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Abstract

Pilzinfektionen (Mykosen) sind weltweit verbreitet. Den Ansprüchen einer modernen Chemotherapie zu ihrer Behandlung genügen jedoch nur wenige Strukturklassen; die Suche nach neuartigen Wirkstoffen ist daher für Wissenschaft und Therapie von Bedeutung. Die erste Verbindung einer neuen Substanzklasse, der Allylamin-Derivate, wurde durch Zufall gefunden. Es handelt sich um Naftifin ((E)-N-Methyl-N-(1-naphthylmethyl)-3-phenylallylamin), das seit kurzem als topisches Antimykoticum im Handel ist. Von Naftifin ausgehend wurde über grundlegende Struktur-Wirkungs-Beziehungen und Synthesen die bisher wirksamste Verbindung dieses Typs – Terbinafin – gefunden, die als erster pharmazeutischer Wirkstoff ein (E)-1,3-Enin-Strukturelement enthält. Terbinafin verfügt gegenüber der ursprünglichen Leitstruktur Naftifin sowohl in vitro als auch in vivo über einen erheblich verbesserten Wirkungsgrad und ist Standardpräparaten in verschiedenen chemotherapeutischen Tieruntersuchungen bei topischer oder oraler Gabe bis um eine Größenordnung überlegen. Nach den bisherigen klinischen Erfahrungen hat Terbinafin neben hoher Verträglichkeit eine vielversprechende Wirksamkeit gegen verschiedenartige Mykosen. Allylamine sind potente und selektive Hemmer der fungalen Squalen-Epoxidase und wirken über einen neuartigen Mechanismus, der nicht wie bei anderen Hemmern der Steroid-Biosynthese von Cytochrom P-450 abhängig ist.