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Abstract

Bei der doppelten Stereodifferenzierung (doppelt asymmetrischen Synthese) wird ein chirales Substrat mit einem chiralen Reagens umgesetzt. Dieser Aufsatz befaßt sich mit der doppelten Stereodifferenzierung unter theoretischen und praktischen Gesichtspunkten. An vier bedeutenden organisch-chemischen Reaktionen – der Aldol- und der Diels-alder-Reaktion, der katalytischen Hydrierung und der Epoxidation – wird gezeigt, daß dieses Phänomen als Funktion der einfach asymmetrischen Reaktionen eines jeden der beiden chiralen Reaktanten mit einem achiralen Partner analysiert werden kann. Es wird eine Regel vorgeschlagen, die das Ergebnis dieser einfach asymmetrischen Reaktionen und den stereochemischen Verlauf der doppelten Stereodifferenzierung qualitativ verknüpft. Mit einer leistungsfähigen neuen Strategie, die auf dieser Regel aufbaut, können Chiralitätszentren in vorhersagbarer Weise eingeführt werden; die Strategie hat sich bereits bei der Synthese von Zuckern und Macroliden bewährt.