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Genormte Arzneimittel. Ein Beitrag zur Neubearbeitung des Deutschen Arzneibuches

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  • Bei der Niederschrift dieser Betrachtungen, die zum großen Teil auf dem Gebiete de physikalischen Chemie liegen, wurden in mir die starken Eindrücke wieder wach, die ich im Jahre 1888 bei meinem Eintritt als Praktikant in das unter der genialen Leitung von Wilhelm Ostwald stehende II. Chemische Laboratorium der Universität Leipzig empfing. Aus diesem Laboratorium ging später das physikalisch-chemische Universitätsinstitut hervor. Diese Eindrücke wurden in erster Linie hervorgerufen durch die Persönlichkeit Ostwalds und durch seine bedeutenden Mitarbeiter, von denen hier nur genannt seinen: Svante Arrhenius, W. Nernst, E. Beckmann, J. Wagner und M. Le Blanc. Dazu kam die große Zahl der aus allen Weltteilen und namentlich aus Rußland, England und Nordamerika herzuströmenden Chemiker, die später in ihrer Heimat zum großen Teil zu leitenden Stellungen gelangt sind. Es gab damals wohl keinen bedeutenden physikalischen Chemiker, der nicht eine Zeit lang „bei Ostwald” gearbeitet oder wenigstens sein Institut besucht hätte. Es war die klassische Zeit der physikalischen Chemie! Im Laboratorium wurden die Arbeiten des einzelnen im Gespräch und Kolloquium gefördert. Diesen Geist selbstloser gemeinsamer Arbeit, der auch heute noch die Hauptversammlungen der Deutschen Bunsengesellschaft für angewandte physikalische Chemie beherrscht und diese Zusammenkünfte, so anziehend macht, habe ich in meinem späteren Leben in anderen Laboratorien lebhaft vermißt.

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