Artikel
Tuberkulose unter TNFα-Inhibitoren
Eine neue klinische Krankheitsentität
Article first published online: 2 JAN 2012
DOI: 10.1002/pauz.201100457
Copyright © 2012 WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim
Additional Information
How to Cite
Trautmann, M. (2012), Tuberkulose unter TNFα-Inhibitoren. Pharmazie in unserer Zeit, 41: 79–83. doi: 10.1002/pauz.201100457
Publication History
- Issue published online: 2 JAN 2012
- Article first published online: 2 JAN 2012
- Abstract
- References
- Cited By
Abstract
TNFα-Inhibitoren finden zur Therapie verschiedener Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zunehmende Verwendung. Da TNFα für die Aufrechterhaltung einer immunologischen Balance bei chronisch-persistierenden Infektionen von essentieller Bedeutung ist, kann es jedoch durch TNFα-Blockade zu einem Aufflackern latenter, persistierender Infektionen kommen. Von größter Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Reaktivierung einer latenten Tuberkulose. Unter TNFα-Inhibitortherapie ist das Risiko einer TB-Reaktivierung um den Faktor 9 bis 16 erhöht. Extrapulmonale und disseminierte TB-Verläufe sind unter TNFα-Inhibitortherapie deutlich häufiger als bei spontanem Auftreten einer TB. Vor Beginn einer TNFα-Inhibitortherapie muss daher durch klinische, radiologische und immunologische Diagnostik eine latente TB möglichst sicher ausgeschlossen werden. Besteht die Notwendigkeit des Einsatzes eines TNFα-Inhibitors trotz Hinweisen für eine latente TB, muss zunächst eine präventive Chemotherapie mit Isoniazid vorgeschaltet werden.

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