Die Medizinische Chemie im Goldenen Zeitalter der Biologie: Lehren aus der Steroid- und Peptidforschung

Authors

  • Prof. Dr. Ralph Hirschmann

    Corresponding author
    1. Department of Chemistry, University of Pennsylvania Philadelphia, PA 19 104-6323 (USA)
    • Department of Chemistry, University of Pennsylvania Philadelphia, PA 19 104-6323 (USA)
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    • Ralph Hirschmann ist Research Professor für Chemie an der University of Pennsylvania in Philadelphia. Gleichzeitig ist er an der Medical University of South Carolina in Charleston als Universitätsprofessor für Biomedizinische Forschung tätig. Er wurde 1922 in Deutschland geboren, kam 1937 in die USA, wo er 1943 einen A. B. vom Oberlin College erhielt, und nahm, nach dreijährigem Militärdienst in der US-Armee während des 2. Weltkriegs, sein Hauptstudium an der University of Wisconsin in Madison auf. Dort promovierte er 1950 unter William S. Johnson. Noch im gleichen Jahr nahm er einer Stellung bei Merck & Co. an, wo er es bis zum Senior Vice President brachte; 1987 trat er in den „Ruhestand” (siehe oben).


  • In memoriam Max Tishler (1906–1989)

  • Dieser Aufsatz basiert zum Teil auf zwei Vorträgen: der Medicinal Chemistry Award Lecture (1986) und der Nichols Award Lecture (New York Section of the American Chemical Society, 1988).

Abstract

Die Zusammenarbeit zwischen Biologen und Chemikern hat Medikamente hervorgebracht, die für die Gesellschaft von enormen Nutzen waren und sind. Durch diese Wechselwirkung werden zwei Vorzüge synergetisch kombiniert: die Exaktheit der chemischen Konzepte und die Fähigkeit der Biologen, Ergebnisse aus mehreren Forschungsgebieten in übergreifenden Theorien zu vereinigen. Die resultierenden Beiträge für die medizinische Praxis haben die Häufigkeit von Erkrankungen und die Sterblichkeitsrate erniedrigt und die Lebensqualität erhöht. Auf der Grundlage der Arbeiten von Chemikern wie Robinson, Prelog, Woodward und Pauling hat die Medizinische Chemie die rationale Entwicklung von Medikamenten, besonders von Enzym-Inhibitoren, in einem Maße vorangetrieben, das noch vor zwanzig Jahren undenkbar schien. Einige der wichtigsten Beiträge der Medizinischen Chemie zur Gesundheit von Menschen und Tieren sind unmittelbar auf die innovative Anwendung struktureller und elektronischer Konzepte, auf die Weiterentwicklung instrumenteller Methoden und auf spektakuläre Fortschritte in der Biologie zurückzuführen. Jedoch nutzen medizinisch orientierte Chemiker bisher erst einen Bruchteil der Möglichkeiten, welche die „Doppelhelix-Revolution” der fünfziger Jahre eröffnet hat. Die Abschnitte 4, 5 und 6 dieses Aufsatzes demonstrieren die Art des Wechselspiels zwischen Molekularbiologie und Chemie besonders deutlich.

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