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Zusammenfassung

Nach dem Gesagten können wir die Aufgaben, die sich aus der Notwendigkeit einer echt biologischen Fragestellung für die Tierpsychologie-ergeben, in kürzester Weise zusammenfassen. Wir haben die Aufgabe, die Systeme der den lebenden Tierarten eigenen Verhaltungsweisen als Ganzheiten, aber als Teilganze der Gesamtorganisation der einzelnen Formen zu untersuchen. Unsere Fragestellung muz̀ neben den selbstverständlichen Fragen der kausalen Analyse auch die Frage nach der arterhaltenden Zweckmäz̀igkeit jeder für eine Tierart normalen Verhaltungsweise enthalten. Da sich der vergleichend stammesgeschichtliche Gesichtspunkt für das Verständnis der Instinkthandlungen, das die Voraussetzung jedes Verstehens von tierischem Verhalten darstellt, ebenso bewährt hat wie für das von Organformen, so muz̀ unsere Fragestellung in allen Punkten gleichzeitig auch die des vergleichenden Zoologen sein. Nur der stammesgeschichtliche Gesichtspunkt macht die Anwendung des Homologiebegriffes auf Verhaltungsweisen möglich und damit Rückschlüsse von menschlichem auf tierisches Erleben, deren Wahrscheinlichkeit die von Analogieschlüssen übertrifft. Nur auf vergleichend stammesgeschichtlicher Grundlage kann eine über objektive Verhaltenslehre hinausbauende vergleichende Psychologie fuz̀en.