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Biotopverbund

  1. Uwe Riecken1,
  2. Karin Ullrich2,
  3. Peter Finck3

Published Online: 31 JAN 2014

DOI: 10.1002/9783527678471.hbnl2004005

Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege

Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege

How to Cite

Riecken, U., Ullrich, K. and Finck, P. 2014. Biotopverbund. Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. 1–20.

Author Information

  1. 1

    Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad, Godesberg, Germany

  2. 2

    Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad, Godesberg, Germany

  3. 3

    Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad, Godesberg, Germany

  1. Erstpublikation als Teil der Loseblattausgabe: 14.9.2004

Publication History

  1. Published Online: 31 JAN 2014

Abstract

Nacheiszeitlich haben sich in Mitteleuropa fast überall Waldlandschaften entwickelt. Großflächige offene Biotope waren mit den Wäldern und Gebüschen durch vielfältige Wald-Offenland-Übergänge verknüpft. Entlang der Flüsse und in diesem Mosaik waren stetige Austauschprozesse zwischen den Populationen der verschiedensten Tier- und Pflanzenarten, aber auch Wechselbeziehungen zwischen den verschiedenen Arten möglich. Mit dem in der Jungsteinzeit einsetzenden Ackerbau öffnete sich die Landschaft Mitteleuropas für die Einwanderung mediterraner und östlich verbreiteter Arten. In späteren Jahrhunderten einsetzende Handelsbeziehungen und Ferntriebe von Haustieren haben diese Entwicklung noch verstärkt. Es ist davon auszugehen, dass noch in der Kulturlandschaft des späten Mittelalters, vielleicht mit Ausnahme der Waldökosysteme des Flachlands, ein funktionsfähiges ökologisches Gefüge bestand, das im Wesentlichen allen typischen Arten Mitteleuropas Wanderungen und genetische Austauschprozesse ermöglichte. Durch die Intensivierung der Landnutzung, die sich in den folgenden Jahrhunderten anschloss, und das massive Zurückdrängen der Wälder kam es zur ausgeprägten Isolation von eng an Wälder angepassten Arten. Dieser Prozess wurde beim Übergang zur rezenten Industrielandschaft durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur und eine erhebliche Ausweitung der Siedlungen verstärkt. Die zunehmend intensivere landwirtschaftliche Nutzung spätestens ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts machte die Nutzflächen für viele Arten als Lebensraum oder Wanderhabitat weitgehend wertlos. Viele ehemals großflächig vorhandene Biotoptypen haben an Fläche verloren. Besonders gravierend ist der Verlust natürlicher vollständiger Biotopkomplexe. Die räumliche Verteilung dieses Flächenverlustes bringt für zahlreiche Organismen einen zusätzlichen Lebensraumverlust mit sich. Durch eine Verinselung sind viele Restflächen zu klein, um noch als Lebensraum dienen zu können. Dies wird durch störende randliche Einflüsse verstärkt, die in kleinen Restflächen besonders zum Tragen kommen.

Keywords:

  • Baumgruppen;
  • Biotopkomplex;
  • Biotopverbundflächen;
  • Biotopverbundsysteme;
  • Eingriffsregelung;
  • Flächenankauf;
  • Flurneuordnung;
  • Forstwirtschaft;
  • Hecke;
  • Inseltheorie;
  • Isolation;
  • Kleingewässer;
  • Landesplanung;
  • Landschaftsplanung;
  • Landwirtschaft;
  • Metapopulationskonzept;
  • Pan-European Ecological Network;
  • Raumordnung;
  • Saumbiotope;
  • Vertragsnaturschutz;
  • Wald-Offenland-Übergänge;
  • Waldökosystem;
  • Wasserwirtschaft;
  • Zerschneidung;
  • Zugvögel