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Abstract

Die erfolgreichsten Impfstoffe bestehen heute noch aus abgeschwächten oder abgetöteten Pathogenen, doch ist erkennbar, daß in Zukunft durch Anwendung der Gentechnologie reine Antigene in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen werden. Zur Erreichung einer Schutzwirkung ist es jedoch essentiell, die Immunantwort gegen diese nur schwach immunogenen Strukturen durch Adjuvantien zu verstärken. Die Suche nach chemisch definierten, synthetischen und gut verträglichen Adjuvantien ist deshalb für eine effektive Immunprophylaxe von außerordentlicher Bedeutung. Als eine in dieser Hinsicht sehr vielversprechende Verbindungsklasse erwiesen sich synthetische Glycosylamide mit zwei langen Alkylketten aus Alkylamin und Fettsäuren. Im Gegensatz zu den natürlich vorkommenden Glycolipiden, die immunsuppressiv wirken, sind die hier beschriebenen, neuen Glycolipidanaloga ausgeprägt immunstimulierend. Sie bewirken in Vaccinierungsexperimenten zusammen mit verschiedenen Antigenen einen effizienten Schutz. Der Wirkungsmechanismus, der sich von dem bekannter Adjuvantien unterscheidet, läßt die Glycolipidanaloga für Immunisierungen von Patienten mit defekten T-Lymphozytenfunktionen, z. B. AIDS-Patienten, als besonders aussichtsreich erscheinen.