Soziale Unsicherheit besser verhindern

Authors


Korrespondenzadresse: Adrian Sinfield, Emeritus Professor of Social Policy und University Fellow, School of Social and Political Science, Universität Edinburgh, 8 Buccleuch Place, Edinburgh, EH8 9LW, Vereinigtes Königreich; E-Mail: Adrian.Sinfield@ed.ac.uk.

Auszug

Starke Programme der sozialen Sicherheit, die kollektive und individuelle Sicherheit fördern, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, soziale Unsicherheit zu verhindern: Sie fungieren als eingebaute automatische Stabilisatoren mit sozialem, politischem und wirtschaftlichem Nutzen für die Gesamtgesellschaft. Im Gegensatz dazu haben schwächere Systeme de facto eine eingebaute destabilisierende Wirkung. In vielen Ländern hat die Art und Weise, wie Systeme der sozialen Sicherheit dazu beitragen, soziale und wirtschaftliche Unsicherheit zu verhindern, an Wirkung eingebüßt. Wir untersuchen hier die Gründe für die relative Vernachlässigung des Präventionsgedankens sowie die Veränderungen, die in den Systemen der sozialen Sicherheit ganz konkret zu einer Schwächung der präventiven Elemente geführt haben. Der strukturelle Kontext, innerhalb dessen Handlungskonzepte zur sozialen Sicherheit umgesetzt werden müssen, und insbesondere die Qualität und die Quantität von Beschäftigung sowie die Interaktion mit anderen Programmen öffentlicher Stellen haben natürlich einen großen Einfluss auf ihre Fähigkeit, präventiv zu wirken. Dennoch können Systeme viel erreichen, wenn sie die Aufmerksamkeit stärker auf die Notwendigkeit richten, Unsicherheit zu verhindern. Um eine Debatte über diese Thematik anzuregen und die Rolle der Prävention ins Zentrum zu rücken, werden Vorschläge zur Stärkung des Präventivbeitrags in Programmen der sozialen Sicherheit unterbreitet.

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