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Keywords:

  • Nitrofurazone;
  • rat testis;
  • endocrine function;
  • secretory function;
  • spermatogenic function

Zusammenfassung

Der Einfluß von Nitrofurazon auf die endokrine, sekretorische und spermatogenetische Funktion des Rattenhodens

In einer experimentellen Studie wurde an männlichen Ratten der Einfluß der anti-spermatogenetischen Substanz Nitrofurazon unter besonderer Berücksichtigung der Leydig-Zellen, der Sertoli-Zellen und der Keimzellen untersucht. Die Leydigzellfunktion wurde mittels der Serumtestosteronwerte und der Testosteronbildungskapazität von Hodengewebe in vitro gemessen. Die Sertoli-Zellen wurden mittels Licht- und Elektro-nenmikroskopie untersucht; ihre Funktion wurde folgendermaßen gemessen: 1) Testi-kuläre ABP-Synthese-Kapazität in vivo und in vitro; 2) Flüssigkeitssekretion der Sertoli-Zellen innerhalb von 20 Stunden nach der Ligatur der Ductuli efferentes; 3) FSH-Serum-Werte als indirektes Maß der Inhibin-Produktion der Sertoli-Zellen; 4) Untersuchung der Fähigkeit der Verbindungen zwischen den Sertoli-Zellen, Lanthanumpraezipitat festzuhalten als ein Beweis für die Integrität der Blut-Hoden-Schranke. Die Degeneration der Keimzellen wurde mittels Licht- und Elektronenmikroskopie verfolgt. Nitro-furazon wurde in einer Konzentration von 0,1% der Nahrung zugesetzt; verwendet wur-den normale Ratten und solche die vorher bestrahlt waren, um ein Sertoli-Zell-Syndrom auszulösen (Cobald-60, 150 rad, 1,1 rad/sec).

Es wird festgestellt, daß Nitrofurazon für alle Keimzellen innerhalb der Blut-Hoden-Schränke schädlich ist. Die am stärksten und am schnellsten eingetrenen Effekte wur-den an den meiotischen Zellstadien beobachtet. 28 Tage nach Nitrofurazonanwendung wurden lediglich Spermatogonien und einige frühe Spermatozyten festgestellt. Bei Sertoli-Ratten kam gelegentlich eine scheinbar intakte Spermatogenese bis zu dem Stadium der elongierten Spermatiden auch nach 28 Tagen Therapie zur Beobachtung. Die Leydig-Zellen wurden nicht geschädigt; das ergab sich aus der erhaltenen bzw. angestie-. genen Kapazität zur Produktion von Testosteron. In den Sertoli-Zellen selbst ergaben sich keine degenerativen Veränderungen; dennoch wurde ein verändertes Erscheinungs-bild der Lipid-Einschlüsse und ein zahlenmäßiger Anstieg der Cytoplasma-Vakuolen festgestellt. Die in vivo-ABP-Produktion zeigte anfangs (nach 2–4 Tagen) einen deutli-chen Abfall bei den Normal- und bei den Sertoli-Ratten. Nach längerer Anwendung von Nitrofurazon wurde die ABP-Produktion wiederhergestellt (Steroli-Ratten) bzw. stieg beachtlich an (Normal-Ratten).

Abgesehen von einem vorübergehenden Anstieg am 10. Tag bei Normal-Ratten wurde die Flüssigkeitssekretion der Sertoli-Zellen nicht durch Nitrofurazon beeinflußt. Nach 10 und 28 Tagen Anwendung zeigten die Normal-Ratten ebenso wie die Kontrollen höhere FSH-Werte. Die Sertoli-Ratten hatten FSH-Werte, die den Kastrations-Werten angenähert waren während der Studie; es konnte keinerlei Einfluß von Nitrofurazon festgestellt werden. In dem Stadium der Behandlung, bei dem die Spermatogenese vollständig gehemmt war, erwiesen sich die Leydig-Zellfunktion und verschiedene Parameter der Sertoli-Zell-Funktion als normal. Somit muß unterstellt werden, daß Nitrofurazon seinen hauptsächlichen Einfluß direkt auf die Keimzellen ausübt.