Überprüfung der Methoden zum Erzielen eines Fortschritts hin zu einer universellen Krankenversicherungsdeckung in Ländern mit Niedrigeinkommen: Erfolg des staatlichen sozialen Basisschutzes

Authors


Korrespondenzadresse: Xenia Scheil-Adlung, Health Policy Coordinator, Social Protection Department, International Labour Office, route des Morillons 4, 1211 Genf 22, Schweiz; E-mail: scheil@ilo.org.

Auszug

Trotz Fortschritten in der Ausweitung der Sozialschutzdeckung sind die meisten Länder mit Niedrigeinkommen immer noch weit entfernt von einer universellen Krankenversicherungsdeckung. Daher werden bis 2015 viele der Verbesserungen im Gesundheitsbereich und wesentliche Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) mit grö ßter Sicherheit nicht erreicht werden. In erster Linie sind die schwächsten Gruppen betroffen: die Armen in Stadt und Land sowie die Arbeitnehmer in der informellen Wirtschaft und deren Familien. Es ist von besonderem Belang, dass der Fortschritt nicht nur beschränkt bleiben, sondern gar ins Gegenteil umgekehrt werden könnte, wenn die Politik weiterhin darin scheitert, die eigentlichen Ursachen der Lücken und Mängel in der Krankenversicherungsdeckung anzugehen. Der Artikel liefert Belege dafür, dass diese Ursachen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gesundheitssektors liegen und eng verbunden sind mit Armut und anderen Formen von Gefährdung. Er vertritt die Ansicht, dass ein nachhaltiger Fortschritt hin zu einer universellen Krankenversicherungsdeckung innerhalb eines geeigneten Zeitrahmens nur erreichbar ist, wenn man sich gleichzeitig auf die folgenden Punkte konzentriert: i) Ausweitung der Krankenversicherungsdeckung und Verbesserung des Zugangs zur benötigten Gesundheitsversorgung, ii) Bereitstellung sicheren Einkommens durch Einkommensbeihilfen für Bedürftige, iii) Lösungen bei Einschränkungen in der Einkommensgenerierung oder Unfähigkeit zur Teilnahme an derselben durch Arbeit und iv) kohärente Maßnahmen im Sozial-, Wirtschafts- und Gesundheitssektor und darüber hinaus zur Linderung der Armut. Solche Maßnahmen können am besten im Kontext des staatlichen sozialen Basisschutzes (SPF – social protection floor) eingeführt werden, die eine minimale Gesundheitsversorgung garantiert und allen Bedürftigen wenigstens eine elementare, lebenslange Einkommenssicherheit bietet. Eine SPF kann dazu beitragen, die Wechselwirkungen zwischen mangelnder Gesundheit, Armut und anderen Gefährdungen und Fortschritten bei der universellen Krankenversicherungsdeckung und weiteren Zielen des Sozialschutzes zu stoppen.

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