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Abstract

Metallchalkogenide und -chalkogenidhalogenide zeichnen sich durch eine große Strukturvielfalt und durch ihre sehr unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften aus. Die Synthese neuer Beispiele dieser Verbindungsklasse ist daher stets ein lohnendes Ziel für den präparativ arbeitenden Festkörperchemiker. Zahlreiche Synthesen und Strukturbestimmungen haben in den letzten Jahren dieses Gebiet belebt. Der Schwerpunkt der Forschung lag auf den selen- und tellurreichen Verbindungen, deren Strukturen durch gerichtete, kovalente Bindungen zwischen den Chalkogenatomen charakterisiert sind. Auch Verbindungen mit neuen Chalkogen-Polykationen sind in den letzten Jahren bei Reaktionen der elementaren Chalkogene mit Übergangsmetallhalogeniden durch Abscheidung aus der Gasphase im Sinne chemischer Transportreaktionen zugänglich geworden. Das Element Tellur hebt sich hierbei von seinen leichteren Gruppenhomologen durch die ausgeprägte Neigung zu höheren Bindigkeiten ab. Dieser Fortschrittsbericht versucht, einen Überblick über neue Entwicklungen auf dem Forschungsgebiet der Verbindungen mit Chalkogen-Polykationen und dem der Metallchalkogenidhalogenide zu geben. Im Vordergrund stehen dabei Verbindungen der Übergangsmetalle Molybdän und Wolfram sowie solche mit dem Chalkogen Tellur.