SEARCH

SEARCH BY CITATION

Abstract

Otto Roelen hat 1938 die Oxosynthese (Hydroformylierung) entdeckt, noch während schwieriger Kriegsjahre die Grundzüge des Anwendungsbereiches bis hin zu einer ersten großtechnischen Anlage erarbeitet und damit das Tor zur Nutzung metallorganischer, homogen wirkender Katalysatoren geöffnet. Der gleichaltrige Walter Hieber erforschte fast zeitgleich die chemischen Grundlagen der verwendeten Katalysatoren, ohne von deren Anwendung zu wissen. Die Hydroformylierung zählt heute zu den bedeutendsten homogenkatalytischen Prozessen der Industrie. Die einmalige Chance einer zielgerichteten Zusammenarbeit von Industrie- und Hochschulchemikern am gleichen Problem einer wichtigen, neuen Synthese wurde damals nicht genutzt, wofür weniger die Zeitumstände als vielmehr Mentalitätsunterschiede zweier schwieriger Charaktere verantwortlich gemacht werden müssen: das alte Problem nicht planbarer Individuen in nicht planbarer Zeit. Eine Reihe von hier erstmals veröffentlichten Zeitdokumenten, vermehrt um die Berichte der Alliierten über „verborgene Reparationen”, gibt interessante Einblicke in die Art der Entdeckung und den späteren Ablauf der Entwicklung.