SEARCH

SEARCH BY CITATION

Abstract

Die Eigenschaften der cyclischen Kronenether sind mit nichtcyclischen Neutralliganden (Podanden), die mit den offenkettigen Bioionophoren verglichen und von sauren Chelanden abgegrenzt werden, näherungsweise zu erreichen. endo-Polarophilie/exo-Lipophilie-Balance, Komplexstabilität, Ionenselektivität lassen sich an nichtcyclischen Polyethern oft einfacher, vielfältiger und preiswerter als bei cyclischen variieren, Komplexierung und Dekomplexierung verlaufen bei offenkettigen Systemen im allgemeinen rascher, und der Pseudohohlraum ist konformativ flexibler. Durch Donoratom-haltige starre, Endgruppen” versteifte nichtcyclische Kronenether und offenkettige Cryptanden ergeben leicht kristalline Alkali-/Erdalkalimetallion-Komplexe. Eine Reihe offenkettiger Neutralliganden bildet im kristallinen Komplex fixierte helicale Konformationen. Von theoretischem Interesse sind die beobachteten Koordinationszahlen und -geometrien. Anziehende Endgruppen-Wechselwirkungen führen zu Pseudocyclen, die eine Mittelstellung zwischen cyclischen und offenkettigen Liganden einnehmen. Neuerdings ist es auch gelungen, kristalline Alkali-/Erdalkalimetallion-Komplexe donorschwacher Oligoethylenglycolether und der Glycole sowie derartige Komplexe von Zuckern zu isolieren. Offenkettige Neutralliganden können als einfache Modelle für Bioionophore des Nigericin-Typs dienen und in Mikroelektroden analytisch verwendet werden. Neue Erkenntnisse für die Erforschung schwacher Wechselwirkungen zwischen Neutralmolekülen und für die Entwicklung von Harnstoffrezeptoren vermitteln die kürzlich gefundenen kristallinen stöchiometrischen Komplexe einiger Podanden mit Gastmolekülen wie Harnstoff, Thioharnstoff und Wasser.