kg KG: Muttertiere: Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW] 
TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 20ab 16 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW] (GD 4–7), Feten: Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW] (GD 4–7), Fetengew. [DOWNWARDS ARROW]Harazono et al. 1998
33 mg/kg KG: Feten:Postimplantationsverluste [UPWARDS ARROW] (GD 0–3), Zahl lebender Feten [DOWNWARDS ARROW] (GD 4–7), keine [UPWARDS ARROW] Variationen oder Missbildungen 
TBTA
Ratte, Wistar, je 10–14 ♀GD 7–17, 0, 1, 2, 4, 8, 16 mg TBTA/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung GD 202 mg/kg KG: Muttertiere: NOAEL ab 4 mg/kg KG: Muttertiere: Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW]Noda et al. 1991
16 mg/kg KG: Muttertiere:Speichelfluss, Futteraufnahme [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Trächtigkeitsrate [DOWNWARDS ARROW] (10/14 trächtig); Feten: Totalresorptionen (5/10 Würfen), lebende Feten [DOWNWARDS ARROW], Gaumenspalten [UPWARDS ARROW] (6/27), skelettale Variationen [UPWARDS ARROW]
TTBT
Ratte, Wistar, je 10–13, ♀GD 13–15, 0, 330, 660, 1320, 2640, 5280 µmol TTBT/kg KG (0, 115, 229, 458, 917, 1833 mg TTBT/kg KG u. Tag), Schlundsonde, Untersuchung GD 20114 mg/kg KG: Muttertiere:NOAELEma et al. 1996
ab 229 mg/kg KG: Muttertiere:KG- Zunahme [DOWNWARDS ARROW]
ab 917 mg/kg KG: Feten: Missbildungen [UPWARDS ARROW], Gaumenspalten in 23/138 Feten in 3/12 Würfen; Kontrolle: 0/133 Feten in 0/11 Würfen
1833 mg/kg KG: Feten:Gaumenspalten bei 13/115 Feten in 6/9 Würfen, lt. Autoren erst bei dieser Dosis stat. signifikant

Mono-n-butylzinnverbindungen

In einer validen Entwicklungstoxizitätsstudie an Wistar-Ratten wurden bei oraler Applikation vom 7. bis 17. Trächtigkeitstag von bis zu 400 mg MBTC/kg KG und Tag keine signifikanten maternaltoxischen oder entwicklungstoxischen Wirkungen beobachtet (Noda et al. 1992). In einem OECD-Screening-Test 421 (siehe Tabelle 4), der zur abschließenden Bewertung der pränatalen Entwicklungstoxizität nicht ausreicht, fanden sich bis 530 mg MBTC/kg KG und Tag keine Hinweise auf entwicklungstoxische Effekte (Parametrix Inc 2006 f). Die Verabreichung von 903 mg MBTC/kg KG und Tag vom Beginn der Trächtigkeit bis zum dritten Trächtigkeitstag oder vom 4. bis 7. Trächtigkeitstag (Ema und Harazono 2001) führte zu verringerten Fetengewichten bei gleichzeitig verringerten maternalen Körpergewichtszunahmen. Bei Gabe von 1500 und 2000 mg/kg KG und Tag vom 7. bis 8. Trächtigkeitstag war die Mortalität von Muttertieren und Feten erhöht (Ema et al. 1995a). Es wurden keine vermehrten Missbildungen beobachtet. Für MBTC liegt demnach der NOAEL für maternale Toxizität und Entwicklungstoxizität bei 400 mg/kg KG und Tag.

Di-n-butylzinnverbindungen

In zwei Entwicklungstoxizitätsstudien erfolgte bei Wistar-Ratten die DBTC-Verabreichung vom 6. bis 15. (Farr et al. 2001) oder vom 7. bis 15. Trächtigkeitstag (Ema et al. 1991). Fetotoxische Effekte und Missbildungen wurden ab 5 mg/kg KG und Tag (Ema et al. 1991) bzw. bei 10 mg/kg KG und Tag (Ema et al. 1995a; Farr et al. 2001) beobachtet. Erhöhte Mortalität trat bei 7,5 mg/kg KG und Tag auf (Ema et al. 1991). Für DBTC liegt der NOAEL für maternale Toxizität bei 5 mg/kg KG und Tag und für Entwicklungstoxizität bei 2,5 mg/kg KG und Tag (Ema et al. 1991).

In mechanistischen Studien an Wistar-Ratten erwiesen sich neben DBTC auch DBTO, DBTA, DBTM und DBTL bei 180 µmol/kg KG und Tag (24 mg DBTC/kg KG, 28 mg DBTA/kg KG, 28 DBTM/kg KG, 20 mg DBTO/kg KG, 50 mg DBTL/kg KG) als teratogen (Noda et al. 1993). Es wurde diskutiert, dass die Di-n-butylgruppe für das teratogene Potential verantwortlich ist (Noda et al. 1993). Als teratogene Befunde wurden Exenzephalie, Enzephalocele, Kiefer-, Lippen- und Gaumenspalten, Verkürzung des Zungenbändchens, gespaltene Zunge, Nabelbruch, Klumpfuß, Defekte der Unterkiefer, Fusion und Fehlen von Halswirbelbögen, Brustwirbelbögen und Rippen, verwachsenes Brustbein, verkleinerte oder fehlende Augäpfel aufgeführt (Ema et al. 1995a). Die Auslösung teratogener Effekte durch DBTC erfolgte zwischen dem 7. und 9. Trächtigkeitstag (Ema et al. 1992, 1995; Noda et al. 1993). Behandlungen vom Beginn der Trächtigkeit an bis zum 3. Trächtigkeitstag führten zu Prä- und Postimplantationsverlusten (7,6 mg/kg KG), Applikationen vom 4. bis 7. Trächtigkeitstag verursachten verringerte Fetengewichte (3,8 mg/kg KG) und erhöhte Embryo- und Fetomortalität (7,6 mg/kg KG und Tag). Höhere Expositionen während der späten Organogenese, zwischen dem 13. und 17. Trächtigkeitstag (50 mg/kg KG und Tag), bewirkten lediglich verringerte fetale Körpergewichte (Ema et al. 1996).

Tri-n-butylzinnverbindungen

Die TBTO- Verabreichung an Swiss-Mäuse vom 6. bis 15. (Baroncelli et al. 1990) oder an NMRI-Mäuse vom 6. bis 15. (Davis et al. 1987) bzw. vom 6. bis 17. Trächtigkeitstag (Faqi et al. 1997) rief bei leicht maternaltoxischen Dosierungen (verringerte Körpergewichtszunahme) von 12 mg/kg KG und Tag (Davis et al. 1987) vermehrt Gaumenspalten und bei stark maternaltoxischen Dosierungen von 27 mg/kg KG und Tag (Faqi et al. 1997) oder 35 mg/kg KG und Tag (Davis et al. 1987) verringerte Fetengewichte sowie weitere Anomalien und Variationen hervor. Bei 35 mg/kg KG und Tag (Davis et al. 1987) und 40 mg/kg KG und Tag (Baroncelli et al. 1990) zeigten sich vermehrt Resorptionen bzw. Totalresorptionen. Bei Mäusen liegt für TBTO der NOAEL für die maternale Toxizität auf Grund eines erniedrigten Milzgewichtes unter 5 mg/kg KG und Tag (Baroncelli et al. 1990) und der NOAEL für die Entwicklungstoxizität bei 6 mg/kg KG und Tag (Davis et al. 1987).

