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Abstract

Polymere, die wie Polyacetylen ein ausgedehntes π-Elektronensystem in der Hauptkette haben oder wie Poly-p-phenylen aus einer Folge aromatischer Ringe bestehen, sind im nativen Zustand ausgezeichnete Isolatoren; sie können im festen Zustand zu elektrisch leitfähigen CT-Komplexen mit einer metallähnlichen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert werden. Die chemischen und physikalischen Prozesse, die sich hierbei abspielen, und die Ursachen für die quasimetallische Leitfähigkeit sind noch weitgehend umstritten. Die physikalisch-chemische Realstruktur der Materialien, d. h. ihre komplexe Morphologie und Textur, muß in die Diskussion der Eigenschaften ebenso einbezogen werden wie die Erfahrungen über Struktur-Eigenschafts-Beziehungen bei den „organischen Metallen”, d. h. bei hochleitfähigen Molekülkristallen aus CT-Komplexen niedermolekularer organischer Verbindungen. Die Entdeckung der hochleitfähigen Polymerkomplexe hat ein neues interdisziplinäres Forschungsgebiet eröffnet, das die Polymerwissenschaft, die Festkörper- und Halbleiterphysik und die organische Festkörperchemie beschäftigt. Man darf annehmen, daß sich hieraus zahlreiche neuartige Werkstoffe und technische Anwendungen ergeben werden.