Immunpathogenese der Psoriasis

Immunopathogenesis of Psoriasis

Authors


Korrespondenzanschrift:
Dr. med. Kamran Ghoreschi
Universitäts-Hautklinik
Universitätsklinikum Tübingen
Liebermeisterstr. 25
D-72076 Tübingen
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E-mail: Kamran.Ghoreschi@med.uni-tuebingen.de

Zusammenfassung

Die Psoriasis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut und Gelenke. Die Entstehung einer Psoriasis unterliegt zahlreichen Einflüssen. Zu den am besten charakterisierten Faktoren gehören bestimmte genetische Merkmale wie Histokompatibilitätsantigene und sogenannte Psoriasis Suszeptibilitätsgene, sowie Triggerfaktoren, die eine Psoriasis auslösen oder ihren Verlauf verschlechtern können. Aus pathophysiologischer Sicht wird die Psoriasis heute überwiegend als eine durch T-Lymphozyten vermittelte Autoimmunerkrankung angesehen, deren Autoantigen bis heute nicht bekannt ist. Diskutiert werden bakterielle Proteine mit Strukturähnlichkeit zu Keratinozytenproteinen. Ähnlich wie bei der Manifestation von Erkrankungsschüben anderer Autoimmunerkrankungen stehen Entzündungsmediatoren des angeborenen Immunsystems am Anfang einer Kaskade, die sowohl lokal in der Haut als auch generalisiert im Immunsystem eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Eine zentrale Rolle nehmen IFN-γ produzierende CD4+ T-Lymphozyten, die Th1-Lymphozyten ein, die durch direkte und indirekte Interaktionen mit Antigenpräsentierenden Zellen, Mastzellen, Neutrophilen Granulozyten und Endothelzellen für die Entstehung der Psoriasis verantwortlich sind. Diese Entzündungskaskade provoziert in der Haut gleichzeitig eine ausgeprägte Gefäßneubildung und die Keratinozytenproliferation. Eine Vielzahl von Rezeptoren und Mediatoren sind in dieses Netzwerk involviert. Neue Therapieansätze mit Zytokinen oder Zytokinantikörpern zielen entweder darauf ab, diese überschießende Immunantwort zu hemmen, oder darauf spezifisch die schädliche, gegen die Haut gerichtete Immunantwort, in einen schützenden Phänotyp mit anti-entzündlichen Eigenschaften zu überführen.

Summary

Psoriasis is a chronic inflammatory disease of the skin and the joints. Multiple factors contribute to the initiation of psoriasis. They include specific genetic characteristics such as major histocompatibility antigens and psoriasis susceptibility genes, as well as trigger factors, namely streptococcal infections. Today, psoriasis is considered as a T-lymphocyte mediated autoimmune disease, even though the putative autoantigen remains unknown. Bacterial proteins with similarity to structural proteins of keratinocytes are potential target antigens. As in other autoimmune diseases, inflammatory cytokines of the innate immune system initiate a cascade that activates inflammation locally in the skin, in the circulation and most likely also in lymph nodes. IFN-γ-producing CD4+ Th1-lymphocytes seem to be of central importance in the pathogenesis of psoriasis as they critically influence differentiation and functioning of antigen presenting cells, mast cells, neutrophils and endothelial cells. This inflammatory cascade simultaneously provokes neoangiogenesis in the dermis and proliferation of keratinocytes. Based on this hypothesis, cytokines or anti-cytokine antibodies that either inhibit T-cell mediated inflammation or transform disease-inducing, pro-inflammatory Th1-lymphocytes into a phenotype with anti-inflammatory properties were tested in psoriasis. As both approaches improved psoriasis, they strongly support the current concept that views psoriasis as a Th1-lymphocyte mediated disease.

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