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Keywords:

  • Carbenkomplexe;
  • Heterocyclen;
  • Homogene Katalyse;
  • Metathese;
  • Olefine

Abstract

Übergangsmetallkatalysierte C-C-Verknüpfungen gehören zu den wichtigsten Reaktionen in der organischen Synthese. Eine interessante Reaktion aus dieser Klasse ist die Olefinmetathese, ein metallkatalysierter Austausch von Alkylidengruppen zwischen Olefinen. Die Olefinmetathese ermöglicht die Spaltung und Knüpfung von C-C-Doppelbindungen. Besondere funktionelle Gruppen sind dabei nicht erforderlich. Obwohl die durch eine Vielzahl von Übergangsmetallen katalysierte Reaktion industriell genutzt wird, lag ihr Potential für die organische Synthese lange Zeit weitgehend brach. Daß dieser Dornröschenschlaf vor kurzem ein jähes Ende fand, hat mehrere Gründe. So ermöglichen neue Katalysatoren die Umsetzung hochfunktionalisierter und sterisch anspruchsvoller Olefine unter milden Reaktionsbedingungen und in hohen Ausbeuten. Ein verbessertes Verständnis der Substrat-Katalysator-Wechselwirkungen hat wesentlich dazu beigetragen, daß sich die Olefinmetathese derzeit als Synthesemethode etabliert. Außer der Herstellung von Polymeren mit maßgeschneiderten Eigenschaften eröffnet die Metathese heute auch neue Zugänge zu komplexen niedermolekularen Verbindungen. Die bereits hochentwickelte Ringschlußmetathese bewährt sich als Schlüsselschritt in der Synthese einer wachsenden Zahl von Naturstoffen. Zugleich zeichnen sich für neuentwickelte bimolekulare Metathesevarianten interessante Anwendungen ab. Fortschritte bei der selektiven gekreuzten Metathese acyclischer Olefine lassen ebenso wie vielversprechende Ansätze zur Einbeziehung von Alkinen eine weiterhin lebhafte Entwicklung der Metathesechemie erwarten.