Bei Ratten führten Tri-n-butylzinnverbindungen, meistens wurde TBTC untersucht, vereinzelt bereits ab 5 mg/kg KG und Tag, einer maternal nicht bzw. leicht toxischen Dosierung, zu vermehrten Variationen (US EPA 1997) sowie verzögerten Ossifikationen (Itami et al. 1990). In anderen Untersuchungen wurden vermehrt Variationen oder Ossifikationsverzögerungen erst ab 10 mg/kg KG und Tag (Adeeko et al. 2003) oder 12 mg/kg KG und Tag (Harazono et al. 1996) beobachtet. Missbildungen, meist Gaumenspalten, zeigten sich bei maternaltoxischen Dosierungen ab 16 mg/kg KG und Tag (Noda et al. 1991), 18 mg/kg KG und Tag (US EPA 1997) oder 20 mg/kg KG und Tag (Adeeko et al. 2003). Die Relevanz der in der Studie von Adeeko et al. 2003 ab der niedrigsten Dosierung von 0,25 mg TBTC/kg KG und Tag beobachteten erhöhten Anogenitalabstände ausschließlich bei männlichen Feten am 20. Trächtigkeitstag erscheint gering, da diese nicht dosisabhängig verändert waren.

Mechanistische Studien ließen erkennen, dass Gaumenspalten vor allem am 13., 14. oder 15. Trächtigkeitstag induziert wurden (Ema et al. 1995b, 1997). Expositionen an früheren Tagen wirkten embryotoxisch mit erhöhten Postimplantationsverlusten und Resorptionen (Ema et al. 1995b, 1997; Harazono et al. 1998). Expositionen zu späteren Zeitpunkten ließen verringerte Fetengewichte erkennen (Ema et al. 1995b, 1996). Die NOAEL für maternaltoxische und entwicklungstoxische Effekte von Tri-n-butylzinnverbindungen bei Ratten liegen bei 2,5 mg/kg KG und Tag (Adeeko et al. 2003). In einer nach WHO zitierten Studie an Kaninchen aus dem Jahre 1987 führten bereits 2,5 mg TBTO/kg KG und Tag zu deutlicher Toxizität bei den Muttertieren und zu Aborten. Bei den Feten war jedoch nur das Körpergewicht geringfügig verringert (WHO 1990). Bei Kaninchen war damit der NOAEL für die maternaltoxischen und die entwicklungstoxischen Effekte 1 mg TBTO/kg KG und Tag.

Tetra-n-butylzinn

TTBT verursachte bei Ratten bei einer maternaltoxischen Dosierung von 917 mg/kg KG und Tag vermehrt Missbildungen in Form von Gaumenspalten, die von den Autoren erst ab 1833 mg/kg KG und Tag als statistisch signifikant angesehen wurden (Ema et al. 1996). In einem OECD-Screening-Test 422 (siehe Tabelle 4) wurden bis zur höchsten Dosierung von 119 mg/kg KG und Tag keine äußerlich sichtbaren Missbildungen beobachtet (ORTEP 2004).

Postnatale Entwicklungstoxizität

Studien zur Wirkung der n-Butylzinnverbindungen auf die postnatale Entwicklung finden sich in Tabelle 6.

Table 6. Studien zur postnatalen Entwicklungstoxizität von n-Butylzinnverbindungen
Spezies, Stamm, Anzahl pro GruppeExpositionBefundeLiteratur
  1. a

    GD = Trächtigkeitstag

TBTO
Maus, Swiss, je 8–36 ♀GD 6–15, 0, 5, 10, 20, 30 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung PND 7, 14,215 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW]; Nachkommen:NOAEL, transiente hämatologische Befunde bei den Neugeborenen (PND 1) ohne klare Dosisabhängigkeit (Zellvolumen, MCV [DOWNWARDS ARROW], Hämoglobingehalt der Erythrozyten [DOWNWARDS ARROW], MCH verändert, Leukozyten leicht [UPWARDS ARROW])Baroncelli et al. 1995; Karrer et al. 1995
  ab 10 mg/kg KG: Muttertiere: KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], vernachlässigte Brutpflege, Kannibalismus; Nachkommen: KG-Zunahme bis PND 7 [DOWNWARDS ARROW],, postnatale überlebende Tiere bis PND 7 [DOWNWARDS ARROW] 
  ab 20 mg/kg KG: Nachkommen:Zahl lebender Jungtiere [DOWNWARDS ARROW], Geburtsgew. [DOWNWARDS ARROW], Thymusgew. bis PND 21 nicht verändert 
  30 mg/kg KG: Muttertiere:vaginale Blutungen (1 Tier GD 12) 
Maus, ICR, (k. w. A)GD 4–17 bzw. 11–17, 0; 0,1 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung Postnatalwoche 4 u. 80,1 mg/kg KG: Nachkommen:Unterdrückung der Hypersensitivität vom verspäteten Typ gegenüber Schafserythrozyten, Hemmung der Antikörperreaktionen auf Ovalbumin u. Lipopolysaccharid, veränderte Proliferationen von Thymozyten u. Milzzellen , erhöhte Zahl der weißen BlutkörperchenBuckiova et al. 1992
  Studie nur als Abstract vorliegend, keine Darstellung der Daten 
Ratte, Long Evans, je 15–18GD 6–20, 0; 2,5; 5; 10; 12; 16 mg TBTO/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung bis PND 1105 mg/kg KG: Muttertiere, Nachkommen:NOAELCrofton et al. 1989
  ab 10 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], Nachkommen:Wurfgröße [DOWNWARDS ARROW], Geburtsgew. [DOWNWARDS ARROW], KG-Zunahme [DOWNWARDS ARROW], überlebende Tiere [DOWNWARDS ARROW], verzögerte vaginale Öffnung (♀) u. verringerte motorische Aktivität PND 14, 47, 62 (entsprechend den geringeren Körpergewichten), abs. Gew. von Gehirn, Kleinhirn u. Hippokampus [DOWNWARDS ARROW] PND 110 (keine Relativierung der Befunde auf verringertes Köpergew.) 
  ab 12 mg/kg KG: Muttertiere:vaginale Blutungen; Nachkommen:überlebende Tiere [DOWNWARDS ARROW], Gaumenspalten [UPWARDS ARROW] 16 mg/kg KG: Muttertiere:KG-Abnahme 
TBTC
Ratte, Sprague Dawley, je 16 ♀, Nachkommen je 12 ♂, ♀GD 8-PND 30, 60 oder 90, 0; 0,025; 0,25; 2,5 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung PND 30, 60, 90ab 0,025 mg/kg KG: Nachkommen: NOAEL, bis PND 21: kein n-Butylzinn im MageninhaltCooke et al. 2004
 ab 0,25 mg/kg KG: Nachkommen: bis PND 21: kein n-Butylzinn im Mageninhalt; rel. Milzgew. [DOWNWARDS ARROW] (PND 30 ♂), rel. Thymusgew. [DOWNWARDS ARROW] (PND 60 ♀)
 2,5 mg/kg KG: Muttertiere: keine Effekte; Nachkommen: rel. Lebergew. [DOWNWARDS ARROW] (PND 60 ♀, PND 90 ♂)
Ratte, Sprague Dawley, je 10 ♀, Nachkommen je 10 ♂ oder ♀GD 8-PND 30, 60 oder 90, 0; 0,025; 0,25; 2,5 mg TBTC/kg KG u. Tag, Schlundsonde, Untersuchung PND 30 (♂, ♀); 60 (♀); 90 ♂ab 0,025 mg/kg KG: Nachkommen: Lymphozytenmangel u. Athrophie der Lymphknoten [UPWARDS ARROW] (PND 30 ♂); IgM [UPWARDS ARROW], Milzatrophie (PND 60 ♂); Aktivität der NK-Zellen [UPWARDS ARROW] (PND 90 ♂)Tryphonas et al. 2004
ab 0,25 mg/kg KG: Nachkommen: Thymusatrophie [UPWARDS ARROW] (PND 30 ♂, ♀), Anzahl CD4+8+ (unreife T-Lymphozyten) [UPWARDS ARROW] u. Abwehrschwäche gegen Listeria monocytogenes (PND 60 ♀); IgA [DOWNWARDS ARROW], IgG [UPWARDS ARROW] u. Immunantwort vom verzögerten Typ auf Oxalon [UPWARDS ARROW] (PND 90 ♂)
2,5 mg/kg KG: Nachkommen:Anzahl NK- Zellen [DOWNWARDS ARROW] (PND 30 ♂,♀ <;»; IgG2α [DOWNWARDS ARROW], IgM [UPWARDS ARROW] (PND 90 ♂)

Mono-n-butylzinnverbindungen

In einem OECD-Screening-Test 421 (siehe Tabelle 4) an Wistar-Ratten wurden bis zur höchsten Dosierung von 530 mg MBTC/kg Futter keine behandlungsbedingten Veränderungen bei den Elterntieren oder bei den bis zum 4. Lebenstag untersuchten Nachkommen beobachtet (Parametrix Inc 2006 f).

