Humantoxikologische Aspekte von endokrin wirksamen Substanzen

  1. Dr. Thomas Track and
  2. Prof. Dr. Gerhard Kreysa
  1. Andreas Gies

Published Online: 6 FEB 2006

DOI: 10.1002/3527606599.ch3

Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen

Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen

How to Cite

Gies, A. (2003) Humantoxikologische Aspekte von endokrin wirksamen Substanzen, in Spurenstoffe in Gewässern: Pharmazeutische Reststoffe und endokrin wirksame Substanzen (eds T. Track and G. Kreysa), Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, FRG. doi: 10.1002/3527606599.ch3

Editor Information

  1. DECHEMA e.V., Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main, Germany

Author Information

  1. Umweltbundesamt, Postfach 330022, 14191 Berlin, Germany

Publication History

  1. Published Online: 6 FEB 2006
  2. Published Print: 8 OCT 2003

ISBN Information

Print ISBN: 9783527310173

Online ISBN: 9783527606597

SEARCH

Keywords:

  • endokrin wirksame Substanzen;
  • humantoxikologische Aspekte

Summary

Für die schädliche Wirkung von Umwelthormonen, auch in Konzentrationen, wie sie heute in Deutschland zu finden sind, gibt es eine Reihe von ernst zu nehmenden Hinweisen. Dies betrifft vor allem mögliche Einflüsse auf die männliche Reproduktionsgesundheit. Auch in Deutschland scheint sich die durchschnittliche Qualität der Spermien bei Männern verschlechtert zu haben und ist nunmehr zumindest bei Paaren mit Fertilitätsproblemen besorgniserregend. Gemeinsame Ursachen mit dem Anstieg des Auftretens von Hodenkrebs, der in Deutschland wie auch in anderen westeuropäischen Staaten beobachtet wird, werden diskutiert. Die Beteiligung von östrogenen und antiandrogenen Stoffen in der Umwelt an dieser Entwicklung ist eine plausible Ursachenhypothese.

In Deutschland und anderen Industrieländern werden Störungen der mentalen und motorischen Entwicklung von Kindern beobachtet, die vor oder kurz nach der Geburt im oberen Normalbereich mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet waren. Störungen des Systems der Sexualsteroide und vor allem des Schilddrüsensystems durch diese persistenten Umwelthormone sind mit großer Wahrscheinlichkeit mögliche Ursachen.

Der abschließende Nachweis der ursächlichen Wirkung einzelner Umwelthormone für gesundheitliche Beeinträchtigungen konnte bis heute jedoch nicht geführt werde. Deutliche regionale Unterschiede sowohl bei der Art und Schwere der beobachteten Effekte, als auch beim auftretenden Belastungsmuster lassen vermuten, dass eher die Mischung der uns in der industrialisierten Welt umgebenden Stoffe für gesundheitliche Wirkungen verantwortlich ist.