Trichophyton Spezies von Arthroderma benhamiae – ein neuer Infektionserreger in der Dermatologie

Authors


  • Interessenkonflikt

    Keiner.

Zusammenfassung

In Deutschland kommen seit einigen Jahren Infektionen durch den zoophilen Dermatophyten Trichophyton (T.) Spezies von Arthroderma benhamiae vor. Das Reservoir für diesen neuen Erreger – ein emerging pathogen – überlappt mit dem des zoophilen T. interdigitale. Insbesondere Meerschweinchen sind Carrier. T. Spezies von Arthroderma benhamiae verursacht eine entzündliche Tinea bei Kindern und Jugendlichen. Neben der Tinea capitis werden Tinea corporis und Tinea manus verursacht, vor allem jedoch die Tinea faciei. T. Spezies von Arthroderma benhamiae ist in Deutschland ein häufiger zoophiler Dermatophyt, in manchen Regionen häufiger als Microsporum canis. Die Identifizierung der Isolate mit gelb gefärbten Kolonien ist anhand makro- und mikroskopischer Merkmale möglich. Ein Teil der Isolate weist jedoch Koloniemerkmale auf, welche mit denen von T. interdigitale übereinstimmen. Diese Stämme lassen sich nur mittels molekularer Methoden identifizieren. Mit einem PCR-ELISA oder real-time PCR kann der Dermatophyt direkt im klinischen Material nachgewiesen werden. Als Kulturbestätigungstest hat sich die Sequenzierung der internal transcribed spacer Region (ITS) der ribosomalen DNA bewährt. Auch die matrix-assisted laser desorption/ionization time-of-flight mass spectrometry (MALDI TOF MS) ist dafür geeignet. Die Behandlung von ausgedehnten Dermatophytosen durch T. Spezies von Arthroderma benhamiae, insbesondere der Tinea capitis, erfolgt mit oralen Antimykotika, am besten Terbinafin; Alternativen sind Fluconazol und Itraconazol.

Ancillary