In einem OECD-Screening-Test 422 (siehe Tabelle 4) traten bei Sprague-Dawley-Ratten bei 150 mg MTB(2-EHMA)/kg KG und Tag maternale Toxizität (unter anderem erhöhte Mortalität, verringerte Körpergewichtszunahme und Futteraufnahme) auf. Bei den Nachkommen war die Mortalität bis zum 4. Lebenstag erhöht und die Körpergewichtszunahme verringert. In dieser Studie erwiesen sich 50 mg MTB(2-EHMA)/kg KG und Tag als NOAEL für die postnatale Entwicklungstoxizität und für die systemische Toxizität (Parametrix Inc 2006 g).

Di-n-butylzinnverbindungen

In einem OECD-Screening-Test 421 (siehe Tabelle 4) an Wistar-Ratten traten ab 11 mg DBTC/kg KG und Tag erhöhte Postimplantationsverluste sowie eine ausgeprägte Fetotoxizität mit erhöhter Mortalität bis zum 4. Lebenstag auf. Für diesen Endpunkt liegt der NOAEL bei 2 mg/kg KG und Tag (Parametrix Inc 2006 a).

Tri-n-butylzinnverbindungen

Die Verabreichung von TBTO vom 6. bis 15. Trächtigkeitstag führte bei Swiss-Mäusen ab der niedrigsten Dosierung von 5 mg/kg KG und Tag zu verringerten maternalen Körpergewichtszunahmen und bei den Neugeborenen am ersten Lebenstag vorübergehend zu einem verminderten Zellvolumen und Hämoglobingehalt der Erythrozyten und einer leicht erhöhten Leukozytenzahl. Ab 10 mg/kg KG und Tag waren bei den Nachkommen die Körpergewichtszunahmen verringert und die Mortalität erhöht (Baroncelli et al. 1995; Karrer et al. 1995). Da die Wirkungen auf Erythrozyten und Leukozyten nicht dosisabhängig waren und auch am 7., 14. oder 21. Lebenstag nicht mehr auftraten, wurden sie als nicht relevant angesehen. Damit ist bei Mäusen der NOAEL für postnataltoxische Effekte 5 mg TBTO/kg KG und Tag.

Eine Untersuchung zu postnatalen entwicklungstoxischen Wirkungen auf das Immunsystem von Mäusen nach pränataler Exposition gegen 0,1 mg/kg KG und Tag liegt nur als Zusammenfassung vor. Berichtet wurde von einer Unterdrückung der Hypersensitivität, einer Hemmung der Antikörperreaktionen, einer veränderten Proliferation von Thymozyten und Milzzellen sowie von einer erhöhten Zahl der weißen Blutkörperchen (Buckiova et al. 1992). Da keine Darstellung der Einzeldaten vorliegt und nur eine TBTO-Dosis verabreicht worden war, kann diese Untersuchung nicht zur Bewertung der postnatalen Entwicklungstoxizität herangezogen werden.

Long-Evans-Ratten, denen vom 6. bis 20. Trächtigkeitstag bis zu 16 mg TBTO/kg KG und Tag verabreicht worden war, zeigten ab 10 mg/kg KG und Tag verringerte maternale Körpergewichtszunahmen. Bei den Nachkommen waren Wurfgröße, Geburtsgewicht und Körpergewichtszunahme verringert und die Sterblichkeit erhöht. Bei der Bewertung der Wirkungen auf die motorische Aktivität und auf die absoluten Gehirngewichte wurden die verringerten Körpergewichte nicht berücksichtigt (Crofton et al. 1989). Gerade auf die Körpergewichtsabnahme ließen sich die Effekte aber plausibel zurückführen. Da die Dosierung auch im letalen Bereich für die Jungtiere lag, kann aus diesen Befunden keine neurotoxische Wirkung abgeleitet werden. Der NOAEL für postnatale Toxizität in dieser Untersuchung beträgt 5 mg/kg KG und Tag.

TBTC wurde weiblichen Sprague-Dawley-Ratten vom 8. Trächtigkeitstag an verabreicht und die Nachkommen bis zum Alter von 90 Tagen weiter dosiert. Effekte auf die Neugeborenen wurden nicht berichtet. Die postnatale Mortalität war nicht signifikant erhöht. Bei den Jungtieren waren bei 0,25 mg/kg KG und Tag die relativen Milz- und Thymusgewichte signifikant verringert, und bei 2,5 mg/kg KG und Tag traten verringerte relative Lebergewichte auf (Cooke et al. 2004). Der NOAEL für toxische Effekte bei den Jungtieren, wie verringertes Thymusgewicht, lag bei 0,025 mg TBTC/kg KG und Tag. Signifikante Wirkungen auf die Nachkommen bei der Geburt oder während der Laktation waren in der Studie nicht ersichtlich.

In utero ab dem 8. Tag und bis postnatal 30, 60 oder 90 Tage lang gegen 0,025; 0,25 oder 2,5 mg TBTC/kg KG und Tag exponierte Sprague-Dawley-Ratten zeigten ab 0,025 mg TBTC/kg KG und Tag eine Verringerung der Lymphozytenzahl und Atrophie der Lymphknoten sowie Milzatrophie und ab 0,25 mg/kg KG und Tag Thymusatrophie. Als Veränderungen der Immunzellen wurden ab 0,025 mg TBTC/kg KG und Tag erhöhte Aktivitäten der NK-Zellen und ab 0,25 mg/kg KG eine vermehrte Anzahl unreifer T-Lymphozyten beobachtet. Im Serum war der Gehalt an Immunglobulinen ab 0,025 mg/kg KG und Tag verändert (Tryphonas et al. 2004). Der LOAEL für Effekte auf Lymphknoten und Milz von Jungtieren lag bei 0,025 mg TBTC/kg KG und Tag.

Für die Bewertung der fruchtschädigenden Wirkung von TBTC am Arbeitsplatz sind diese beiden Studien nicht geeignet, da es sich um die Effekte bei exponierten Jungtieren handelt.

In einer Zwei-Generationenstudie (siehe Tabelle 4) mit Dosierungen von bis zu ca. 3 mg TBTO/kg KG und Tag war bei Ratten die Körpergewichtszunahme der Jungtiere während der Laktation sowie das absolute und relative Thymusgewicht der adulten Tiere verringert. Der NOAEL lag bei 0,3 mg/kg KG und Tag (BUA 1988).

