Die Qualitätsbeeinflussung von Speisekartoffeln bei Transport und Lagerung in Abhängigkeit von verschiedenen Verpackungsmaterialien. 2. Mitt. Einfluß verschiedener Verpackungsmaterialien auf die Solaninneubildung

Authors

  • R. Bitsch,

    Corresponding author
    1. Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn, BRD
    • Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 53, Bonn, Endenicher Allee 11–13, BRD
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  • J. Sültemeier,

    Corresponding author
    1. Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn, BRD
    • Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 53, Bonn, Endenicher Allee 11–13, BRD
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  • Prof. Dr. D. Hötzel

    Corresponding author
    1. Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bonn, BRD
    • Institut für Ernährungswissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 53, Bonn, Endenicher Allee 11–13, BRD
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  • 1. Mitt. Nahrung 18, 385 (1974)

Abstract

Bei Lagerungsversuchen von 2 Kartoffelsorten (Hansa, mittelfrüh; Hela, sehr früh) in verschiedenen Verpackungsmaterialien (PE-folie, perforiert-farblos; -schwach getönt; -stark gefärbt; PE-folie, nicht perforiert-farblos; Papiertüte, perforiert und nicht perforiert, Kunststoffnetze) und bei unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen (Tages- und Dämmerlicht) zeigte sich, daß der Solaningehalt innerhalb einer Lagerdauer von 3 Monaten auf mehr als das Doppelte seines Ausgangswertes ansteigen kann. Bei den meisten Proben war die Solaninzuwachsrate im Tageslicht höher als im Dämmerlicht.

Der Einfluß der Verpackung war entgegen der Erwartung weniger deutlich ausgeprägt. Die partielle Lichtdurchlässigkeit von PE-folien begünstigte jedoch offenbar eine Erhöhung des Solaningehalts. Der Alkaloidgehalt der Proben in den lichtdurchlässigen farblosen Folien übertraf sogar den von gleichfalls lichtdurchlässigen Kunststoffnetzen. Zwischen perforierten und nicht perforierten Folien waren ins Gewicht fallende Unterschiede nicht festzustellen.

Für eine längere Lagerung von Kartoffeln geeignet erscheinen anhand unserer Versuche lichtundurchlässige Papiertüten bzw. -säcke und Kunststoffnetze.

Der Verpackungseinfluß auf die lichtinduzierte Solaninbildung der Kartoffeln wurde bei den vorliegenden Untersuchungen wahrscheinlich überdeckt von einer initialen Solaninbiosynthese, hervorgerufen durch einen „Lichtstoß”, dem die Kartoffeln vor dem Verpacken bzw. auf dem Transport ausgesetzt waren. Der „Lichtstoß” erfolgte bei Sorte Hela offenbar zu einem früheren Zeitpunkt als bei Sorte Hansa.

Signifikante Unterschiede bezüglich des Alkaloidgehalts waren im vorliegenden Fall nicht nachweisbar. Der mittlere Solaningehalt der beiden Kartoffelsorten im gesamten Untersuchungszeitraum lag bei 20,6 mg/100 g Trockensubstanz. Die durchschnittliche Schwankungsbreite (Zu- oder Abnahme) betrug 50%. Parallel zu den verpackten Kartoffeln eingelagerte unverpackte Kartoffeln hatten trotz ziemlich günstiger Lagerbedingungen am 2. und 3. Untersuchungstermin größtenteils einen höheren Alkaloidgehalt als die verpackten Proben. Dieser Befund wird mit einer verminderten Stoffwechselrate bei den verpackten Kartoffeln erklärt.

Ancillary