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Organometallchemie in hohen Oxidationsstufen, eine Herausforderung – das Beispiel Rhenium

Authors


  • Professor Hans Bock zum 60. Geburtstag gewidmet

  • Zweiter Essay über Metallorganische Chemie. – Erster Essay: W. A. Herrmann, Comments Inorg. Chem. 7 (1988) 73.

Abstract

Die Homogenkatalyse als wichtiges industrielles Ventil der metallorganischen Grundlagen-forschung hat großen Nutzen aus jenen Organoübergangsmetall-Verbindungen gezogen, die Verknüpfungsreaktionen zwischen Kohlenwasserstoff-Fragmenten vermitteln. Die meisten kommerziell wichtigen Prozesse zur Herstellung organischer Grundchemikalien spielen sich auffälligerweise an Metallzentren niedriger Oxidationsstufen ab; Beispiele sind die Synthese linearer α-Olefine (Shell Higher Olefins Process) und linearer Aldehyde (Hydro-formylierung) sowie die Herstellung von Acetaldehyd (Wacker-Hoechst), Essigsäure (Monsanto) und Adiponitril (DuPont-Verfahren der Hydrocyanierung von Butadien). Schon des-halb ist es kaum überraschend, daß die metallorganische Forschung der vergangenen Jahr-zehnte vorzugsweise auf das Verständnis und die Verbesserung dieser Katalysereaktionen sowie auf die damit zusammenhängende stöchiometrische Chemie ausgerichtet gewesen ist. Vergleichsweise dürftig sind folglich unsere Kenntnisse über Organometall-Verbindungen, in denen die Metallatome in hohen Oxidationsstufen vorliegen. So wissen wir selbst inner-halb einer Verbindungsklasse recht wenig über Beziehungen zwischen hohen und niedrigen Oxidationsstufen. In diesem Aufsatz wird die Chemie von Organorhenium-Verbindungen in hohen Metall-Oxidationsstufen exemplarisch beschrieben, und es werden aktuelle Herausforderungen für die metallorganische Forschung aufgezeigt.

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