Der Sozialschutz im Dienst einer dauerhaften Integration: Ein Muss für Europa angesichts der Krise

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Korrespondenzadresse: Chantal Euzéby, Emeritierte Professorin, Université Pierre-Mendès-France, BP 47, 38040 Grenoble Cedex 9, Frankreich; E-Mail: chantal.euzeby@gmail.com.

Auszug

In der Europäischen Union stellt sich nach dem sozialen Abbau infolge der explodierenden Schulden der Mitgliedsstaaten die entscheidende Frage, wie dem drohenden gesellschaftlichen Ausschluss vorgebeugt werden kann. Mögliche Ansätze liegen im Schnittpunkt zwischen der Arbeitsmarkt- und Weiterbildungspolitik und den Reformen, mit denen die Sozialschutzsysteme an die neuen sozioökonomischen Gegebenheiten angepasst werden sollen (Bevölkerungsalterung, instabile Familien, verbreitete Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Armut trotz Arbeit, anhaltende oder zunehmende soziale Ungleichheiten). In diesem Artikel versuchen wir zu zeigen, dass die Förderung des Sozialschutzes unter dem Leitgedanken der sozialen Investition ein ausgezeichnetes Mittel ist, um lebenslange Chancengleichheit, dauerhafte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (Gewinn an struktureller Wettbewerbsfähigkeit) und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Interesse des allgemeinen Wohlergehens miteinander zu verbinden. Im Vordergrund steht die Förderung der allgemeinen und individuellen Menschenrechte auf Mobilität und lebenslange Weiterbildung, die zur Kompensation der Anforderungen der Arbeitsmarktflexibilität als neue soziale Grundrechte eingeführt werden könnten. Der Artikel unterstreicht auch, wie wichtig es wäre, diese Rechte innerhalb der Europäischen Union in einer erweiterten sozialen Grundsicherung zu verankern. Damit würde dem Risiko gesellschaftlichen Ausschlusses in der Union dauerhaft vorgebeugt, und die wirtschaftliche und soziale Integration, die mit der überarbeiteten Lissabon-Strategie (2003-2005) eingeleitet wurde, würde gefördert, und Vertrauen und Hoffnung der europäischen Bürger könnten gestärkt werden.

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