In einer weiteren Zwei-Generationenstudie (siehe Tabelle 4) mit TBTC wurden bei Wistar-Ratten bei der höchsten Dosierung von ca. 10 mg/kg KG und Tag verringerte Geburtsgewichte und verringerte postnatale Körpergewichtszunahmen beobachtet. Effekte auf die weiblichen Nachkommen waren bei dieser Dosierung ein deutlich vergrößerter Anogenitalabstand bei Neugeborenen, eine verzögerte Vaginalöffnung und bei adulten Tieren verkürzte und unregelmäßige Östruszyklen und verringerte relative Ovar- und Uterusgewichte. Bei männlichen adulten Nachkommen wurden bei dieser Dosisgruppe verringerte relative Prostatagewichte, eine verringerte Spermatiden- und Spermienzahl, erhöhte Testosteron- und verringerte 17β-Estradiol-Konzentrationen bestimmt. Bei 2 mg/kg KG und Tag war bei den männlichen Nachkommen die Spermatidenzahl signifikant verringert (Ogata et al. 2001). Der NOAEL für Effekte von TBTC auf männliche Nachkommen war demnach 0,4 mg/kg KG und Tag, der NOAEL für Effekte auf weibliche Nachkommen 2 mg/kg KG und Tag. Da die Effekte bei weiblichen Tieren zum Teil schon bei der Geburt erkennbar waren, sind die Schäden möglicherweise bereits pränatal gesetzt worden. Aus dieser Studie wird ein NOAEL von 0,4 mg/kg KG und Tag für die postnatale Toxizität abgeleitet.

Tetra-n-butylzinn

In einem OECD-Screening-Test 422 (siehe Tabelle 4) zeigten sich bei ca. 119 mg TTBT/kg KG und Tag bei Wistar-Ratten erhöhte Postimplantationsverluste, die Zahl lebender Nachkommen war vermindert und die postnatale Mortalität der Nachkommen erhöht. Der NOAEL für Entwicklungstoxizität lag bei ca. 19 mg TTBT/kg KG und Tag und der für systemische Toxizität, wie verringerte Milz- und Thymusgewichte sowie Thymusveränderungen, betrug ca. 6,5 mg TTBT/kg KG und Tag (ORTEP 2004).

5.7 Genotoxizität

5.7.1 In vitro

Eine Übersicht der Daten der In-vitro-Genotoxiziätsstudien gibt die Tabelle 7.

Table 7. Genotoxizität der n-Butylzinnverbindungen in vitro
EndpunktTestssystemSubstanzKonz.bereich [µg/Platte]*wirksame Konz. *Zytotox.*1ErgebnisLiteratur
-S9+S9
  • *

    Wenn nicht anders angegeben, bezieht sich die Angabe auf [µg/Platte], F) Fluktuationstest, 1) Angaben nur, wenn in Publikation erwähnt

Rec-assayB. subtilis M45(rec-), H17(rec+)MBTO10–10000100 + Hamasaki et al. 1992
 B. subtilis M45(rec-), H17(rec+)DBTC10–100002000 + Hamasaki et al. 1992
 B. subtilis M45(rec-), H17(rec+)TBTC10–1000010 + Hamasaki et al. 1992
 B. subtilis M45(rec-), H17(rec+)TBTO58500-58500- Davis et al. 1987
 B. subtilis M45(rec-), H17(rec+)TTCT10–10000- - Hamasaki et al. 1992
MitotischeS. cerevisiae D4DBTCbis 100- --Parametrix Inc 2006 h
GenkonversionS. cerevisiae D4TBTO0,003–0,5 µg/ml  --Davis et al. 1987
 S. cerevisiae D4TBTO0,0001–0,01 µl/Platte 0,01 µl/Platte--Reimann und Lang 1987
SOS-ChromotestE.coli PQ37MBTO10–100005000 + Hamasaki et al. 1992
 E.coli PQ37MBTC10–100005000 + Hamasaki et al. 1992
 E.coli PQ37DBTC0,1–5,00,1 + Hamasaki et al. 1992
 E.coli PQ37TBTCbis 1000  - Parametrix Inc 2006 h
 E.coli PQ37TBTC10–10000  - Hamasaki et al. 1992
 E.coli PQ37TTBT10–10000  - Hamasaki et al. 1992
GenmutationS. typhimurium TA98,MBTC62–5000 185->5000--Parametrix Inc 2006 f
 TA100, TA1535, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA100MBTC1–10050>100+ Hamasaki et al. 1993
 S. typhimurium TA100MBTO1–100100≥100+ Hamasaki et al. 1993
 S. typhimurium TA98,MBT(2-EHMA)bis 5000- --Parametrix Inc 2006 g
 TA100, TA1535, TA1537; E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA98,DBTC0,5 −1000  --Parametrix Inc 2006 a
 TA100, TA1535, TA1537,       
 TA1538       
 S. typhimurium TA100DBTC0,1–1010≥10+-Hamasaki et al. 1993
 S. typhimurium TA 97,DBTA33 −3333- --Zieger et al. 1987
 TA98, TA100, TA1535       
 S. typhimurium TA 97,DBTL1–166- --Zieger et al. 1987
 TA98, TA100, TA1535       
 S. typhimurium TA98,DBTM0,3–62-21–62--Parametrix Inc 2006 d
 TA100, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA1535DBTM0,3–62->7--Parametrix Inc 2006 d
 S. typhimurium TA98,DBTO1,25–62 21–62  Parametrix Inc 2006 e
 TA100, TA1535, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA98,DBT(2-EHMA)6,2–5000-≥2500--Parametrix Inc 2006 b
 TA100, TA1535, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA98, TA100, TA1535, TA1537DBT(IOMA)25–5000 k. A.--Parametrix Inc 2006 i
 S. typhimurium TA98,DBT(IOMA)625 − 5000 ≥2500 -Parametrix Inc 2006 i
 TA100, TA1535, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA100TBTC0,01–10,050,1+ Hamasaki et al. 1993
 S. typhimurium TA98,TBTC0,1–21 7–21--Parametrix Inc 2006 h
 TA100, TA1535, TA1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA 97,TBTO2,5–500  --Davis et al. 1987
 TA98, TA100, TA 1530,       
 TA1535       
 S. typhimurium TA98,TBTO0,0001–0,16-≥0,0025- Reimann und Lang 1987
 TA100, TA1535, TA 1537, µl/Platte     
 TA 1537       
 S. typhimurium TA98,TBTO0,0001–0,16 ≥0,02 -Reimann und Lang 1987
 TA100, TA1535, TA 1537, µl/Platte     
 TA 1537       
 S. typhimurium TA100F)TBTO0,05–5,0 µM0,5≥0,5+ Davis et al. 1987
 S. pombe P1TBTO0,003–0,50,50,5-+Davis et al. 1987
 K. pneumoniaeF)TBTO19,7–1970 µM  - Davis et al. 1987
 S. typhimurium TA98,TTBT5,0–5000  --Parametrix Inc 2006 j
 TA100, TA1535, TA 1537;       
 E. coli WP2 uvr A       
 S. typhimurium TA98,TTBT5,0–5000  --Parametrix Inc 2006 j
 TA100, TA1535, TA 1537,       
 TA1538       
 S. typhimurium TA98,TTBT0,1–100-   Hamasaki et al. 1993
 TA100       
Schwester-CHO-ZellenTBTO0,0005–0,5-   Davis et al. 1987
chromatidaustausch        
Chromosomen-V79-ZellenMBTC62,5–500 µg/ml-   Parametrix Inc 2006 f
aberrationenHumanlymophozytenDBTCbis 7,5 µg/ml  ++Parametrix Inc 2006 a
 HumanlymophozytenTBTO0,005–0,1 µg/ml 0,1 µg/ml- Reimann und Lang 1987
   0,01–1,0 µg/ml 1,0 µg/ml - 
 CHO-ZellenTBTO0,8–8,48,48,4+ Davis et al. 1987
GenmutationV79-ZellenMBTCbis 5000- - Parametrix Inc 2006 f
HPRTV79-ZellenDBTCbis 0,0005 µl/ml-   Parametrix Inc 2006 a
 V79-ZellenDBTCbis 0,00006 µl/ml    Parametrix Inc 2006 a
 CHO-ZellenDBTC0,165–0,99 µM0,33 µM0,66 µM+ Li et al. 1982
 V79-ZellenTBTO0,02–0,22 µM-   Davis et al. 1987
   0,02–4,12 µM     
TK+/−L5178Y Maus-LymphomTBTO0,02–0,15µM- - Davis et al. 1987

In bakteriellen Testsystemen erwiesen sich n-Butylzinnverbindungen als nicht mutagen. Eine Ausnahme waren die Untersuchungen von Hamasaki et al. 1993, in denen MBTC, MBTO, DBTC und TBTC als positiv in Salmonella typhimurium TA100 beschrieben wurden. Hier kam es jedoch zu weniger als einer Verdopplung der Anzahl der Spontanmutationen. Andere Studien, unter anderem mit dem gleichen Stamm, waren negativ.

