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Abstract

In einer Diode wird der Einfluß von Edelgasen (He, Ar, Kr), Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenoxyd, Kohlensäure sowie einigen Kohlenwasserstoffen auf die Emission der Oxydkathode, die aus einer indirekt geheizten Nickelhülse mit einem Barium-Strontium-Mischoxyd bestand, untersucht. Es wurde die zeitliche Emissionsänderung bei Gasdrucken zwischen 10−5 bis 10−1 Torr und bei Kathodentemperaturen zwischen 300 und 1500° K gemessen. Die bei den vorher im Hochvakuum immer optimal aktivierten Kathoden zu beobachtenden Emissionsabnahmen konnten in allen Fällen durch physikalische oder chemische Wirkung erklärt werden. Edelgase und Wasserstoff setzen die Emission nur in direkt, nämlich infolge der durch die Wärmeableitung hervorgerufenen Temperaturerniedrigung herab. Eine sogenannte Vergiftung tritt nicht auf. Auch wirkt der Ionenbeschuß bei Edelgasen erst dann emissionserniedrigend, wenn die gesamte Oxydschicht durch Kathodenzerstäubung entfernt wird. Sauerstoff verbindet sich mit dem freien Barium in der aktivierten Kathode, während CO und CO2 bei tieferen Tenperaturen darüber hinaus auch mit dem Erdalkalioxyd reagieren. Die Kohlenwasserstoffe zerfallen von bestimmten Temperaturen an und setzen dadurch die Emission herab. Zwischen der emissionsvergiftenden Wirkung und dem zu berechnenden thermodynamischen Verhalten besteht eine gute Übereinstimmung. Im allgemeinen scheinen die ionisierten Gase nicht stärker vergiftend zu wirken als die entsprechenden Moleküle. Als Maß für die „Vergiftungs” fähigkeit werden Kurven gleicher Austrittsarbeit im Druck-Temperaturdiagramm für eine 10 Minuten dauernde Einwirkung der Gase bzw. Dämpfe gegeben. Ferner wird gezeigt, daß die Beeinflussung der Elektronenemission ein sehr brauchbares Mittel darstellt, um Grenzflächenvorgänge und den Ablauf chemischer Reaktionen zu verfolgen.