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Abstract

Als Erklärung dafür, daß die Geschwindigkeit der elektrischen Strömung in den Hauptentladungen eines Blitzschlages ganz erheblich viel größer ist als die in seinen Vorentladungen, wird hier die Annahme gemacht, daß es sich in der Bahnlinie des Blitzschlages bei den Hauptentladungen um einen labilen Gleichgewichtszustand handelt, der dadurch zustande kommt, daß sich einesteils bei Beginn der Hauptentladung in der Umgebung der Einschlagstelle des Blitzes eine ganz außerordentlich große Influenzladung angesammelt hat, und daß andernteils in demselben Augenblick die Spannung an den Enden der Bahnlinie ganz außerordentlich schnell absinkt. Da ferner bei einem Blitz, welcher aus mehreren, nach derselben Einschlagstelle hingerichteten Teilentladungen besteht, jene große von der Erde zur Wolke gerichtete Strömungsgeschwindigkeit in allen diessen Teilentladungen beobachtet wird, so wird — im Gegensatz zu einer andersartigen Annahme von Schonland —die Ursache für die Entstehung aller jener einzelnen Teilentladungen darin gesucht, daß durch eine von der Gewitterwolke aus in der Umgebung der Einschlagstelle jedesmal neu erzeugte Influenzladung der genannte labile Zustand der Bahnlinie bei jeder einzelnen Teilentladung aufs neue hervorgerufen wird. Ferner wird hier noch gezeigt, daß auch die bei den nicht selten vorkommenden Absprüngen des Blitzes von einer Einschlagstelle nach einer anderen solchen Stelle hin beobachteten, oft recht verwickelten Erscheinungen mit unserer Auffassung vollkommen in Einklang gebracht werden können.