Probleme der chemischen Polynucleotid-Synthese

Authors

  • Dr. F. Cramer

    1. Institut für Organische Chemie der T. H. Darmstadt
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    • Nach Vorträgen an der Yale-Universität 4. März 1960, an der Harvard-Universität 8. März 1960 und an der T. H. Darmstadt 2 July 1960.


Abstract

Zunächst wird über bisherige Synthesen von Oligonucleotiden zusammenfassend berichtet und dann auf eigene Syntheseversuche eingegangen. Der Diäthylester des Adenosindiphosphates und die analoge Verbindung des Thymidinphosphates reagieren als „Triester” zu Polynucleotiden. Trichloracetonitril scheint neben dem schon erprobten Carbodiimid ein geeignetes Reagens zur Polynucleotid-Synthese zu sein. Es werden weiterhin theoretisch-chemische Fragen der Aktivierung von Pyrophosphat-Bindungen behandelt. In Einschlußverbindungen kann die Pyrophosphat-Bindung aktiviert werden; diese Modellreaktion mag – obwohl noch recht unvollkommen – eine Erklärung für den Vorgang der identischen Reduplikation von Desoxyribonucleinsäure und Ribonucleinsäure geben: Die molekulare Oberfläche beider Verbindungen wirkt als stereospezifische Matrize gleichzeitig aktivierend auf das Substrat, welches an ihre Oberfläche adsorbiert ist.

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