Ein weiterer positiver Befund für MBTO, DBTC und TBTC wurde von der gleichen Autorengruppe (Hamasaki et al. 1992) im sogenannten Rec-Assay berichtet. Dieser Test misst das präferentielle Absterben Rekombinations-negativer Bakterien gegenüber Rekombinations-positiven Bakterien, also keine Mutationen. Er gilt als Screening-Indikator-Test für genotoxische Chemikalien in Bakterien. Dieser Befund wurde von einer anderen Autorengruppe, die in einer groß angelegten Studie TBTO an den verschiedensten Endpunkten getestet hatte, nicht bestätigt (Davis et al. 1987).

Im sogenannten Fluktuationstest mit S. typhimurium TA100 verursachte TBTO ein positives Ergebnis erst im toxischen Bereich, und eine klare Dosisabhängigkeit war nicht zu erkennen (Davis et al. 1987).

MBTC, MBTO, DBTC erwiesen sich im SOS-Chromotest als positiv (Hamasaki et al. 1992). Es ist bekannt, dass dieser Test auf Inhibitoren der DNA-Synthese, die nicht die DNA schädigen, anspricht.

In Hefezellen wurden durch n-Butylzinnverbindungen keine Genmutationen und keine mitotischen Genkonversionen induziert (Davis et al. 1987).

In Säugerzellen zeigten sich durch MBTC, DBTC und TBTO keine Mutationen im HPRT-Test oder im Maus-Lymphoma-Test. Eine Ausnahme bildet die Studie von Li et al. 1982, in der DBTC im weitgehend zytotoxischen Bereich positiv war. TBTO induzierte Chromosomenaberrationen in CHO-Zellen, jedoch nur bei stark toxischen Konzentrationen, bei der keine Koloniebildung mehr beobachtet wurde (Davis et al. 1987). Der mit DBTC erhaltene positive Befund hinsichtlich der Induktion von Chromosomenaberrationen in Lymphozyten (Parametrix Inc 2006 a) kann nicht diskutiert werden, da die Orginalstudie nicht zu beschaffen war. In einer gut dokumentierten Studie mit TBTO wurden keine Chromosomenaberrationen in Lymphozyten verursacht (Reimann und Lang 1987).

Insgesamt zeigen die Untersuchungen in vitro, dass positive Testergebnisse nur bei zytotoxischen Konzentrationen auftreten, oder dass positive Untersuchungsergebnisse von anderen Autoren nicht bestätigt werden konnten.

5.7.2 In vivo
Somazellen

Ein nach OECD-Prüfrichtlinie 474 durchgeführter Mikronukleustest an ICR-Mäusen führte nach einmaliger oraler Verabreichung von 0, 10, 50 oder 250 mg MBTC/kg KG bei 250 mg/kg KG nach 48 Stunden zu einer statistisch signifikanten Erhöhung der Anzahl der Mikronuklei in 1000 polychromatischen Erythrozyten (1,3 gegenüber 0,6 in der Kontrolle, keine Zytotoxizität) des Knochenmarks. Nach 24 und 72 Stunden wurde kein Unterschied bei der Anzahl der Mikronukleus-enthaltenden Erythrozyten bei behandelten und unbehandelten Tieren beobachtet. Dem Befund nach 48 Stunden wurde keine biologische Signifikanz beigemessen (k. w. A.; Parametrix Inc 2006 f). In einem Mikronukleustest an ICR-Mäusen (gemäß OECD-Prüfrichtlinie 474) mit einmaliger oraler Verabreichung von 175, 350 oder 700 mg MBT(2-EHMA)/kg KG (männliche Tiere) bzw. 225, 450 oder 900 mg/kg KG (weibliche Tiere) wurde keine erhöhte Anzahl der Mikronuklei in Knochenmarkszellen gefunden (Parametrix Inc 2006 g).

Ein weiterer an ICR-Mäusen mit 0, 2, 10 oder 50 mg DBTC/kg KG durchgeführter Mikronukleustest war dagegen positiv. Eine Dosis von 50 mg DBTC/kg KG erwies sich als allgemein- und myelotoxisch und induzierte nach 48 und 72 Stunden eine signifikant vermehrte Anzahl an Mikronuklei (3,5 und 5,3 gegenüber 0,6 und 1,4 bei der Kontrolle) in Knochenmarkszellen (Atochem North America Inc 1991). Ein im gleichen Zeitraum (1991) an NMRI-Mäusen mit DBTC durchgeführter Mikronukleustest zeigte bei 50, 100 oder 200 mg DBTC/kg KG keinen Anstieg der Mikronukleushäufigkeit und keine Zytotoxizität in den polychromatischen Erythrozyten des Knochenmarks (Parametrix Inc 2006 a).

Je fünf männliche Swiss-Mäuse erhielten in einem entsprechend der OECD-Prüfrichtlinie 474 durchgeführten Mikronukleustest mit der Schlundsonde 0, 75, 150 oder 300 mg TBTC/kg KG. Bei 150 mg/kg KG wurden bei je einem Tier gesträubtes Fell oder Lidkrämpfe beobachtet. Bei der höchsten Dosierung traten Trägheit, Lidkrämpfe und gesträubtes Fell auf. Drei Tiere starben vor dem Versuchsende. Nur in der höchsten Dosis kam es nach 48 Stunden zu einem signifikanten Anstieg der Inzidenz der polychromatischen Erythrozyten mit Mikronuklei. Jedoch wurde dies nicht als positives Ergebnis gewertet, da in der Kontrollgruppe die Zahl der Zellen mit Mikronuklei unerwartet niedrig ausfiel und bei den Hochdosis-behandelten Tieren eine signifikant erhöhte Zytotoxizität in den Knochenmarkszellen ersichtlich war (ORTEP 2003 a). Bei einmaliger Verabreichung von 0, 30 oder 60 mg TBTO/kg KG an männliche und weibliche BALB/c-Mäuse wurde nach 48 Stunden bei 60 mg/kg KG nur bei männlichen Tieren ein Anstieg der Mikronukleus-Häufigkeit in polychromatischen Erythrozyten des Knochenmarks bestimmt. Es trat keine Zytoxizität in den Knochenmarkszellen auf (Davis et al. 1987). Bei einer Nachuntersuchung der Proben wurde das positive Ergebnis nicht bestätigt (Schering AG 1986).

NMRI-Mäuse erhielten einmalig mit der Schlundsonde 0; 31,25; 62,5; 125 oder 250 mg TBTO/kg KG. Die Untersuchung des Knochenmarks erfolgte nach 24, 48 oder 72 Stunden. Bei 250 mg/kg KG war die Mortalität so hoch, dass die Knochenmarkszellen der überlebenden Tiere nicht ausgewertet wurden. Bei 125 mg/kg KG starben von den je fünf eingesetzten männlichen und weiblichen Mäusen ein männliches und drei weibliche Tiere. Bei den Knochenmarkszellen zeigte sich nur nach 48 Stunden ab 62,5 mg/kg KG eine signifikante Verringerung der Zahl der polychromatischen Erythrozyten und damit Zytoxizität. Eine signifikante Erhöhung der Anzahl der Mikronuklei wurde bei keiner Dosierung nachgewiesen (Reimann und Lang 1987).

