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Abstract

Nach der Elektronentheorie der Metalle ist der endliche elektrische Widerstand eine Folge der Streuung der Leitungselektronen im Metallinneren. Bei festen Metallen läßt sich, sofern man diese als bestehend aus regellos orientierten, in sich jedoch fehlerfreien kleinen Kristalliten ansehen kann, die Streuwahrscheinlichkeit rechnerisch ermitteln. Man kommt dabei zu einer Summe aus einem nur schwach temperaturabhängigen, vorwiegend durch die Kristallitstruktur bedingten Glied und einem weitgehend von der thermischen Bewegung des Gitters herrührendem Anteil. Dabei zeigt sich, daß die Anisotropie der Metalle in elastischer Hinsicht und die Dispersion der Gitterwellen genauer berücksichtigt werden müssen als bisher üblich war.

Bei Flüssigkeiten läßt sich die Streuwahrscheinlichkeit trotz deren in kleinen Bereichen offenbar noch weitgehend geordneten Struktur rechnerisch nicht ermitteln. In diesem Fall kann man jedoch auf die beispielsweise bei N. S. Gingrich zusammengestellten Strukturuntersuchungen mit Röntgenstrahlen an flüssigen Metallen zurückgreifen und aus den dabei gemessenen Strukturfaktoren auf die hier benötigten Streuwahrscheinlichkeiten schließen.

Auf diese Weise werden nicht nur die Absolutwerte des spezifischen Widerstandes für feste und flüssige Metalle ermittelt, sondern auch, und zwar mit wesentlich größerer Genauigkeit, das Widerstandsverhältnis flüssig-fest am Schmelzpunkt. Trotz der erheblichen Strukturumwandlung beim Schmelzen findet man hierfür bei Alkalien, im Einklang mit dem Experiment, Werte etwa zwischen 1,6 und 2.