Survival to first breeding is not sex-specific in the Coal Tit (Parus ater)

Authors


Summary

Differential survival of males and females affects the structure and dynamics of avian populations, but studying sex-specific survival rates is difficult. This is especially true for offspring if the period between hatching and first breeding is considered. Under certain conditions, however, the determination of offspring sex ratio, recruitment and dispersal may help in the investigation of sex-specific survival rates to the age of first breeding. Applying a molecular technique we sexed a large sample of Coal Tit (Parus ater) nestlings from a nest box population in a coniferous forest near Lingen/Emsland (Lower Saxony, Germany). The study covered a period of two years and included first and second broods. We found that the sex ratio did not deviate from unity. Through capturing breeding adults in the second year, we were able to examine local recruitment rates and natal dispersal distances of male and female offspring. The sexes differed significantly neither in recruitment probability, which was generally high, nor in dispersal distance, which was generally low. Our results indicate that there is no difference in the survival rate of male and female Coal Tits during their first year of life. The relevance of our findings are discussed with regard to the characteristics of the study population.

Zusammenfassung

Die Überlebensrate von Individuen beeinflusst erheblich die Zusammensetzung und Dynamik von Vogelpopulationen. Von besonderem Interesse ist hierbei die Frage, ob sich die Überlebenswahrscheinlichkeit von Männchen und Weibchen unterscheidet. Dies zu klären, gestaltet sich besonders schwierig, wenn das Überleben von Jungvögeln im ersten Jahr betrachtet werden soll, da die Geburtsortstreue oftmals weniger ausgeprägt ist als die Brutortstreue. Unter gewissen Bedingungen können jedoch Untersuchungen zur geschlechtsspezifischen Rekrutierungsrate und zur Entfernung zwischen Geburts- und Bruthöhle Rückschlüsse auf die Überlebensraten zulassen. Mittels molekularer Methoden haben wir das Geschlecht von insgesamt 2243 Jungvögeln der Tannenmeise (Parus ater) aus einer Nistkastenpopulation bei Lingen/Emsland (Niedersachsen) bestimmt. Die Untersuchung erstreckte sich über zwei Jahre (2000 und 2001) und schloss im ersten Jahr 91 Erstbruten sowie 55 Zweitbruten und im zweiten Jahr 159 Erstbruten ein. Basierend auf den Wiederfangraten im zweiten Jahr ließen sich Aussagen bezüglich der Geburtsortstreue der Jungvögel des Jahres 2000 treffen. Das Geschlechterverhältnis der Nestlinge war bei einem Männchen-Anteil zwischen 47,0 % und 53,8 % sowohl in beiden Jahren als auch in Erst- und Zweitbruten ausgeglichen. Zudem unterschieden sich Männchen und Weibchen weder bezüglich der Geburtsortstreue, die generell sehr ausgeprägt war (insgesamt 10,3 % der untersuchten Jungvögel konnten im Folgejahr als Brutvogel wiedergefangen werden), noch im Hinblick auf die Distanz zwischen Geburts- und Bruthöhle, die generell sehr niedrig war (durchschnittlich 549 ± 299 m). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das Untersuchungsgebiet für die Tannenmeise ein optimales Habitat darstellt, deuten diese Befunde darauf hin, dass sich die Überlebensraten männlicher und weiblicher Tannenmeisen im ersten Lebensjahr nicht unterscheiden. Es muss jedoch offen bleiben, ob sich diese Schlussfolgerung ohne weiteres auf andere Populationen übertragen lässt.

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