Antibiotikaspuren auf dem Weg von Spital- und Gemeindeabwasser in die Fließgewässer: Umweltanalytische Untersuchungen über Einträge und Verhalten

  1. Dr. Thomas Track and
  2. Prof. Dr. Gerhard Kreysa
  1. Walter Giger1,
  2. Alfredo C. Alder2,
  3. Eva M. Golet2,
  4. Hans-Peter Kohler2,
  5. Christa S. McArdell2,
  6. Eva Molnar2,
  7. Ngoc Anh Pham Thi2 and
  8. Hansrudolf Siegrist2

Published Online: 6 FEB 2006

DOI: 10.1002/3527606599.ch2

Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen

Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen

How to Cite

Giger, W., Alder, A. C., Golet, E. M., Kohler, H.-P., McArdell, C. S., Molnar, E., Thi, N. A. P. and Siegrist, H. (2003) Antibiotikaspuren auf dem Weg von Spital- und Gemeindeabwasser in die Fließgewässer: Umweltanalytische Untersuchungen über Einträge und Verhalten, in Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen (eds T. Track and G. Kreysa), Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, FRG. doi: 10.1002/3527606599.ch2

Editor Information

  1. DECHEMA e.V., Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main, Germany

Author Information

  1. 1

    EAWAG, Abt. Chemische Problemstoffe, CH-8600 Dübendorf, Switzerland

  2. 2

    Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG), Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), Switzerland

Publication History

  1. Published Online: 6 FEB 2006
  2. Published Print: 8 OCT 2003

ISBN Information

Print ISBN: 9783527310173

Online ISBN: 9783527606597

SEARCH

Keywords:

  • Fluorochinolone;
  • Makrolide;
  • Abwasserreinigung;
  • Gewässer;
  • Stoffflüsse

Summary

Umweltanalytische Untersuchungen zeigen, dass Spurenkonzentrationen antibakteriell wirkender Verbindungen (Antibiotika) in Abwasser, Klärschlamm und in Flüssen auftreten. Stoffflussanalysen ermöglichen Aussagen über das Eliminationsverhalten der Fluorochinolon- und Makrolid-Antibiotika. Die beiden, in messbaren Konzentrationen auftretenden Fluorochinolone Ciprofloxacin und Norfloxacin wurden in Kläranlagen mit zu 80–90 % eliminiert. Weil signifikante Anteile der Fluorochinolone in den Klärschlamm transferiert werden und in der anaeroben Schlammfaulung kein Abbau erfolgt, enthielten die Klärschlämme Gehalte von 2–3 mg/kg. Im Vorfluter Glatt wurden Konzentrationen bis zu 19 ng/L gemessen. Stoffflussanalysen für die Glatt ergaben für Ciprofloxacin und Norfloxacin Eliminationen von 66 respektive 48 % während einer Fließzeit von etwa 15 Stunden. Clarithromycin wurde im gereinigten Abwasser der meisten Kläranlagen als wichtigstes Makrolid-Antibiotikum gefunden (Konzentrationsbereich von 0.06 – 0.33 µg/L). Diese Dominanz des Clarithromycins konnte aufgrund der Verbrauchszahlen in der Schweiz erwartet werden. In der Kläranlage Kloten-Opfikon wurde im Ablauf eine unterschiedliche Zusammensetzung der Makrolid-Antibiotika festgestellt, d. h. höhere Konzentrationen des Erythromycin-H2O. Dieses Ergebnis wird auf den Einfluss der Abwasser des internationalen Flughafens Zurich-Unique zurückgeführt.