Die Häufigkeit der durch Mitomycin C hervorgerufenen Mikronuklei in peripheren Retikulozyten der Maus wurde durch die Verabreichung von 50 mg TBTO/kg KG um etwa 50% erhöht. TBTO allein induzierte in dieser Studie keine Mikronuklei (BUA 2003).

Bei männlichen und weiblichen NMRI-Mäusen, die 0, 50, 158 oder 500 mg TBTN/kg KG erhalten hatten, wurden nach 24, 48 und 72 Stunden keine erhöhte Zahl der Mikronuklei und keine Zytotoxizität in den Knochenmarkszellen beschrieben (Reimann und Lang 1987).

TTBT erwies sich in einem gemäß OECD-Prüfrichtlinie 474 durchgeführten Mikronukleustest an männlichen Swiss-Mäusen mit einmaliger oraler Verabreichung von 0, 500, 1000 oder 2000 mg TTBT/kg KG als negativ. In den Knochenmarkszellen zeigte sich keine Zytotoxizität (ORTEP 2003 b).

Insgesamt waren die Untersuchungen auf Induktion von Mikronuklei durch MBTC im Knochenmark negativ. Bei DBTC zeigte sich in einem Mikronukleustest an Mäusen ein positiver Befund bei allgemein- und myelotoxischen Konzentrationen; bei einem weiteren ergab sich ein negatives Ergebnis. TBTO induzierte in einer Untersuchung bei einer Konzentration und nur bei männlichen Mäusen Mikronuklei; die Nachuntersuchung bestätigte jedoch das Ergebnis nicht. Ein weiterer mit TBTO durchgeführter Mikronukleustest war negativ. TBTN und TTBT riefen im Knochenmark von Mäusen keine erhöhte Anzahl an Mikronuklei hervor.

Keimzellen

DBTA (Woodruff et al. 1985) und TBTO (Davis et al. 1987) und verursachten in Drosophila melanogaster keine X-Chromosomen-gebundenen rezessiven Letalmutationen.

Zusammenfassend weisen die vorliegenden Daten zur Genotoxizität in vitro und in vivo auf keinen direkten genotoxischen Wirkungsmechanismus der n-Butylzinnverbindungen hin. Die Genotoxizität wird insgesamt als negativ beurteilt.

5.8 Kanzerogenität

5.8.1 Kurzzeitstudien

In einem Zwei-Stufen-Zelltransformationsmodell mit 3-Methylcholanthren als Initiator promovierten TBTC und DBTC die morphologische Transformation von C3H/10T1/2-Zellen und induzierten die Expression von Proliferin. Die wirksamen Konzentrationen von TBTC lagen im Bereich von 20 bis 75 nM und von DBTC bei 80 nM. Neben Proliferin induzierte DBTC mehrere Proto-Onkogene (fos, jun) und diesen zugehörige mRNA-Spezies (c-myc, egrl, odc, u.a.) (Parfett und Pilon 1993; Parfett et al. 2000).

5.8.2 Langzeitstudien

Je 50 männliche und weibliche Fischer344-Ratten wurden 0; 66,5 oder 133 mg DBTA/kg Futter (ca. 0; 6,65 oder 13,3 mg/kg KG und Tag) 78 Wochen lang verabreicht. Danach erhielten die Tiere weitere 26 Wochen lang Normalfutter. Zur Kontrolle wurden jeweils 20 Tiere eingesetzt. B6C3F1-Mäuse bekamen 78 Wochen lang 0, 76 oder 152 mg DBTA/kg Futter (ca. 0; 11,4 oder 22,8 mg DBTA/kg KG und Tag). Die Nachbeobachtungszeit betrug 14 Wochen. Bei männlichen Ratten und weiblichen Mäusen kam es zu einem dosiabhängigen und statistisch signifikanten Anstieg der Mortalität (keine Zahlenangaben). Weitere Vergiftungssymptome wurden nicht be- schrieben. Jedoch ist die Aussage, dass keine makroskopischen und mikroskopischen Auffälligkeiten auftraten, nicht aussagekräftig, da die Untersuchungsergebnisse nicht auf die Anzahl aller Tiere bezogen werden konnten. Es wurden Verluste durch vermisste Tiere, Kannibalismus oder Autolyse aufgeführt.

Dennoch zeigten sich bei den untersuchten B6C3F1-Mäusen in der höchsten Dosisgruppe (22,8 mg DBTA/kg KG und Tag) eine erhöhte Inzidenz von hepatozellulären Adenomen und Karzinomen (siehe Tabelle 8). Obwohl männliche und weibliche B6C3F1-Mäuse den gleichen Tumortyp zeigten und die Entstehung dieser Tumoren von den Autoren als substanzbedingt angesehen wurden, wurde das kanzerogene Potential von ihnen mit „no conclusive evidence” bewertet.

Table 8. Tumorinzidenzen bei B6C3F1-Mäusen nach 78-wöchiger oraler DBTA-Aufnahme (berechnet aus NCI 1978)
 DBTA [mg/kg KG und Tag]
011,4 22,8
 GeschlechtInzidenz (%)
  • *

    p=0,08; ** p<0,05

hepatozelluläre Adenome 2/19 (11%)11/49 (22%)15/49 (31%)*
u. Karzinome 1/20 (5%)4/47 (9%)12/43 (28%)**

Um zu überprüfen, inwieweit die Dosierungen, bei denen die Lebertumoren bei B6C3F1-Mäusen induziert wurden, für die Situation am Arbeitsplatz relevant sind, wurde eine Benchmark-Berechnung durchgeführt. Aus der Kanzerogenitätsstudie mit DBTA ergibt sich für eine Erhöhung der Tumorinzidenz um 5% eine BMDL (untere Grenze des 95%-Konfidenzbereichs) von 3,2 mg DBTA/kg KG (1 mg Zinn/kg KG) (Abbildung 1).

thumbnail image

Figure 1. Berechnung der Benchmarkdosis (BMD) bzw. der unteren Vertrauensgrenze (BMDL) für eine Erhöhung der Lebertumorinzidenz um 5% nach 78-wöchiger oraler DBTA-Aufnahme. Die BMDL95 für eine 5%-ige Inzidenzerhöhung (Extra Risk) der Lebertumoren bei männlichen und weiblichen Mäusen beträgt 3,2 mg DBTA/kg KG = 1 mg Zinn/kg KG, berechnet mit dem Multistage-Modell. Andere Modelle (Gamma, Log-Logistic) ergeben sehr ähnliche Werte.

Bei den hoch dosierten weiblichen Ratten beeinträchtigte ein Verlust von Uterus-Gewebeproben die Aussagekraft der Studie, besonders da es bei niedrig dosierten Ratten zu einer erhöhten Inzidenz von Adenokarzinomen im Uterus (3/49 gegenüber 0/20 bei den Kontrolltieren) gekommen war (NCI 1978). Aufgrund des gemeinsamen Tumortyps bei männlichen und weiblichen Mäusen und der statistisch signifikanten Erhöhung der hepatozellulären Adenome und Karzinome bei weiblichen Tieren zeigt diese Studie ein kanzerogenes Potential von DBTA.

Bei männlichen und weiblichen Wistar-Ratten, die zwei Jahre lang 0; 0,5; 5 oder 50 mg TBTO/kg Futter (ca. 0; 0,025; 0,25 oder 2,5 mg/kg KG und Tag) erhalten hatten, wurde in der hohen Dosisgruppe eine signifikant erhöhte Inzidenz von benignen Tumoren der Hypophyse (männliche und weibliche Tiere), Phäochromozytomen der Nebenniere (männliche und weibliche Tiere) und Adenomen der Nebenschilddrüse (männliche Tiere) gefunden. Zudem wurde bei einigen weiblichen Tieren das sehr seltene anaplastische Karzinom im exokrinen Pankreas nachgewiesen. Die Tumorinzidenzen sind in Tabelle 9 und die systemischen Wirkungen in Tabelle 3 aufgeführt (Wester et al. 1990).

