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Abstract

Ganz ohne Zweifel: Murks! Mit Verachtung wird jeder gute deutsche Mechaniker dieses russische Instrument, das aus Pappe, gewendelten Drähten, gedrückten Teilen, einem Hufeisenmagneten und noch einigem zusammengeschustert ist, mustern. Tun wir aber wirklich recht daran, uns im sechsten Kriegsjahr auf die Sauberkeit im Bau etwas einzubilden, wenn das gleiche sachliche Ergebnis auch mit halbem Aufwand erzielbar ist? Haben nicht die großen Physiker immer mit kleinsten Mitteln ihre Leistungen vollbracht? Nahm Faraday nicht einen Eiseimer? Sagt man nicht von Lenard, daß seine Untersuchungsapparatur genau nach der letzten Messung zusammenkrachte? Wenn heute noch Vieles in unserer Technik äußerlich mit großer Sorgfalt hergerichtet ist, so — das wollen wir getrost zugeben — ist das vom höheren Standpunkt ein Mangel, den zu überwinden, uns gegen die Natur geht und damit sehr schwerfällt. Wenn wir weiter bedenken, welche überraschend primitiven Konstruktionseigentümlichkeiten das russische Galvanometer einhält und daß es keinen einzigen gedrehten Teil besitzt, dann kann der Herausgeber nur seine Achtung vor solcher Konstruktion bekennen. — Der Herausgeber hat einen bekannten Konstrukteur, dem die Welt den kleinsten Fotoapparat, ein Meisterwerk der Präzisionsmechanik, verdankt, gebeten, das russische Galvanometer dem Leser nahezubringen und vom Standpunkt des Konstrukteurs zu beleuchten. Zapp, der außerdem die russischen Verhältnisse genau kennt, widmet sich im folgenden dieser Aufgabe.