Liganden als “Kompaßnadeln”: Rückschlüsse aus der Orientierung von Alken-, Alkin- und Alkylidenliganden auf das π-Bindungssystem bei tetraedrischen Übergangsmetallkomplexen

Authors

  • Prof. Vernon C. Gibson

    Corresponding author
    1. Department of Chemistry, University Science Laboratories, South Road, Durham DH 3LE (Großbritannien) Telefax: Int. + 91/386-1127
    • Department of Chemistry, University Science Laboratories, South Road, Durham DH 3LE (Großbritannien) Telefax: Int. + 91/386-1127
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    • Vernon C. Gibson, 1958 in Grantham (Lincolnshire, England) geboren, wechselte nach dem Chemiestudium an der University of Sheffield an die University of Oxford, wo er 1983 mit einer bei M. L. H. Green angefertigten Arbeit über die Koordinations- und Organometallchemie der frühen Übergangsmetalle promovierte. Nach zwei Jahren als NATO-Postdoktorand bei J. E. Bercaw um California Institute of Technology kehrte er 1986 nach England zurück und übernahm einen Lehrauftrag an der Durham University; heute ist er dort ordentlicher Professor. Sein Forschungsinteresse gilt präparativen, strukturellen und mechanistischen Fragestellungen der anorganischen und metallorganischen Chemie mit besonderem Augenmerk auf Übergangsmetallverbindungen mit Metall-Ligand-Mehrfachbindungen und ihre Anwendungen in der Synthese von Polymeren.


Abstract

Diese Arbeit beschreibt die überraschend einfachen Strukturprinzipien für Übergangsmetallkomplexe mit π-gebundenen Liganden und schlägt einfache Regeln (sowie Ligandenklassifizierungen) vor, mit denen man diese Strukturmerkmale erklären und auch Strukturen von Komplexen vorhersagen kann. Alken-, Alkin- und Alkylidenliganden nehmen in bezug auf andere an das zentrale Übergangsmetallatom gebundene Liganden bestimmte Orientierungen ein, unabhängig von der Koordinationsgeometrie, da sie mit diesen um Metall-Ligand-π-Bindungsanteile konkurrieren. Besonders interessant an tetraedrischen Komplexen ist, daß “single-faced”, π-gebundene Liganden (das sind Liganden, die nur in einer bestimmten Orientierung π-koordinieren können) als “Sensoren” für die relative π-Donorstärke aller anderen an das Metallzentrum gebundenen Gruppen fungieren können. Dazu müssen die tetraedrischen Komplexe nur als Dreiecke dargestellt und eine einfache, qualitative Untersuchung durchgeführt werden, die auf Berechnungen von Hoffmann et al. beruht. Damit kann man für eine Vielzahl dieser Übergangsmetallkomplexe die Vorzugsorientierung und die relative π-Bindungsstärke der Liganden vorhersagen.

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