Editorial: Die Angewandte online, überall

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Abstract

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Nachdem um 1980 herum kurzzeitig mit Magnetbändern experimentiert worden war, um Lesern die Angewandte Chemie anders als gedruckt verfügbar zu machen, stieg ihr Verlag 1998 mit Wiley InterScience (heute: Wiley Online Library (WOL), Abbildung 1) in das elektronische Publizieren per Internet ein. Auf diese Weise liefert die Zeitschrift nun schon 16 Jahre ihren Lesern PDF- und HTML-Dateien von Zuschriften und Aufsätzen sowie Beiträge all der anderen Rubriken über das Internet; auch die zum Teil sehr umfangreichen “Hintergrundinformationen” (experimentelle Details, spektroskopische Daten etc., aber auch Videos aller Art) werden seither online publiziert. 2003 wurde die International Edition, 2006 die deutsche Ausgabe bis zurück zum jeweils ersten Heft digitalisiert.

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Figure 1.

Die Angewandte in WOL bietet neben dem Volltext vielfältige Dienste wie Benachrichtigungen und Suche (nach Zitaten: oben rechts durch Klick auf “In this journal” auswählbar).

Ständig werden zusätzliche Dienste entwickelt, die Lesern das Leben vereinfachen sollen. Per E-Mail kann man sich seit langem die Inhaltsverzeichnisse neuer Hefte zuschicken lassen. Da aber inzwischen alle Artikel in der Angewandten Chemie im EarlyView-Modus erscheinen, d. h., sobald die redaktionelle und technische Bearbeitung sowie ein Korrekturgang durch die Autoren abgeschlossen sind, aber noch bevor sie einem Heft zugeordnet werden, gibt es auch hierfür die Möglichkeit, sich per E-Mail je nach Wunsch täglich oder wöchentlich benachrichtigen zu lassen. Wer sich lieber nur über die Ergebnisse selbst definierter Suchanfragen (Titel, Autoren, Stichwörter, …) auf dem Laufenden halten lassen möchte, kann auch diesen Service der Angewandten über WOL nutzen. WOL bietet darüber hinaus RSS-Feeds an, die es mit entsprechender Software auf Desktop, Tablet oder Smartphone ermöglichen, sich aus einer persönlichen Auswahl von Zeitschriften zu informieren, sogar über Verlagsgrenzen hinweg, z. B. mit Feedly (Abbildung 2).

Figure 2.

Per RSS-Feed lässt sich die Angewandte in eine Vielzahl von Diensten einbinden. z. B. in Feedly.

Die Ergebnisse einiger von der Redaktion vorgefertigter Suchanfragen in der Angewandten Chemie und anderen Wiley-VCH-Zeitschriften liefert die Website der Angewandten Chemie unter dem Link “Virtual Issues”: Forschungsgebiete von Organokatalyse bis Photovoltaik und – ganz neu – Batterien sowie Photo- und Redoxkatalyse sind heiße Themen, “Hot Topics”. Vorschläge für neue sind der Redaktion willkommen.

In sozialen Netzwerken ist die Angewandte Chemie ebenfalls vertreten: Auf Facebook und Twitter machen wir regelmäßig auf alle neu erschienenen Artikel aufmerksam (Abbildung 3), darüber hinaus wird dort von Tagungen berichtet und was sonst noch in der Redaktion passiert. Das ist nicht nur gut für diejenigen, die ohnehin viel in solchen Netzwerken unterwegs sind, sondern auch für die Angewandten-Autoren, deren Artikel von Suchmaschinen dadurch höher bewertet werden. Anfragen und Kommentare aller Art erreichen die Redaktion auf diesem Weg (und auf sie wird selbstverständlich reagiert). Zurzeit betreibt Wiley mit Altmetric ein Pilotprojekt, das das Echo von Artikeln in sozialen Netzwerken, in Blogs und auf Nachrichtenseiten messen soll: Sie erkennen das an dem kleinen Regenbogen-bunten “Am”-Logo auf den Abstract-Seiten der International Edition – klicken Sie mal drauf!

Figure 3.

Die Angewandte auf a) Twitter und b) Facebook.

