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Abstract

Die meisten Metallorganiker haben nur wenig aktuelle Kenntnisse in Biochemie. Ebenso glauben die meisten Biochemiker, daß die Organometallchemie weit von den Problemen entfernt ist, die sie bearbeiten. Der tatsächliche Abstand zwischen diesen zwei Grundpfeilern der modernen Chemie wird aber, wenn überhaupt vorhanden, immer kleiner. Die „Auswüchse” dieser beiden, früher unabhängigen Disziplinen durchdringen sich und bilden ein neues Fachgebiet, die metallorganische Biochemie, deren Grundlagen hier diskutiert werden sollen. So wird die Anwendung von Biokatalysatoren für selektive Umwandlungen von Organometallverbindungen beschrieben. Ferner wird auf Systeme eingegagen, in denen redoxaktive Organometallverbindungen als Substrate in Oxidase- und Peroxidasereaktionen fungieren, und schließlich werden Enzyme behandelt, die die zunehmenden Mengen von Organometallverbindungen, insbesondere Organoquecksilberverbindungen, in der Biosphäre abbauen. Diese Enzyme sind einzigartig, da sie die Metall-Kohlenstoff-Bindung, das Kernstück von Organometallverbindungen, katalytisch spalten können.