Ceci n'est pas une pipe: names, clades and phylogenetic nomenclature

Authors


Author's addresses: Fredrik Pleijel (for correspondence), Muséum national d ‘Histoire naturelle, 57, rue Cuvier, 75231 Paris cedex 05, France. E-mail: pleijel@mnhn.fr; Greg W. Rouse, Marine Invertebrates, South Australian Museum, Nth Terrace, Adelaide, SA 5000 Australia. E-mail: rouse.greg@saugov.sa.gov.au

Abstract

An introduction is provided to the literature and to issues relating to phylogenetic nomenclature and the PhyloCode, together with a critique of the current Linnaean system of nomenclature. The Linnaean nomenclature fixes taxon names with types, and associates the names with ranks (genus, family, etc.). In phylogenetic nomenclature, names are instead defined with reference to cladistic relationships, and the names are not associated with ranks. We argue that taxon names under the Linnaean system are unclear in meaning and provide unstable group–name associations, notwithstanding whether or not there are agreements on relationships. Furthermore, the Linnaean rank assignments lack justification and invite unwarranted comparisons across taxa. On the contrary, the intention of taxon names in phylogenetic nomenclature is clear and stable, and the application of the names will be unambiguous under any given cladistic hypothesis. The extension of the names reflects current knowledge of relationships, and will shift as new hypotheses are forwarded. The extension of phylogenetic names is, therefore, clear but is associated to (and thus dependent upon) cladistic hypotheses. Stability in content can be maximized with carefully formulated name definitions. A phylogenetic nomenclature will shift the focus from discussions of taxon names towards the understanding of relationships. Also, we contend that species should not be recognized as taxonomic units. The term ‘species’ is ambiguous, it mixes several distinct classes of entities, and there is a large gap between most of the actual concepts and the evidence available to identify the entities. Instead, we argue that only clades should be recognized. Among these, it is useful to tag the smallest named clades, which all represent non-overlapping groups. Such taxa  – LITUs (Least Inclusive Taxonomic Units) – are distinguished from more inclusive clades by being spelled with lower-case initial letter. In contrast to species, LITUs are conceptually straightforward and are, like other clades, identified by apomorphies.

Zusammenfassung

Die Arbeit ist eine Einführung in die Kernpunkte der phylogenetischen Nomenklatur und des PhyloCodes mit einer Zusammenstellung der dazu vorliegenden Literatur sowie einer Kritik am gültigen System der Linnéschen Nomenklatur. Die Linnésche Nomenklatur macht Taxonnamen an Typen fest und verbindet diese Namen mit einem Rank (Gattung, Familie etc.). In der Phylogenetischen Nomenklatur werden die Namen dagegen auf der Basis von Cladogrammen festgelegt und erhalten keinen Rank. Wir vertreten den Standpunkt, dass Bedeutung und Umfang der Linnéschen Namen nicht wirklich klar sind und zu vagen Verbindungen zwischen Gruppen Veranlassung geben, ungeachtet, ob verwandtschaftliche Beziehungen zwischen ihnen akzeptiert werden oder nicht. Darüberhinaus fehlt den Linnéschen Rankzuordnungen die Begründung, was zu ungerechtfertigten Vergleichen über die Taxa hinweg verleitet. Im Gegensatz dazu ist die Intention eines Taxonnamens in der Phylogenetischen Systematik klar und gleichbleibend; sein Gebrauch ist eindeutig, welche cladistische Hypothese auch gerade angenommen wird. Der Umfang eines derartigen Namens spiegelt das aktuelle Wissen über die Verwandtschaftsbeziehungen wider; er wird sich verändern, wenn neue Hypothesen dazu vorliegen. Der Inhalt phylogenetisch definierter Namen ist daher klar, allerdings auch abhängig von der jeweiligen unterliegenden cladistischen Hypothese. Inhaltliche Stabilität kann am besten durch sorgfältig formulierte Namen erreicht werden. Eine phylogenetische Nomenklatur lenkt so den Blick von Diskussionen über Taxonnamen hin auf das Verstehen verwandtschaftlicher Beziehungen. Wir setzen uns auch stark dafür ein, dass Arten nicht als taxonomische Einheiten angesehen werden. Der Begriff ,,Art“ ist unscharf und vieldeutig; er vermischt verschiedene Wesensklassen. So existiert zwischen den meisten aktuellen Artkonzepten und dem Erkennen dieser Einheiten eine große Kluft. Dagegen plädieren wir dafür, dass nur Kladen anerkannt werden sollten, wobei es sinnvoll erscheint, die jeweils kleinsten bekannten Kladen, die für sich nicht überschneidende Gruppen stehen, zu bezeichnen. Derartige Taxa – LITUs (Last Inclusive Taxonomic Units) – unterscheiden sich von übergeordneten Kladen durch kleine Anfangsbuchstaben. Im Gegensatz zu den Spezies sind LITUs begrifflich eindeutig und werden wie andere Kladen durch Autapomorphien charakterisiert.

Ancillary