Präorganisation – von Solventien zu Sphäranden

Authors

  • Prof. Dr. Donald J. Cram

    Corresponding author
    1. Department of Chemistry and Biochemistry, University of California at Los Angeles Los Angeles, CA 90024 (USA)
    • Department of Chemistry and Biochemistry, University of California at Los Angeles Los Angeles, CA 90024 (USA)
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  • Professor Vladimir Prelog zum 80. Geburtstag gewidmet

Abstract

Dieser Aufsatz würdigt die Bedeutung der molekularen Präorganisation für das sich schnell entwickelnde Gebiet der Komplexierung mit sinnvoll geplanten synthetischen organischen Verbindungen. Seit ihren wissenschaftlichen Anfängen hat die Organische Chemie in reichem Maß von der Biologischen Chemie als einer ergiebigen Quelle für evolutionsbedingte Strukturen, Reaktionen und Regelmechanismen profitiert, die dazu anregen, organische Verbindungen für gezielte Nachahmungen herzustellen. Biologische Systeme bilden hochgeordnete Komplexe und können deshalb komplizierte Aufgaben erfüllen. Rezeptorbindungsstellen von Enzymen sowie Gene, Antikörper und Ionophore verfügen über ein hohes Maß an Präorganisation; mit anderen Worten: Ihre funktionellen Gruppen wirken als Bindungsstellen oder als Katalysatorzentren zusammen und sind vor der Komplexierung schon weitestgehend gruppiert und gerichtet. – Die Stärke des Organikers besteht in seiner Fähigkeit, organische Verbindungen, organische Reaktionen und vielstufige Synthesen zu konzipieren und Systeme zu erproben, mit denen sich Hypothesen prüfen lassen. Dieser Beitrag befaßt sich mit der planvollen Entwicklung hochgeordneter Komplexe und dem Auffinden von Regeln, nach denen sie sich verhalten. Forschungen auf diesem Gebiet sind besonders lohnend, da in den Strukturen vieler Komplexe ein Verschmelzen von Wissenschaft und Ästhetik sichtbar wird.

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