ChemistryViews.org ist kein soziales Netzwerk, sondern ein Portal, das von Wiley-VCH mit und für ChemPubSoc Europe betrieben wird, einem Konsortium von 16 europäischen chemischen Gesellschaften, die Schwesterzeitschriften der Angewandten Chemie publizieren: Chemistry—A European Journal, die European Journals of Organic und Inorganic Chemistry, ChemPhysChem, ChemBioChem, ChemMedChem, ChemSusChem, ChemCatChem, ChemPlusChem, ChemElectroChem und ChemistryOpen. ChemistryViews bietet eigene Beiträgen über alles, was in der Chemie passiert. Dazu gehört auch die Möglichkeit, den eigenen Interessen folgend einen Strom von EarlyView-Erscheinungsmeldungen aus einem breiten Angebot von Zeitschriften zusammenzustellen, darunter die Angewandte Chemie.

Seit dem Erfolg von Tablets bringen Verlage zunehmend Inhalte auf diesem Weg an die Leser. Wiley, der Mutterverlag von Wiley-VCH, hat mit der Angewandten Chemie als Pilotzeitschrift mit hohem Aufwand eine App für das iPad entwickelt,1 da eine zweispaltige PDF-Datei auf einem solchen Gerät nur mit Mühe gelesen werden kann. Die App ermöglicht nach kostenloser Registrierung und Aktivierung auch außerhalb des eigenen Campus den Zugang zu allen aktuellen Artikeln ohne zusätzliche Kosten. Wer nicht in der glücklichen Lage ist, dass eine Universitäts- oder Firmenbibliothek ein Abonnement unterhält, kann in der App ein persönliches Abo abschließen – am günstigsten ist jedoch das persönliche Abonnement über WOL als Mitglied einer der ChemPubSoc-Europe-Gesellschaften, z. B. der GDCh. Ganze Hefte und einzelne Artikel können bequem heruntergeladen und offline gelesen werden. Das Leseerlebnis ist dabei angenehm, da das Layout auf die Bildschirmgröße von Tablets zugeschnitten ist: Literatur- und Abbildungsverzeichnisse stehen unabhängig neben dem Text, es lässt sich durch Artikel, Hefte und Abbildungen blättern, und man kann Kollegen und Studierende per E-Mail auf interessante Artikel oder einzelne Abbildungen hinweisen (Abbildung 4). Eine Version für das iPhone ist in Arbeit, und erste Apps für Schwesterzeitschriften sind bereits erschienen (siehe www.chemistryviews.org/wileyapps), und Android-Nutzer werden wohl ebenfalls bald in den Genuss einer App für ihr Gerät kommen. Vor allem aber wird auch WOL selbst bald dieses verbesserte, auf die Größe des Bildschirms angepasste Leseerlebnis bieten.1

Figure 4.

Auch auf dem iPad bietet die Angewandte höchsten Lesekomfort: Inhaltsverzeichnisse (links) und Volltextansicht (rechts) sind auf das Gerät abgestimmt und vom Nutzer einstellbar.

Die Angewandte Chemie zählt sicher zu den am weitesten verbreiteten Chemie-Zeitschriften der Welt. Das gilt nun auch für Länder, deren Budgets nicht nur für Bildung und Forschung zu wünschen übrig lassen: Unter dem Schirm der Initiative Research4 Life von Weltgesundheitsorganisation, den Vereinten Nationen und anderen ist die Angewandte in Entwicklungsländern kostenlos oder zu einem nominellen Betrag zugänglich.

“Meine Angewandte gehört zu mir – überall” war mal ein Werbeslogan der Zeitschrift. Nie war er so wahr wie heute. Alle besprochenen Dienste sind über die Homepage der Zeitschrift erreichbar: www.angewandte.de.

Footnotes

  1. 1

    Die Wahl des Geräts beruhte auf der Nutzungsstatistik von WOL. Zwar holen andere Geräte inzwischen auf, der weitaus größte Anteil entfällt jedoch noch immer auf das iPad. WOL erhält ein flexibles Design, das sich mobilen Geräten aller Art optimal anpasst.

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