Table 9. Tumorinzidenz bei Wistar-Ratten nach zweijähriger oraler TBTO-Aufnahme (Wester 1990)
  • *

    p<0,05 ; ** p<0,01, *** p«0,001

 TBTO [mg/kg KG und Tag]
00,0250,252,5
 GeschlechtInzidenz (%)
Tumoren der34/50 (68%)39/50 (78%)29/50 (58%)43/50 (86%)*
Hypophyse22/50 (44%)32/50 (64%)22/50 (44%)35/50 (70%)**
Phäochromo-16/50 (32%)13/50 (26%)14/50 (28%)33/50 (66%)**
zytome der3/50 (6%)3/50 (6%)3/50 (6%)34/50 (68%)***
Nebenniere     
Adenome der0/39 (0%)2/50 (4%)1/51 (2%)6/43 (12%)*
Nebenschilddrüse0/64 (0%)0/44 (0%)1/40 (2%)1/44 (2%)
anaplastisches Karzinom im exokrinen Pankreas0/50 (0%)1/50 (2%)0/50 (0%)2/50 (4%)

In einer weiteren Studie wurden bei jeweils 50 männlichen und weiblichen CD1-Mäusen, die 18 Monate lang TBTO mit dem Futter in Konzentrationen von 0, 5, 25 oder 50 mg 97,1%iges TBTO/kg Futter (männliche Tiere ca. 0; 0,7; 3,7 oder 7,7 mg TBTO/kg KG und Tag, weibliche Tiere ca. 0; 0,9; 4,8 oder 9,2 mg/kg KG und Tag) erhalten hatten, keine statistisch signifikanten Unterschiede der Tumorinzidenz zwischen den behandelten und den unbehandelten Tieren beobachtet (siehe auch Abschnitt 5.2.2) (WHO 1999).

5.9 Sonstige Wirkungen

Unabhängig von der untersuchten Spezies wurden als Folge der thymolytischen bzw. lymphotoxischen Wirkung der Di- und Tri-n-butylzinnverbindungen die wesentlichen T-Zell-vermittelten Immunfunktionen, einschließlich der Thymus-abhängigen humoralen Immunantwort, ab 0,1 µmol/l unterdrückt. Auch bei B-Lymphozyten wurden Überlebensfähigkeit, Proliferation und Differenzierung ab 0,1 µM beeinträchtigt (de Santiago und Aguilar-Santelises 1999).

DBTC hemmte in vitro ab einer Konzentration von 0,1 µg/ml die Replikation von Lymphozyten aus Thymus und Milz der Ratte nach Stimulation mit Phytohämagglutinin oder Concanavalin A (Penninks und Seinen 1982). Es verminderte zudem ab 0,5 µmol/1 nach 24-stündiger Inkubation die Funktion humaner natürlicher Killerzellen. MBTC wirkte in dieser Anordnung bei 5,0 µmol/1 inhibierend, TBTC bereits bei 0,2 µmol/1 (Whalen et al. 1999).

Ausgehend von Beobachtungen über Vermännlichung und Infertilität („Imposex”) bei marinen Gastropoden nach Kontamination mit Tri-n-butylzinn unter Freilandbedingungen (BUA 2003) wurde TBTC als kompetitiver Inhibitor der mikrosomalen Aromatase der menschlichen Plazenta (IC50 6,2 µm) beschrieben. DBTC zeigte dagegen nur geringe Hemmwirkung und MBTC war inaktiv (Cooke 2002; Heidrich et al. 2001). In einer Untersuchung mit menschlichen Plazenta-Chorionkarzinom-Zellen verursachte TBTC eine gesteigerte Aromataseaktivität (Nakanishi et al. 2002).

Beim Menschen ist eine Wirkung auf die Aromatase, einem Enzym, das Androgene zu Östrogenen metabolisiert, nicht zu erwarten, da die durch Hautkontakt oder oral aufgenommenen Tri-n-butylzinnverbindungen im Körper nicht akkumulieren und daher die Konzentrationen für eine endokrine Wirkung zu gering sind (Römer et al. 2002). In MCF-7-Zellen (menschliche östrogenabhängige Brustkrebszellen) hemmten TBTC (10 nM) und DBTC (500 nM) die 17β-Östradiol- und Testosteron-induzierte Zellproliferation. Die Beeinträchtigung der Testosteron-induzierten Zellproliferation konnte durch weitere Zugabe von Testosteron verringert werden und war durch Flutamid nicht zu beeinflussen. Daraus wurde geschlossen, dass die TBTC-Wirkung nicht über den Östrogenrezeptor vermittelt wird (Nielsen und Rasmussen 2004)

6 Bewertung

  1. Top of page
  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
  5. Erfahrungen beim Menschen
  6. Tierexperimentelle Befunde und In-vitro-Untersuchungen
  7. Bewertung
  8. Literatur

n-Butylzinnverbindungen sind nicht genotoxisch.

Es liegen zwei Studien vor, die ein kanzerogenes Potenzial der n-Butylzinnverbindungen aufzeigen. In einer Studie induzierte oral verabreichtes DBTA eine statistisch signifikante Erhöhung der hepatozellulären Adenome und Karzinome bei männlichen B6C3F1-Mäusen (NCI 1978). In der zweiten Studie zeigten sich bei Wistar-Ratten nach TBTO-Gabe mit dem Futter eine signifikant erhöhte Inzidenz von benignen Tumoren der Hypophyse (männliche und weibliche Tiere), Phäochromozytomen der Nebenniere (männliche und weibliche Tiere) und Adenomen der Nebenschilddrüse (männliche Tiere) sowie ein sehr seltenes anaplastische Karzinom im exokrinen Pankreas (weibliche Tiere) (Wester et al. 1990).

Als Auslöser der bei Wistar-Ratten nach TBTO-Applikation nachgewiesenen Tumoren in Hypophyse, Nebennierenmark und Nebenschilddrüse gelten die hormonellen Beeinträchtigungen und die Störungen der Ca2+-Homöostase (siehe „Wirkungsmechanismus”). Dieser Wirkungsmechanismus ist jedoch nicht für die bei männlichen B6C3F1-Mäusen vermehrt aufgetretenen hepatozellulären Adenome und Karzinome zutreffend. Als wahrscheinliche Ursache dafür werden Hochdosiseffekte angenommen. Insgesamt werden die n-Butylzinnverbindungen als Stoffe mit krebserzeugender Wirkung angesehen, bei denen ein nicht-genotoxischer Wirkungsmechanismus im Vordergrund steht. Daher werden n-Butylzinnverbindungen in Kanzerogenitäts-Kategorie 4 eingestuft.

