Zweistoffschichten. I. Diffusion von Silber in Tellur

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Abstract

Als Einleitung zu den Veröffentlichungen dieser Reihe wird die Erscheinung beschrieben, die den Anlaß zu den folgenden Untersuchungen gab. An dünnen auf Kollodiumhäutchen oder Glasplatten teilweise überlappend aufgedampften Silber- und Tellurschichten wird eine Diffusion der Silberionen in das Tellur beobachtet. Mikroskopische Reihenaufnahmen zeigten die Bewegung der mit der Zeit fortschreitenden Diffusionsfront.

Der langsame Diffusionsvorgang läßt die Beobachtung der Bildung chemischer Verbindungen in zweidimensionaler Streckung zu, die durch die Schichtdickenbeschränkung bedingt ist. Wegen der zeitlichen und räumlichen Dehnung des Reaktionsablaufes sei abkürzend von einer „Membratimreaktion” gesprochen. Mit ihr ist es möglich, die verschiedenen zwischen zwei Substanzen auftretenden Verbindungen in flächenhafter Ausbreitung zu untersuchen. Es lassen sich die Reaktionsprodukte durch Messungen des elektrischen und optischen Verhaltens sowie durch Auswertung von Elektronenbeugungsaufnahmen nachweisen und in günstigen Fällen auch als Verbindungen mit bestimmtem Gitteraufbau deuten.

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