Über die Bildung von Ammoniak aus seinen Elementen durch elektrische Gasentladungen

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Abstract

Historische Übersicht. - Bei der stillen Entladung in Siemensschen Röhren wird der Einfluß der Temperatur untersucht. Es ergibt sich ein starker Anstieg der Ammoniakausbeute mit der Temperatur der Röhren, der als von Adsorptionserscheinungen bedingt gedeutet wird. Von den Gleichstromentladungen werden Townsend-, Korona-, Glimm- und Bogenentladungen in bezug auf ammoniakbildende Wirkung verglichen. Bei der Entwicklung der negativen Korona aus der Townsendentladung wird eine sehr ausgeprägte Verzögerung durch spurenweise Beimengung elektronegativer Gase festgestellt. In der Glimmentladung spielt das Gebiet des Kathodenfalles eine ausgezeichnete Rolle. Die positive Säule ist weniger günstig, gleicht in der Druckabhängigkeit der negativen Korona. Das Kathodenmaterial ist ohne merklichen Einfluß, abgesehen von Pt, an dem die Ausbeute durch eine zusätzliche, katalytische Bildung von NH3 aus H-Atomen und N2-Molekülen an der Oberfläche etwa 30 Proz. größer ist. Im anomalen Kathodenfall ist die auf die durchgeflossene Elektrizitätsmenge bezogene Ammoniakmenge größer als im normalen Kathodenfall; bei Anwendung einer Oxydkathode ist sie kleiner. Doch wird die Mehrausbeute, wenn man auf gleiche elektrische Energie umrechnet, durch die veränderten Spannungen annähernd wieder ausgeglichen. Die Abhängigkeit der Ausbeute von der Zusammensetzung des N2-H2-Gemisches ist in der Korona und Glimmentladung die gleiche. Das Maximum der Ausbeute liegt an der Stelle, an der der Kathodenfall ein Minimum besitzt, bei etwa 60 Proz. Stickstoffgehalt.

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