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Abstract

Der klinische Erfolg von Cisplatin (cis-Diammindichloroplatin(II)) bei der Chemotherapie von Tumoren ermutigte zur Suche nach Analoga mit geringerer Toxizität, besserem therapeutischem Index und höherer Wirksamkeit. Buchstäblich Tausende von Analoga, durch Austausch der Ammin- und der Chloroliganden durch andere Amine bzw. anionische Liganden erhalten, wurden in experimentellen Tumormodellen systematisch auf Aktivität geprüft. Einige dieser Analoga wurden für klinische Tests ausgewählt, aber nur sehr wenige scheinen vielversprechende Antitumorwirkstoffe zu sein. Bei der planvollen Entwicklung und Synthese neuer Cisplatin-Analoga in jüngerer Zeit ließ man sich unter anderem von folgenden Überlegungen leiten: 1) Durch Platinkomplexe mit Trägermolekülen als Liganden sollte eine erhöhte Wirkstoffkonzentration im Tumorgewebe zu erreichen sein; 2) Platinkomplexe mit Chemotherapeutica als Liganden könnten als polyfunktionelle Arzneimittel synergistische Wirkungen entfalten; 3) Komplexe mit mehr als einem Platinatom könnten wirksamer als Komplexe mit einem Platinatom sein; 4) Platinkomplexe könnten als Sensibilisatoren bei der Strahlentherapie eingesetzt werden. In diesem Beitrag werden wir nach einer kurzen Betrachtung der „traditionellen” Analoga die unseres Erachtens erfolgversprechendsten Wege zu neuartigen Cisplatin-Analoga diskutieren.