Zur Strukturchemie der kondensierten anorganischen Phosphate

Authors


  • Erweiterte Fassung von Vorträgen, die 1964 gehalten wurden.

Abstract

Nachdem es feststand, daß es drei Typen kondensierter anorganischer Phosphate — Metaphosphate, Polyphosphate und vernetzte Phosphate — gibt, wurde versucht, ihre Bildungswege und gegenseitigen Beziehungen aufzuklären und ihre bemerkenswerten Eigenschaften verständlich zu machen. — Meta- und Polyphosphate mit bis zu acht bzw. zehn Monomereneinheiten lassen sich chromatographisch trennen. In den Schmelzen liegen Gleichgewichts-verteilungen für die verschiedenen Phosphat-Anionen vor. Ein Tempern der Gläser führt zu kristallinen Produkten, zum Teil mit einheitlichem Anion. Die Umordnung Glas → Kristall verläuft dabei über monomere XO3-Anionen. Dies läßt sich an Polyarsenatophosphaten zeigen: in den Gläsern sind die As-Atome statistisch über die Ketten verteilt, in den Kristallen an bevorzugten Stellen der Ketten eingebaut. Polyphosphate und Polyphosphorsäuren sind in Wasser maximal zu 30% dissoziiert. Daraus erklären sich Ionenaustausch- und Chelatisierungseffekte. Der durch Kationen katalysierbare Abbau der Polyphosphate erfolgt auf zwei Wegen: einerseits durch hydrolytischen Abbau vom Ende der Ketten her, andererseits durch Umlagerung innerhalb der Ketten unter Bildung von Metaphosphaten.

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