Wohnsitzwahl und lokale Einkommensbesteuerung

Authors

  • Kurt Schmidheiny

    Corresponding author
    1. Tufts University
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    • Kurt Schmidheiny besucht mit einem Stipendium des Schweizerischen Nationalfonds die Tufts University in Boston, USA. Er hat nach seinem Doktorat in Volkswirtschaftslehre an der Universität Bern als Maître Assistant an der Universität Lausanne gelehrt. Kurt Schmidheiny ist Master of Science der London School of Economics and Political Science sowie lic. rer. pol. der Universität Bern.


Address for correspondence: Dr. Kurt Schmidheiny, Department of Economics, Tufts University, Braker Hall, 8 Upper Campus Road, Medford, MA 02155. E-mail: kurt.schmidheiny@tufts.edu

Abstract

Städtische Agglomerationen der Schweiz bestehen aus einer Vielzahl von Gemeinden mit grossen Differenzen in der Steuerbelastung, in den Wohnpreisen und im durchschnittlichen Einkommen der Bewohner. Gemeinden mit einem hohen Anteil an reichen Einwohnern weisen dabei systematisch tiefere Einkommenssteuern, höhere Wohnpreise und ein leicht grösseres Angebot an öffentlichen Gütern auf als arme Gemeinden. Der vorliegende Beitrag zeigt an zwei theoretischen Modellen, wie eine solche Situation als Gleichgewicht entstehen kann, wenn Haushalte ihren Wohnsitz frei wählen und Gemeinden die lokalen öffentlichen Güter durch die Besteuerung des Einkommens ihrer Einwohner finanzieren. Die Simulationen der kalibrierten Modelle können die beobachteten Steuer- und Einkommensunterschiede in der Metropolregion Zürich gut erklären. Die Untersuchung der Wohnsitzwahl von Haushalten in der Metropolregion Basel zeigt, dass die tiefen Steuern in den reichen Gemeinden nicht nur eine Folge des guten Steuersubstrats sind, sondern auch eine Ursache dieser räumlichen Einkommensunterschiede.

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