Zur Geschichte der Therapie der Epilepsie. Eine der ältesten bekannten Krankheiten

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Abstract

Die Epilepsie gehört zu den ältesten Krankheiten und ist für nahezu alle alten Kulturen belegt. In der Therapie spielten lange Zeit magisch-mystische Methoden eine bevorzugte Rolle. Erst im Corpus Hippocraticum verlor sie allmählich den Mythos einer “heiligen Krankheit”, und als Ursprungsort galt von nun an das Gehirn. Im Mittelalter nahm jedoch der Exorzismus neben Mitteln aus der Dreckapotheke noch eine bevorzugte Stellung ein. In der Frühen Neuzeit verwendete man pflanzliche Drogen und seit dem 18. Jahrhundert bevorzugt Radix Valerianae. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden chemische Stoffe Eingang in die Therapie, zunächst Bromide und ab 1912 Phenobarbital (Luminal®). 1931 folgte das N-Methyl-Luminal und 1943 Phenytoin. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden Oxazolidin-Derivate vornehmlich bei Petit-Mal-Attacken eingesetzt. Besondere Bedeutung erlangte das 1954 eingeführte Primidon. Als noch wirksamer erwiesen sich die 1951 synthetisierten Phenylsuccinimide. Die bereits 1881 synthetisierte Valproinsäure fand aufgrund des Nachweises antikonvulsiver Eigenschaften 1963 durch H. Meunier als Antiepileptikum Verwendung. Auf der Suche nach neuen Neuroleptika synthetisierten Walter Schindler (1912–1971) und Hans Blattner (geb. 1921), ausgehend vom Chlorpromazin, 1957 Carbamazepin, das fünf Jahre später als Antiepileptikum in die Therapie eingeführt wurde. Schließlich finden auch die 1961 von Leo Henryk Sternbach (1908–2005) entwickelten Benzodiazepine, besonders das 1963 eingeführte Diazepam, in der Akutbehandlung von Epileptikern Anwendung.

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