SEARCH

SEARCH BY CITATION

Abstract

Nach 1H- und 13C-Kernen ist in der Organischen und Bioorganischen Chemie der Stickstoff-Kern die wichtigste NMR-Sonde bei strukturchemischen Studien. Lange Zeit jedoch verzichtete man auf die Stickstoff-NMR-spektroskopische Untersuchung größerer Moleküle — war sie doch mit einem zweifachen Handicap behaftet: Zum einen störte das elektrische Quadrupolmoment der 14N-Kerne, zum anderen war die natürliche Häufigkeit des Isotops 15N zu gering. Neue Aufnahmetechniken wie Pulssequenzen und Polarisationstransfer lösten zusammen mit der Verwendung größerer Probenköpfe und immer stärkerer Magnetfelder weitgehend das Problem der geringen NMR-Empfindlichkeit des 15N-Kerns und bewirkten eine vehemente Entwicklung der 15N-NMR-Spektroskopie. Diese gewährt inzwischen vielseitige Einblicke in die Molekülstruktur in isotroper und anisotroper Phase. Ihr Anwendungspotential reicht von der Anorganischen über die Metallorganische und Organische Chemie bis hin zur Biochemie und Molekularbiologie. Untersucht werden z. B. reaktive Zwischenprodukte, der Metabolismus von Stickstoffverbindungen sowie Biopolymere und Enzym-Inhibitor-Komplexe, wobei gerade die Kombination mit 2D-NMR-Techniken besonders detaillierte Studien ermöglicht.