Der Nervenwachstumsfaktor: 35 Jahre später (Nobelvortrag)

Authors

  • Prof. Dr. Rita Levi-Montalcini

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    1. Istituto di Biologica Cellulare Consiglio Nazionale delle Ricerche Via G. Romagnosi 18 A, I-00196 Rom (Italien)
    • Istituto di Biologica Cellulare Consiglio Nazionale delle Ricerche Via G. Romagnosi 18 A, I-00196 Rom (Italien)
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  • Copyright © The Nobel Foundation 1987. — Wir danken der Nobel-Stiftung, Stockholm, für die Genehmigung zum Druck einer deutschen Fassung des Vortrags.

Abstract

Wachstumsfaktoren – für Nerven und für Haut – sind die Arbeitsgebiete der beiden Empfänger des letztjährigen Nobel-Preises für Medizin. Nerven und Haut wachsen nicht „von selbst”, sondern benötigen dazu einen chemischen Reiz. Der Nervenwachstumsfaktor (NGF) erwies sich als frei diffundierendes Protein, das für die normale Entwicklung von Embryonen unentbehrlich ist, im Übermaß jedoch die neurogenetischen Prozesse außerordentlich stört. NGF konnte unter anderem aus Speicheldrüsen der Maus isoliert werden. Rohextrakte von NGF hatten unerwartete Nebeneffekte, deren systematische Untersuchung zur Entdeckung des epidermalen Wachstumsfaktors (EGF) führte. EGF ist wie NGF ein Protein, dessen Sequenz aufgeklärt wurde. Das primäre Signal, das durch EGF übermittelt wird, steht nach heutiger Vorstellung mit der Tyrosin-Kinase-Aktivität seines Rezeptors in Beziehung.

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