Kinetik und Mechanismus der Radikal-Polymerisation

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Abstract

Bei niedermolekularen Umsetzungen entsteht häufig durch Nebenreaktionen ein Spektrum von Nebenprodukten, deren Entfernung durch nachgeschaltete Reinigungsoperationen meistens ohne größere Schwierigkeiten gelingt, da die Eigenschaften der Haupt- und Nebenprodukte sich im allgemeinen genügend unterscheiden. Umfassende kinetische Untersuchungen sind deshalb in der niedermolekularen Chemie nur insoweit von technischer Bedeutung, als es gilt, die Bildungsgeschwindigkeit der Nebenprodukte von vornherein zu vermindern. In der Polymerchemie ist das grundsätzlich anders. Hier erhält man keine Haupt- und Nebenprodukte, sondern Stoffgemische ähnlicher und/oder isomerer Moleküle, die sich hinsichtlich ihres Molekulargewichts und ihrer Struktur nur so geringfügig unterscheiden, daß eine Auftrennung in reine Stoffe oder eine Abtrennung reiner Stoffe praktisch nicht möglich ist. Da nun aber alle Teilreaktionen direkten Einfluß auf die Produktverteilung haben, Zusammensetzung und Eigenschaften eines Produktgemisches also bei jeder Änderung der Betriebsbedingungen modifiziert werden, sind detaillierte kinetische Analysen, die sich auf alle relevanten Teilreaktionen erstrecken müssen, unabdingbare Voraussetzung für die Herstellung definierter Polymerprodukte auch im technischen Maßstab. In diesem Fortschrittsbericht wird an Beispielen gezeigt, welche Bedeutung die Kinetik für die Radikal-Polymerisation hat.

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