Das Ultrarot-Absorptionsvermögen einiger Metalle bei Zimmertemperatur und −183° C

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Abstract

Die „Drudesche Formel” für das Ultrarot-Absorptionsvermögen von Metallen wird bei Zimmertemperatur und −183°C mit Hilfe eines kalorimetrischen Verfahrens nachgeprüft. Strahler ist ein Auerstrumpf, aus dessen Spektrum zwei geschlossene Bereiche (2–11 μ und 8–18 μ) herausgefiltert werden. Aus der Temperaturerhöhung bei Bestrahlung bzw. bei elektrischer Ersatzheizung der undurchlässigen Metallprobe (Manganin, Kupfer, Eisen) einerseits, eines schwarzen Körpers unter gleichen Bedingungen andererseits werden absorbierte und zugestrahlte Leistung ermittelt.

Vergleich der Resultate mit der Formel von Drude ergibt für Manganin eine recht gute Übereinstimmung. Cu schließt sich bei Zimmertemperatur den Forderungen der Theorie nicht an; seine Absorption ist im ganzen verwendeten Spektralbereich kleiner als erwartet und anscheinend unabhängig von der Wellenlänge. Auch bei Eisen ist die Absorption des langwelligen Teilbereichs kleiner als gefordert. Bei den reinen Metallen tritt die änderung der Absorption mit auf −183°C sinkender Temperatur bei weitem nicht in der zu erwartenden Größe auf.

Der Befund an Cu und Fe wird weiterhin verglichen mit einer neueren Darstellung von Mott und Zener. Übereinstimmung in einigen Punkten führt zu der Annahme, daß ein großer Teil der gemessenen Absorption nicht durch Leitungselektronen im ungestörten Gitter, sondern durch einen anderen, wesentlich temperaturunabhängigen Mechanismus vermittelt wird.

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