SEARCH

SEARCH BY CITATION

Abstract

Die nachstehende Arbeit soll dem Vergleich zwischen der UV-Standardlampe nach Krefft, Rössler und Rüttenauer und dem Graphit-Normalbogen dienen. Der Vergleich wird durch photoelektrische Photometrie bei 7 Wellenlängen durchgeführt. In die verglichenen Wellenlängengebiete fällt dabei je eine starke Linie oder Liniengruppe des UV-Standards. Auf die Fehlergrenze wird eingehend eingegangen. Außerdem werden die älteren Arbeiten von McPherson und Collidge besprochen.

Die von Rössler und Euler festgelegten Daten für beide Strahler stimmen innerhalb der Fehlergrenze befriedigend überein. Im Mittel liegt die Strahldichte des Graphitbogens um 2% zu niedrig. Abgesehen davon, daß es sich hier um einen systematischen. Meßfehler handeln kann, genügte schon eine Erhöhung der von Euler früher angegebenen Temperatur des Graphitkraters um 8–9°, um den Fehler auszugleichen. Da die Temperatur mit 3995 ± 15° K angegeben wird, läge auch diese Korrektur innerhalb der Fehlergrenzen.

Ein systematischer Gang der Abweichungen beider Strahler voneinander mit der Wellenlänge, der auf eine höhere Kratertemperatur schließen ließe, besteht jedoch nicht. Zwar ordnen sich die Meßpunkte besser um die theoretische Vergleichskurve, wenn man für den Krater eine wahre Temperatur von W = 4010° K annimmt. Dabei fällt aber ein Meßpunkt völlig heraus.

Der Vergleich aller bekannt gewordenen Messungen der Kratertemperatur führt für den Graphitkrater zu einer wahren Temperatur von 3996 ± 20° K im Mittel in der Temperaturskala von 1948. Die von Rössler angegebenen Werte für das UV-Standard verändern sich ebenfalls noch geringfügig. Alle Änderungen liegen jedoch in der Fehlergrenze.

Die Betrachtungen werden durch die neu erfolgte Festsetzung der Temperaturskala wesentlich erschwert. Insbesondere klafft zwischen der Festlegung der Konstanten c2 des Planckschen Gesetzes und des Goldpunktes einerseits und dem wahrscheinlichsten Wert von C1, wie er aus den Atomkonstanten berechnet wird, eine nur schlecht zu überbrückende Diskrepanz. Die dadurch bedingte Unsicherheit der Energieverteilung des Graphitbogens wird abgeschätzt.

Für die Temperatur des Graphitnormalbogens scheint sich die schon früher gewonnene Erkenntnis zu bestätigen, daß mit etwa ± 15° K die Grenze der Definition erreicht ist, so daß vorläufig genauere Angaben sinnlos sind.