Für die Aufstellung eines MAK-Wertes geeignete Daten beim Menschen liegen nicht vor. Aus einem Vier-Wochen-Inhalationsversuch an Ratten mit vierstündiger TBTO-Exposition pro Tag (Schering AG 1983) ergibt sich eine NOAEC von 0,16 mg TBTO/m3 (Dampf). Die nächsthöhere untersuchte Konzentration war 2,8 mg/m3 (Aerosol). Hier kam es zu Mortalität, Entzündungen des Atemtrakts, Thymusrückbildung sowie Lymphozytenmangel in den Thymus-abhängigen Bereichen von Milz und Lymphknoten. Aufgrund des großen Abstands zwischen NOAEC und LOAEC könnte die NOAEC auch höher liegen. Jedoch war die tägliche Expositionszeit mit vier Stunden unüblich kurz, so dass für die Ableitung des MAK-Wertes von der experimentellen NOAEC ausgegangen wird. Eine zeitabhängige Abnahme des NOAEL bezüglich der Effekte von TBTO auf den Rattenthymus in oralen Studien mit 28-tägiger, 13-wöchiger und zweijähriger Applikation zeigte sich nicht. Daher ist nicht von einer Verstärkung der systemischen Wirkung durch eine längere Expositionsdauer auszugehen. Eine 12-Monats-Studie am Hund ergab zudem denselben NOAEL wie für Ratten. Daher wird mit dem üblichen Abstand von 2 zur NOAEC im Tierversuch und dem sogenannten „Preferred Value Approach” ein MAK-Wert von 0,05 mg TBTO/m3, entsprechend 0,002 ml TBTO/m3, abgeleitet. Auf das Zinn umgerechnet beträgt der MAK-Wert 0,02 mg Zinn/m3 bzw. 0,004 ml Zinn/m3. Auch bei den anderen n-Butylzinnverbindungen treten ähnliche systemische Wirkungen bei oraler Applikation auf. Hierfür sind nicht die Liganden sondern das Zinnkation verantwortlich. Daher wird der oben abgeleitete MAK-Wert bezogen auf Zinn für alle n-Butylzinnverbindungen festgesetzt. Reizungen des oberen Respirationstraktes wurden bei Kurzzeitexpositionen gegenüber Organozinnverbindungen oberhalb von 0,2 mg/m3 (als Zinn) beschrieben (ACGIH 2001). Der NOEL für diese Reizwirkung ist jedoch nicht bekannt. Für die n-Butylzinnverbindungen wird daher die Spitzenbegrenzung nach Kategorie I und ein Überschreitungsfaktor von 1 festgelegt.

Um zu überprüfen, inwieweit die Dosierungen, bei denen die Lebertumoren bei B6C3F1-Mäusen induziert wurden, für die Situation am Arbeitsplatz relevant sind, wurde eine Benchmark-Berechnung durchgeführt. Aus der Kanzerogenitätsstudie mit DBTA ergibt sich für eine Erhöhung der Tumorinzidenz um 5% eine BMDL (untere Grenze des 95%-Konfidenzbereichs) von 3,2 mg DBTA/kg KG (1 mg Zinn/kg KG) (siehe Abbildung 1 in Abschnitt 5.8.2). Eine Dosis von 1 mg Zinn/kg KG und Tag entspricht beim Menschen unter Annahme eines in acht Stunden eingeatmeten Luftvolumens von 10 m3 und eines Körpergewicht von 70 kg bei vollständiger Retention einer Zinnkonzentration in der Luft von 7 mg/m3. Der Abstand zum MAK-Wert von 0,02 mg/m3 ist somit ausreichend groß, da die Tumorinduktion nicht auf einem genotoxischen Mechanismus beruht.

Die In-vitro-Untersuchungen zur Genotoxizität ergaben, dass positive Testergebnisse nur bei zytotoxischen Konzentrationen auftraten oder von anderen Autoren nicht bestätigt werden konnten. Im Tierversuch waren die Tests auf Induktion von Mikronuklei in Knochenmarkszellen negativ [MBTC, MBT(2-EHMA), DBTC, TBTC, TBTO, TBTN, TTBT], in verschiedenen Studien nicht reproduzierbar (DBTC) oder ein zunächst positives Ergebnis konnte in einer Nachuntersuchung nicht bestätigt werden (TBTO). Zusammenfassend weisen die vorliegenden Daten zur Genotoxizität auf keinen direkten genotoxischen Wirkungsmechanismus hin. Eine Einstufung der n-Butylzinnverbindungen in eine der Kategorien für Keimzellmutagene erfolgt nicht.

Mit den n-Butylzinnverbindungen gibt es zahlreiche Untersuchungen zur prä- und postnatalen Entwicklungstoxizität. Mono-n-butylzinnverbindungen führten bei Ratten erst bei maternaltoxischen Dosierungen von über 900 mg/kg KG und Tag zu verringerten Fetengewichten. Der NOAEL für maternale und Entwicklungstoxizität lag bei 400 mg/kg KG und Tag. Di-n-butylzinnverbindungen erwiesen sich bei Ratten ab maternaltoxischen Dosierungen von 5 mg/kg KG und Tag als teratogen. Der NOAEL hierfür lag bei 2,5 mg/kg KG und Tag. Tri-n-butylzinnverbindungen erwiesen sich bei Ratten ab Dosierungen von 5 mg/kg KG und Tag als embryotoxisch, führten jedoch erst bei maternaltoxischen Dosierungen von 16 mg/kg KG und Tag zu Gaumenspalten. Die NOAEL für maternaltoxische und entwicklungstoxische Effekte lagen bei 2,5 mg/kg KG und Tag. Bei Kaninchen betrug der NOAEL für pränatale Entwicklungstoxizität 1 mg TBTO/kg KG und Tag. Der empfindlichste Endpunkt war jedoch die postnatale Entwicklungstoxizität nach Gabe von Tri-n-butylzinnverbindungen. In einer Zwei-Generationenstudie ergab sich bei Sprague-Dawley-Ratten ein NOAEL für postnatale Toxizität von 0,3 mg TBTO/kg KG und Tag und in einer weiteren Studie von 0,4 mg/kg KG und Tag. Eine Dosis von 0,3 mg/kg KG und Tag entspricht beim Menschen unter Annahme eines in acht Stunden eingeatmeten Luftvolumens von 10 m3 und eines Körpergewichtes von 70 kg einer TBTO-Konzentration in der Luft von 2,1 mg/m3. Auf Zinn bezogen ergibt das einen Wert von 0,84 mg Zinn/m3. Der Abstand zum MAK-Wert von 0,02 mg/m3 ist somit ausreichend groß. Auch der Abstand zur teratogenen Wirkung von DBTC (5 mg DBTC/kg KG und Tag, entsprechend 35 mg DBTC/m3 und damit 13,67 mg Zinn/m3) ist ausreichend groß. Es erfolgt daher eine Eingruppierung der n-Butylzinnverbindungen in Schwangerschaftsgruppe C. Es liegen keine Daten zur dermalen Aufnahme von n-Butylzinnverbindungen für den Menschen vor. Bei einem MAK-Wert von 0,02 mg Zinn/m3, für dessen Ableitung neben der lokalen auch die systemische Wirkung herangezogen wird, werden pro Arbeitstag bei 100% Resorption 0,2 mg Zinn inhalativ aufgenommen. In tierexperimentellen Untersuchungen wurde für TBTO eine um ein Vielfaches höhere dermale Penetration als in vitro ermittelt, wobei die Reizwirkung die Penetration beschleunigt haben dürfte. Selbst unter der Annahme, dass die in vitro bestimmte Durchflussmenge an menschlicher Haut repräsentativer ist und keine Reizwirkung ausgelöst wurde, ist das aufgenommene Zinn bei einstündiger TBTO-Exposition von 2000 cm2 Hautoberfläche mit 0,56 mg so hoch, dass der dermal resorbierte Anteil den bei Einhaltung des MAK-Werts inhalativ aufgenommenen übersteigt. Ähnliches gilt für DBTC. Daher werden n-Butylzinnverbindungen mit „H” markiert.

Es existieren keine Befunde zur sensibilisierenden Wirkung beim Menschen. Die vorliegenden tierexperimentellen Untersuchungen reichen nicht aus, eine kontaktsensibilisierende oder atemwegssensibilisierende Wirkung der n-Butylzinnverbindungen zu belegen. Es erfolgt daher keine Markierung mit „Sa” oder „Sh”. Jedoch gelten für n-Butylzinnverbindungen, deren organische Liganden bereits mit „Sa” oder „Sh” markiert worden sind, diese Markierungen ebenfalls.

abgeschlossen am 27.06.2007

Literatur

  1. Top of page
  2. Allgemeiner Wirkungscharakter
  3. Wirkungsmechanismus
  4. Toxikokinetik und Metabolismus
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