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Mikrobieller Abbau halogenierter Kohlenwasserstoffe: Ein Beitrag zur Lösung vieler Umweltprobleme?

Authors

  • Dr. Rudolf Müller,

    1. Institut für Mikrobiologie der Universität Hohenheim Garbenstraße 30, D-7000 Stuttgart 70
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  • Prof. Dr. Franz Lingens

    Corresponding author
    1. Institut für Mikrobiologie der Universität Hohenheim Garbenstraße 30, D-7000 Stuttgart 70
    • Institut für Mikrobiologie der Universität Hohenheim Garbenstraße 30, D-7000 Stuttgart 70
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  • In memoriam Konrad Bernhauer

Abstract

Chlorierte Kohlenwasserstoffe finden aufgrund ihrer chemischen und thermischen Stabilität sowie ihrer fungiziden, herbiziden und insektiziden Wirkung breite Anwendung. Leider führen eben diese Eigenschaften auch dazu, daß diese Verbindungen in der Natur äußerst persistent sind; Halbwertszeiten von 15 Jahren und mehr sind keine Seltenheit. In manchen Ländern wurde die Anwendung einiger chlorierter Verbindungen verboten, obwohl sie genau das erwünschte Wirkungsspektrum zeigten (z.B. DDT). Erstaunlicherweise werden dennoch die meisten dieser Verbindungen durch mikrobielle Systeme abgebaut. In vielen Fällen gelang es, bakterielle Reinkulturen zu isolieren, die chlorierte Verbindung wie das Holzschutzmittel und Herbizid Pentachlorphenol kann von einigen Bakterien als einzige Kohlenstoffquelle genutzt werden. Untersuchungen des Abbaus halogenierter Kohlenwasserstoffe führten zur Entdeckung neuer Abbauwege, bei denen sich bisher nicht bekannte enzymatische Reaktionen nachweisen ließen. Es wurden sogar bakterielle Enzyme gefunden, die Halogensubstituenten sowohl in aliphatischen als auch in aromatischen Verbindungen durch Hydroxygruppen oder durch Wasserstoffatome ersetzen. – Die hier beschriebenen neuen Erkenntnisse werden sicherlich in absehbarer Zukunft zu neuen biotechnologischen Verfahren, vor allem auf dem Gebiet der Abwassertechnologie, führen.

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